Fahrgemeinschaften

Fahrgemeinschaften

— 13.10.2004

Ohne Risiko und mit Gewinn

Vier Kollegen in einem Auto zur Arbeit? Das spart Steuern und Spritkosten. Und kostet keinen Cent Versicherungsprämie extra.

Erste Hilfe durch die Haftpflicht

Machen wir uns mal nichts vor: Fahrgemeinschaften müssen passen. Wer nur naserümpfend beim Kollegen einsteigen mag oder immer zu spät abgeholt wird, der fährt besser allein. Oder sucht sich andere Mitfahrer. Denn angesichts der Tankstellen-Schockpreise ist die finanzielle Entlastung durch Fahrgemeinschaften doch beträchtlich.

Doch Unkenntnis über den Versicherungsschutz in Fahrgemeinschaften läßt viele zögern. Dabei ist vermutlich nichts in Deutschland so gut versichert wie die Fahrt zum Arbeitsplatz – einerlei ob allein oder in der Fahrgemeinschaft. Denn neben der Auto-Haftpflicht greift die gesetzliche Unfallversicherung.

"Bei jedem Autocrash haftet in erster Linie die Kfz-Haftpflicht des Unfallverursachers", erklärt Bernd Schmitz, Versicherungsexperte von der ONTOS. "Also für unser Beispiel entweder die Haftpflicht des Fahrers, der schuldhaft mit dem Wagen der Fahrgemeinschaft kollidiert. Oder die Versicherung des Fahrers der Fahrgemeinschaft, der zu flott unterwegs ist und im wahrsten Sinne des Wortes die Kurve nicht mehr kriegt. Die Insassen sind immer versichert. Dabei spielt es keine Rolle, ob es sich um die Fahrt zum Arbeitsplatz oder einen privaten Ausflug handelt."

Gesetzliche Unfallversicherung

Fahrgemeinschaften für den Arbeitsweg genießen allerdings noch besonderen Schutz durch die gesetzliche Unfallversicherung. Sie tritt unabhängig der Kfz-Haftpflicht für alle Personenschäden ein, die auf dem Weg zur Arbeit passieren, die sogenannten Wegeunfälle. Sie gilt auch für Schüler und Studenten auf der Fahrt zur Uni oder Schule.

Aber: Die gesetzliche Unfallversicherung gilt nicht, wenn auf dem Weg zur Arbeit ein Shopping-Abstecher gemacht wird. Nur Umwege im Zusammenhang mit dem Arbeitsweg sind zulässig. Also um gesperrte Straßen herum oder um einen Mitfahrer abzuholen oder zurückzubringen.

Zusätzlichen Schutz garantiert eine Insassenunfallversicherung, die der Fahrer des Wagens abschließen kann. "Das ist eine Ergänzung, aber kein Muß", erklärt Versicherungsprofi Schmitz. "Sie tritt vor allem dann ein, wenn kein Schuldiger festgestellt werden kann. Aber wesentlich sinnvoller ist der Abschluß einer privaten Unfallversicherung. Die hilft nämlich nicht nur bei Unfällen auf dem Arbeitsweg, sondern auch in der Freizeit – also 24 Stunden, rund um die Uhr. Und zwar unabhängig von den Leistungen der gesetzlichen Versicherung oder der Versicherung des Unfallverursachers."

Zusammen fahren, Steuern sparen

Fahrgemeinschaften sparen Kraftstoff – und entlasten damit den Verkehr und die Volkswirtschaft. Deshalb erwähnt sie der Bundeswirtschaftsministers auf seiner Internetseite www.bmwi.de auch ausdrücklich. Was er nicht sagt: Fahrgemeinschaften sparen auch Steuern.

Jeder Mitfahrer kann neuerdings bis zu 5112 Euro Fahrtkosten geltend machen. Nach der aktuellen Formel für 2004: 30 Cent je Entfernungskilometer, auch wenn er nur mitgefahren ist und keinen Tropfen Sprit verfahren hat. Das ist gewaltig, denn 5112 Euro Pauschale gerechnet auf 230 Arbeitstage (Fünf-Tage-Woche) bedeuten 74 Kilometer pro Tag für die einfache Strecke. Selbst mit einem Spardieselmodell kostet die Entfernung hin und zurück locker zehn Euro pro Tag, oder 2300 Euro Spritkosten pro Jahr. Die können sich vier Mitfahrer teilen und trotzdem jeder den Höchstbetrag von 5112 Euro (bei 74 Kilometer Arbeitsweg) ansetzen – so als wäre jeder für sich gefahren.

Zusätzlich kann jeder Mitfahrer die Entfernungspauschale von 30 Cent je Kilometer für alle Tage ermitteln, an denen er seinen eigenen Wagen eingesetzt hat. Das rechnet sich natürlich nur, wenn die Entfernung zum Arbeitsplatz weiter als 74 Kilometer ist, also mehr Kosten entstehen, als die Gesamtpauschale von 5112 Euro ausmacht. Echtes Steuer-Chinesisch. Übrigens: Wer Umwege fahren muß, um Kollegen abzuholen, kann die Mehrkilometer nicht zum Arbeitsweg rechnen.

Im Überblick: Alles zum Thema Kfz-Versicherung

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