Fahrerassistenzsysteme von BMW

Fahrerassistenzsysteme von BMW

— 11.07.2006

Volles Vertrauen

Mit neuen Fahrerassistenzsystemen will BMW die Sicherheit erhöhen. Die ersten Entwicklungen sollen bald in Serie gehen.

BMW will eine automatische Geschwindigkeitsregelung mit Stop-and-go-Funktion auf den Markt bringen. Sie soll kurz vor der Serienreife stehen und zunächst in einem Oberklassemodell wie dem BMW 7er oder 5er eingeführt werden. Die Regelung deckt den Bereich von 180 km/h bis zum Stillstand des Fahrzeugs ab.

Dies soll bei Kolonnenfahrten, niedrigen Geschwindigkeiten und Staus Komfort und Sicherheit erhöhen. Das System arbeitet mit einem Fernbereichsradar mit 150 Metern Reichweite sowie mit Nahbereichssensoren, die vorausfahrende Fahrzeuge in einem Abstand von bis zu 20 Metern erkennen. Wird der vorher definierte Mindestabstand unterschritten, wird automatisch einen Bremsvorgang eingeleitet. Ist das Eingreifen des Fahrers erforderlich, so wird er optisch und akustisch gewarnt. Ein ähnlicher Assistent kommt bei Mercedes unter dem Namen Distronic Plus in der S-Klasse zum Einsatz.

Der neue abstandsgeregelte Bremsassistent baut zugleich den maximalen Bremsdruck auf und führt die Bremsbeläge an die Scheiben heran. Tritt der Fahrer nun auf das Bremspedal, steht sofort die höchstmögliche Verzögerungsleistung zur Verfügung. Auf diese Weise sollen sich Auffahrunfälle vermeiden oder zumindest Unfallfolgen abmildern lassen.

Zudem sollen künftig Vibrationen im Lenkrad den BMW-Fahrer davor bewahren, von der Straße abzukommen. An der Frontscheibe auf Höhe des Innenspiegels wird eine Kamera untergebracht, die die Fahrbahnmarkierungen erkennt. Das System läßt sich ein- und ausschalten und ist mit dem Blinker verbunden. Setzt der Fahrer vor dem Überschreiten der Fahrspur den Blinker, wird die Warnung deaktiviert. Das System arbeitet in Abhängigkeit von der Geschwindigkeit, da schnelleres Fahren eine höhere Präzision erfordert. So soll auch bei zügiger Autobahnfahrt noch ausreichend Zeit für eine Kurskorrektur bleiben.

Auch das Navigationssystem soll bei BMW stärker zur Sicherheit beitragen. Die Funktion "Road Preview" erkennt den weiteren Streckenverlauf und mögliche gefährliche Kurven und kann den Fahrer im voraus dazu auffordern, den Fuß vom Gas zu nehmen. Außerdem sollen die Informationen gefährliche Überholversuche an schlecht einsehbaren Stellen vermeiden helfen.

Zugleich wird der Fahrer über aktuelle Geschwindigkeitsbegrenzungen informiert: Die erkennt das System nicht allein über das Navigationssystem, sondern auch über die Kamera des Spurwarners. Sie erfaßt beispielsweise digitale Geschwindigkeitsanzeigen auf Autobahnen oder kurzfristig aufgestellte Schilder vor Baustellen. Darüber hinaus arbeiten die Münchner Entwickler an Assistenzsystemen, die die Gefahren von Kreuzungen entschärfen sollen. Im BMW der Zukunft soll der Fahrer etwa vor dem unabsichtlichen Überfahren roter Ampeln oder möglichem Querverkehr gewarnt werden.

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