Fahrerschutz-Versicherung

Fahrerschutz-Versicherung

— 18.05.2016

Die Vollkasko für den Fahrer

Das Auto lässt sich mit einer Vollkasko gegen selbstverschuldete Schäden absichern – für den Fahrer übernimmt das die Fahrerschutz-Versicherung. Doch lohnt sich das überhaupt?

Über zwei Millionen Unfälle passieren jährlich auf deutschen Straßen, mehr als 300.000 mal werden dabei Personen verletzt. In 70 Prozent aller Fälle ist auch der Fahrer betroffen. Ist man nicht selbst schuld, ist der Fall klar: Die gegnerische Haftpflicht muss für den Schaden aufkommen. Bei einem selbst- oder mitverschuldeten Unfall sieht das allerdings anders aus.

Hilfe bei selbstverschuldeten Unfällen

Während die Beifahrer ihre Ansprüche gegenüber dem Fahrer beziehungsweise dessen Haftpflichtversicherung geltend machen können, geht der Lenker oft leer aus, wenn er selbst schuld ist. Und: Selbst wenn er nur eine Mitschuld trägt, bleibt er auf einem Teil der Kosten sitzen. Diese Lücke lässt sich durch eine Fahrerschutz-Versicherung schließen.

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Wer ist versichert?

Die Fahrerschutzversicherung ist ein Baustein der Insassen-Unfall-Versicherung und ein Zusatz zur Kfz-Versicherung. Sie gilt für alle berechtigen Fahrer des Fahrzeugs – das kann je nach Vertrag nur der Versicherungsnehmer sein oder aber auch Ehepartner, Kinder oder sogar jedermann. Manche Versicherungen akzeptieren allerdings nur Fahrer ab einen bestimmten Alter – häufig erst ab 23 Jahren. Und wie generell üblich greift der Versicherungsschutz nur, wenn der Unfall nicht vorsätzlich herbeigeführt wurde und der Fahrer nicht unter Alkohol- oder Drogeneinfluss stand.

Welche Leistungen bietet die Fahrerschutz-Versicherung?

Die Fahrerschutz-Versicherung übernimmt im Zusammenhang mit einem Personenschaden des Fahrers die Leistungen, für die bei den Mitfahrern die Haftpflichtversicherung aufkommt. Dabei gehen die Leistungen anderer allerdings immer vor. Das heißt, die direkten Behandlungskosten müssen zum Beispiel weiterhin von der Krankenkasse übernommen werden. Nur die Kosten, die kein anderer übernimmt, werden von der Fahrerschutz-Versicherung gedeckt. Dazu zählen vor allem:
• Schmerzensgeld
• ein möglicher Verdienstausfall aufgrund des Unfalls
• eine nach dem Unfall benötige Haushaltshilfe
• behindertengerechte Umbaumaßnahmen
• Hinterbliebenenrente
 
Für den Fahrerschutz gelten dabei üblicherweise die gleichen Deckungssummen, wie sie in der Haftpflicht für einen einzelnen Personenschaden festgelegt sind. In der Regel sind das je nach Versicherung acht bis 15 Millionen Euro. Allerdings sollten die Vertragsbedingungen vor Abschluss genau durchgelesen werden, denn manche Versicherer schränken ihre Leistungen stark ein – zum Beispiel maximal 500 Euro pro Monat für eine Haushaltshilfe – und zahlen eventuell nur bei einem stationären Krankenhausaufenthalt.

Wo ist der Unterschied zur Unfallversicherung?

Viele Fahrer sind der Meinung, mit einer Unfallversicherung ausreichend abgesichert zu sein. Prinzipiell übernimmt auch die Unfallversicherung viele Kosten, allerdings sind hier die Bedingungen oft deutlich strenger. Manche Gesellschaften zahlen zum Beispiel nur ab einem bestimmten Invaliditätsgrad. Ob sich bei einer bestehenden Unfallversicherung ein zusätzlicher Fahrerschutz lohnt, hängt also von den konkreten Bedingungen im jeweiligen Vertrag ab, und sollte aufgrund mangelnder einheitlicher Regelungen auf jeden Fall mit der eigenen Versicherung abgeklärt werden! 
 
Anders als die Unfallversicherung zahlt die Fahrerschutz-Versicherung allerdings immer nur nachrangig, also wenn kein anderer für den Schaden aufkommt. Die Höhe des Schadensersatzes richtet sich außerdem nach den persönlichen Verhältnissen vor allem dem Einkommen. Die Unfallversicherung zahlt dagegen in der Regel eine feste Summe aus.

Was kostet der Fahrerschutz?

Die Fahrerschutz-Versicherung kann nur zusätzlich zur Kfz-Versicherung und bei der gleichen Versicherungs-Gesellschaft abgeschlossen werden. Die Kosten dafür sind allerdings verhältnismäßig gering. In der Regel geht man von rund zehn Prozent der Versicherungsprämie aus, üblicherweise wird also ein Beitrag zwischen 20 und 50 Euro pro Jahr fällig. In Anbetracht der oft hohen Folgekosten einen Unfalls ist der Fahrerschutz durchaus eine Überlegung wert.

Hat der Fahrerschutz Einfluss auf den Schadenfreiheitsrabatt?

Kommt der Fahrer bei einem selbstverschuldetem Unfall zu Schaden und wird die Fahrerschutz-Versicherung in Anspruch genommen, so wirkt sich das nicht auf den Schadenfreiheitsrabatt der Haftpflichtversicherung aus. In der Regel wird bei einem Unfall aber immer noch ein anderes Auto oder sonstiges fremdes Eigentum beschädigt, und die Haftpflichtversicherung muss entsprechenden Ersatz leisten. Dadurch verschlechtert sich dann natürlich der Schadenfreiheitsrabatt.

Wer sollte eine Fahrerschutz-Versicherung abschließen?

Prinzipiell lohnt sich eine Fahrerschutz-Versicherung immer, zumal die fälligen Gebühren üblicherweise den Geldbeutel nicht sonderlich belasten. Vor allem Personen, die keine sonstige Absicherung haben, sollten ernsthaft über die Fahrerschutz-Versicherung nachdenken. Wer dagegen schon eine Unfallversicherung hat,  sollte sich die jeweiligen Vertragsbedingungen im Detail anschauen und sich eingehend beraten lassen, ob eine zusätzliche Fahrerschutz-Versicherung überhaupt noch weitere Vorteile bringt.

Autor: Michael Gebhardt

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