Fahrer, Termine, Hersteller, Strecken

DTM 2005 – Handicap für Sieger DTM 2005 – Handicap für Sieger

Fahrer, Termine, Hersteller, Strecken

— 15.04.2005

DTM 2005 – alles zur neuen Saison

Neuer Hersteller, neue Regeln, neue Strecken, neuer Star – viel Spannung in der DTM 2005.

Handicap für Sieger

Nach dem Motto "Was gut ist, kann man noch besser machen", steuern die Macher der ITR mal wieder auf Reformkurs. Unverändert bleibt der sportliche Ablauf mit der Super-Pole für die zehn Schnellsten des Qualifyings und dem einstündigen Rennen inklusive zweier Boxenstopps. Dafür will die ITR mit einigen Neuerungen im technischen Regelwerk für noch mehr Spannung auf der Strecke sorgen. So wird das Handicap-Gewicht in neuer Form eingeführt. Statt nur den siegreichen Fahrer mit Zusatzkilos einzubremsen, müssen ab dieser Saison alle (neuen) Autos der siegreichen Marke im folgenden Rennen zehn Kilogramm einladen. Die Autos des dritt- und viertplazierten Herstellers durfen zehn Kilo Ballast abwerfen. So will die ITR die Dominanz einer Marke verhindern.

Leichter und damit hoffentlich konkurrenzfähiger als bisher werden die Vorjahresautos. Die wiegen ab sofort 15 Kilogramm weniger als das für die aktuellen Modelle vorgegebene Basisgewicht von 1050 Kilo. Mit großer Spannung erwartet wird die (geplante) Rückkehr von MG Rover. Mit zwei MG ZT 260, die vom englischen Zytek-Team eingesetzt werden, will der Meister von 1986 in die DTM zurückkehren. Allerdings steht wegen der finanziellen Situtation der Briten hinter ihrem Start ein großes Fragezeichen. Erstmals würden in der neuen DTM damit Autos von vier Herstellern am Start sein.

Audi: Drei Titel zu verteidigen

Audi etablierte mit dem offiziellen Werkseinstieg 2004 eine neue Qualität in der DTM. Zwar waren die vier Ringe auch mit dem werksunterstützten Abt-Team erfolgreich und fuhren 2002 mit Laurent Aiello den Fahrertitel ein, doch 2004 gelang der totale Triumph. Hersteller-, Team- (Audi Sport Team Abt) und Fahrer-Meisterschaft (Mattias Ekström) gingen an die Audianer.

Alle drei Titel zu verteidigen ist ein hochgestecktes Ziel. Dafür gingen die Ingolstädter erstmal auf Tauchstation. Der neue A4 wurde so lange wie möglich "versteckt". Getestet wurde nur unter Ausschluß der Öffentlichkeit. Aus Angst, die Konkurrenz könnte irgendwelche Neuerungen kopieren, wurde sogar das einzige freigegebene Fahrbild retuschiert.

Mercedes: Stars und Sternchen

Mit dem zweimaligen Formel-1-Weltmeister Mika Häkkinen präsentierte Mercedes fraglos den spektakulärsten Neuzugang der bevorstehenden DTM-Saison. Drei Jahre nach seinem Rücktritt hat der Finne genug vom Frührentnerdasein und will wieder richtig Gas geben. "Die Pause hat mir gutgetan. Aber ich habe den Motorsport einfach zu sehr vermißt", begründet Mika den Rücktritt vom Rücktritt.

Neben dem Superstar gehören auch drei neue "Sternchen" zum Team: Der Meister der Formel 3 Euro Serie, Jamie Green, sowie sein F3-Kollegen Bruno Spengler und Alexandros Margaritis. Der Grieche startet im Berliner Mücke-Team, die als Nachfolger der Rosberg-Truppe in die DTM kommen und zwei Vorjahresmodelle einsetzen.

Opel: Erfolge zum Abschied?

Personalabbau, drohende Werksschließungen – Opels wirtschaftliche Schieflage hatte auch Konsequenzen für den Motorsport. Frühzeitig wurde der Werksrückzug aus der DTM zum Ende dieser Saison angekündigt und das Engagement zurückgefahren. Statt wie zuletzt mit sieben Autos sind die Rüsselheimer in ihrem Abschiedsjahr nur noch mit vier Vectra GTS V8 am Start. Jeroen Bleekemolen, Peter Dumbreck und etwas überraschend auch Timo Scheider (mit 15 Punkten 2004 immerhin Opels Bester) verloren ihre Cockpits. Sportchef Strycek vertraut 2005 lieber auf seine Routiniers.

Vielleicht kommt die Konzentration der Kräfte der im DTM-Center in Bobingen bei Augsburg werkelnden Mannschaft aber auch entgegen. Trotz des Weggangs von Technikchef Günther Steiner in die Formel 1 (Red Bull) hört man jedenfalls immer wieder von einer Jetzt-erst-recht-Stimmung im Opel-Lager.

Dennoch wäre es schon eine Überraschung, sollte ausgerechnet im Abschiedsjahr die seit vier Jahren andauernde Sieglosigkeit zu Ende gehen. Das letzt Mal stand beim Saisonfinale 2000 in Hockenheim mit Uwe Alzen ein Opel-Pilot ganz oben auf dem Siegertreppchen.

MG Rover: Neuer Hoffnungsträger

Immer wieder wurde der DTM die Frage nach einem vierten Hersteller gestellt. Wohlwissend, daß die Serie bei dem Ausstieg eines der beteiligten Werke schwerlich würde überleben können. Just in dem Moment, als Opel den Rücktritt verkündete, zauberte die ITR, der DTM-Ausrichter, MG Rover als Einsteiger aus dem Hut.

