Fahrradfahrer

Fahrrad fahren: Pro und Kontra

— 18.08.2011

Fahrrad statt Auto?

Sind Fahrradfahrer die größte Plage der Nation? Oder müssen Autofahrer einfach nur mehr Verständnis für die nicht-motorisierten Verkehrsteilnehmer aufbringen? Zwei Meinungen aus der AUTO BILD-Redaktion.

"Radfahrer sind einfach nur egoistisch und rücksichtslos",
findet Redakteur Stefan Szych.

Was ist des Autofahrers größte Plage? Baustellen? Schlaglöcher? Staus? Nix da, alles Kinderkram. Es sind die Radfahrer! Es gibt sie als durchgeknallte Fahrradkuriere, billige Tour-de-France-Imitate, versehentlich in der Stadt ausgewilderte Mountainbiker, Öko-Jünger mit Kindern im Anhänger oder renitente Rentner. Verkehrsregeln sind für sie unverbindliche Angebote, Ampeln eine Zumutung, und Autos finden sie in etwa so sexy wie Haarausfall bei Heidi Klums Topmodels.

Nummernschilder für Radler

Redakteur Stefan Szych.

Da sind Berufspendler, die – bewaffnet mit Aktentasche, Helm und wenig Zeit – zielsicher jene Lücke zwischen zwei Autos finden, in der sie die größte Verwirrung stiften. Oder die Horden, die in bunten Ganzkörper-Kondomen und schwankenden Dreierpacks nebeneinander für eine Tour de Irgendwo trainieren. Unvergessen auch meine Begegnung mit einem wehrhaften Rentner. Der schmiss mir sein Fahrrad auf die Motorhaube und beschimpfte mich derbe, weil ich ihm angeblich im Weg stand. Als sich meine Schockstarre löste, war er längst weg, und ich wünschte mir zum x-ten Mal die Nummernschildpflicht für Fahrräder. Dann hätte ich den Senior einfach angezeigt. Stellvertretend für alle durch das Öko-Image geadelten Zweirad-Rowdys, die Autofahrer auf der Straße ungestraft schneiden, anpöbeln und manchmal bedrohen dürfen. Viele Radfahrer sind für mich einfach nur egoistisch und rücksichtslos.

Redakteur Bernd Volkens.

"Mit dem Rad zur Arbeit fahren zu können ist Lebensqualität",
sagt Redakteur Bernd Volkens.

Mit dem Flugzeug von Hamburg nach Spanien, mit dem ICE nach Frankfurt und im Auto zur Oma: Jede Fahrstrecke hat ihr perfektes Verkehrsmittel – auch das Fahrrad. Bei mir sind es von der Haustür bis ins Büro exakt 2,1 Kilometer, genau richtig für den Drahtesel. Ich erwähne jetzt mal nichts von Umweltschutz und von den positiven gesundheitlichen Auswirkungen der sportlichen Anstrengung. Geschenkt, für mich viel wichtiger: kein Stress mit der Parkplatzsuche, kein Ärger im morgendlichen Stau. Entspannt radle ich an den hochroten Autofahrerköpfen meiner Kollegen vorbei. Während sie versuchen, in der Innenstadt eine der wenigen, überteuerten Abstellmöglichkeiten zu ergattern, lehnt mein Fahrrad beim Lieblings-Portugiesen: Zeit, einen Galão zu schlürfen.

Was soll der Kampf?

Das ist Lebensqualität! Es gibt aber auch viele Dinge, die nerven: Holprige, mit Pollern verstellte Radwege, eine Verkehrsführung, die an einen Geschicklichkeitsparcours erinnert, und Autofahrer, die aus Frust oder Neid vergessen, dass Fahrräder weder Airbags noch Knautschzone besitzen. Hallo, sind wir etwa Verkehrsteilnehmer zweiter Klasse? Dabei bin ich doch beides: Auto- und Fahrradfan, verstehe das oft überzogen-aggressive Verhalten nicht – Jungs, ich steige doch auch für euch aufs Rad! Ein Konkurrent bei der Parkplatzsuche weniger, und vor der Ampel stehe ich euch auch nicht im Weg. Seid lieb zu mir, sonst fahre ich wieder mit dem Auto zur Arbeit.

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