Senior am Steuer

Fahrtauglichkeits-TÜV

— 01.02.2009

Kein TÜV für Senioren

Ältere Autofahrer sollen nun doch nicht zum "Fahrtauglichkeits-TÜV". Experten auf dem Verkehrsgerichtstag in Goslar sprachen sich gegen eine regelmäßige Überprüfung der Senioren aus.

Älteren Autofahrern bleibt ein "Fahrtauglichkeits-TÜV" erspart, der Kampf gegen Raser auf Autobahnen muss intensiviert werden. Das sind die wichtigsten Empfehlungen, die der 47. Verkehrsgerichtstag in Goslar dem Gesetzgeber gegeben hat. Besonders Senioren dürften aufatmen: Die Verkehrsexperten haben sich gegen eine generelle und regelmäßige Überprüfung der körperlichen und geistigen Tauglichkeit älterer Autofahrer ausgesprochen. Es gebe keinen Zusammenhang zwischen zunehmendem Alter, gesundheitsbedingten Einschränkungen und der Unfallhäufigkeit. Im Einzelfall könnte die Fahrerlaubnis jedoch eingeschränkt werden. Infrage kämen ein Nachtfahrverbot, ein Ausschluss von Autobahnen sowie eine Beschränkung auf Fahrten im Umkreis der Wohnung.

Test-Start für Section Control in einem Bundesland

Mit Hilfe der sogenannten Section Control sollen gefährliche Autobahnabschnitte in Deutschland überprüft werden. Anders als bei festinstallierten Radarfallen, die lediglich an einem Punkt das Tempo messen, wird dabei eine Strecke kontrolliert und ein Durchschnittstempo ermittelt. Dazu werden Fahrer und Auto samt Nummernschild am Anfang und am Ende der Strecke fotografiert. Section Control soll zunächst als Versuch in einem Bundesland starten. Da eine solche Überwachung aus datenrechtlichen Gründen derzeit nicht zulässig ist, empfehlen die Experten eine Gesetzesänderung. Zudem müsse sichergestellt sein, dass die Daten nur zur Tempoüberwachung verwendet werden.

Außerdem empfehlen die Experten, dass die Flensburger Verkehrssünderdatei übersichtlicher und für Autofahrer besser verständlich werden soll. Derzeit gebe es viele schwer nachvollziehbare Regelungen, nach denen Punkte gesammelt und wieder abgebaut werden. Ebenfalls wurde angeraten, dass betrunkene Autofahrer auch weiterhin zur Blutprobe müssen. Dieses Verfahren biete derzeit das einzige geeignetes Beweismittel zur Feststellung der sogenannten absoluten Fahrunsicherheit, lautete das Fazit des Verkehrsgerichtstages. Ein Verzicht zugunsten der Atemalkoholanalyse sei zurzeit nicht sinnvoll.

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