Die Engländer kommen als großer Hoffnungsträger in die europäische Top-Liga des Tourenwagensports. Hoffnungen darauf, daß die Serie auch in der Zeit nach Opel interessanten und vielfältigen Sport bieten kann. Aber auch sportlich versprechen sich Insider einiges vom DTM-Rückkehrer. Es wird gemunkelt, daß die beiden MG ZT 260 auf Anhieb schnell genug sein könnten, um in der DTM-Spitze mitzumischen. Möglicherweise auch wegen der vereinten Nachhilfe durch Mercedes und Audi. Zwar wird ein Techniktransfer offiziell bestritten, doch zuverlässige Quellen wollen wissen, daß sich Ingenieure des Zytek-Teams, die die Autos für MG aufbauen und einsetzen, Rat in Stuttgart und bei Abt in Kempten geholt haben sollen.

Dennoch sind die Engländer mit ihren Autos spät dran. Vier Wochen vor Saisonbeginn war noch keiner der beiden MG-Renner einsatzbereit. Da wird die Zeit zum Testen denkbar knapp. Dennoch ist der Marketing-Chef von MG Rover, Rod Ramsay, davon überzeugt, "daß wir in der DTM Zeichen setzen werden".

Ganz neu ist Rover in der DTM übrigens nicht. Olaf Manthey fuhr in einem Rover Vitesse 1984 und 1985 jeweils zur Vizemeisterschaft. 1986 holte der Däne Kurt Thiim für Rover den Titel.

Das ist der Zytek-MG Rover: Die in Banbury/Oxfordshire ansässige Rennwagenschmiede Zytek wurde 1982 gegründet. Erste Erfolge feierte man als Motorenlieferant in der britischen Tourenwagenmeisterschaft, unter anderem für BMW. Von 1995 bis 2004 baute Zytek im FIA-Auftag die Einheitsmotoren für die Formel 3000. Zur Zytek-Group gehören inzwischen auch eigenständige Filialen – unter anderem für Chassisbau, Elektronik und alternative Antriebe. Aktuell arbeitet Zytek nicht nur an den DTM-Rennern für MG Rover, sondern bereitet den Prototyp Zytek 04S für die LMES und das 24-Stunden-Rennen in Le Mans vor und baut die Motoren für die neue Formel-Serie A1-Grand-Prix. (Stand: 5. April)

Reifen: Schnelles Leben unter Hochdruck

Ein Straßenreifen hält oft Jahre. Ein Reifen in der DTM lebt dagegen nur wenige Wochen.

Das Leben eines Rennreifens ist ein Leben im Zeitraffer. Gerade einmal sechs Stunden dauert die Produktion der Slick- und Regenreifen für die DTM. Aus insgesamt 30 Komponenten stellen die Dunlop-Mitarbeiter für jedes Rennen bis zu 840 Slicks und 400 Regenreifen her. Einschließlich der Gummis für die Testfahrten vor und während der Saison sind das pro Jahr knapp 12.000 Pneus.

Eine Staubschicht dürften bisher nur die wenigsten DTM-Reifen angesetzt haben. Schon wenige Wochen, spätestens zwei Monate nach der Produktion, kommen die Gummiwalzen auf der Rennstrecke zum Einsatz. Rund 25 Dunlop-Mitarbeiter reisen mit vier Sattelschleppern zu den DTM-Rennen. Mit höchster Akribie und Präzision werden die Reifen auf die 18 Zoll großen Felgen aufgezogen und der exakte Luftdruck eingestellt. In Heizdecken eingewickelt warten die Pneus auf ihren Einsatz. Und dann geht alles ganz schnell. Mehr als 80 Kilometer ist kaum einer der DTM-Reifen im Einsatz – nicht einmal bei den Langstreckenfahrten, den sogenannten Longruns im Training.

Doch selbst nachdem die Reifen von der Felge gewuchtet worden sind, tun sie noch Gutes. Für eine Mindestspende von fünf Euro können die Fans die Hochleistungs-Pneus erwerben und von den Fahrern signieren lassen. Pro DTM-Wochenende kommt so eine Summe von knapp 3000 Euro zusammen, die Dunlop einer gemeinnützigen Einrichtung, wie zum Beispiel der Arbeiterwohlfahrt Oschersleben, zukommen läßt.

Alle Fahrer und Termine im Überblick

Den spektakulärsten Fahrer-Neuzugang in diesem Jahr präsentiert Mercedes. Der zweimalige Formel-1-Weltmeister Mika Häkkinen nimmt drei Jahre nach seinem Rücktritt in einem C-Klasse DTM-Mercedes Platz. Hat sichder Finne in der langen Pause seinen Speed bewahrt?



Letztlich verspricht auch der DTM-Kalender Abwechslung. Mit der belgischen Berg-und-Tal-Bahn in Spa, dem Stadtrennen in Avignon und dem Lauf auf der neuen Grand-Prix-Strecke in Istanbul stehen drei neuen Rennstrecken im erstmals elf Rennen umfassenden DTM-Kalender. Alles scheint gerüstet für ein tolles Jahr.

Der Teminkalender der DTM-Saison 2005

Die DTM live im Ersten: Die ARD zeigt 2005 alle DTM-Rennen live. Normalerweise ab 13.45 Uhr. Ausnahme Nürnberg. Wegen einer Übertragung von der Tour de France wird das Rennen dort auf 17.30 Uhr verschoben. Neu: Auch die Qualifikation gibt es live im Ersten, samstags um 14.03 Uhr (Nürnberg 18.10 Uhr). Moderator ist Claus Lufen mit Experte Klaus Ludwig, Kommentator Andreas Spellig.

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