Fahrtraining auf der Opel-Teststrecke

Opel Performance Training Opel Performance Training

Fahrtraining auf der Opel-Teststrecke

— 31.10.2006

Performance Center

Wer wissen will, was ein Opel wirklich kann, geht am besten in den Wald – nach Dudenhofen zum OPC Performance Training.

Dass man manchmal den Wald vor lauter Bäumen nicht sieht, weiß der Volksmund. Ähnlich ist es Im hochgeheimen Opel-Testcenter in Dudenhofen bei Frankfurt – dort sieht man mitunter die Strecke vor lauter Bäumen nicht. Hier verstecken sich auf unübersichtlichen 2,6 Quadratkilometern Erlkönige vor neugierigen Blicken, hier werden in drei Schichten täglich bis zu 40.000 Testkilometer abgespult und seit kurzem auch Fahrsicherheitstrainings angeboten. Hier, im Allerheiligsten der Entwicklungsabteilung von Opel.

Nicht ganz einfach: Slalom im Astra OPC auf nasser Fahrbahn.

Wer die Kontrolle des Werksschutzes am Eingangstor und eine kurze Busfahrt hinter sich hat, hat das Opel Performance Center gewissermaßen gefunden. Mitten im Wald eine riesige Freifläche, auf der sich so ziemlich alles erfahren lässt, was im normalen Straßenverkehr nur in absoluten Ausnahmesituationen nötig sein sollte. An diesem frühen Samstagmorgen wollen 30 Teilnehmer des brandneuen OPC Performance Trainings nicht nur einen verstohlenen Blick hinter die Kulissen werfen, sondern vor allem ihre Skills in Opels Topmodellen verbessern. Objekte der fahrdynamischen Begierde: Vectra und Astra – beide natürlich in der OPC-Version.

Nach kurzer Einführung durch Chefinstruktur und Ex-DTM-Pilot Manuel Reuter geht es bereits hinters Steuer. Die erste Übung in meiner Gruppe unter Anleitung des österreichischen Rallye-Profis Christian Riegler heißt Slalomfahren in der Pylonengasse. Klingt einfach und ist es auch, wenn der Rhythmus stimmt. Und die Sitzposition. Hier gibt es einiges zu korrigieren. Viele glauben gar nicht, wie falsch man sitzen kann. Und lässiges Lenken mit einer Hand oben auf dem Volant ist natürlich auch ein absolutes No-go. Und siehe da: In der richtigen Haltung geht auch der Slalom plötzlich leichter von der Hand. Ganz nebenbei zeigt Opel die Leistung der OPC-Modelle. Die sind laut Jörg Schrott, Leiter Markenkommunikation, "Pfeffer und Salz in einem guten Menü" und dienen dazu, die gesamte Marke zu "emotionalisieren".

Mit Manuel Reuter im Renntaxi

Atemberaubend: mit über 200 km/h durch die Steilkurve.

Das ist schöne Marketingdiktion, die bei der nächsten Übung ganz konkret zu erleben ist. Hier in Dudenhofen gibt es einen Rundkurs in einer einzigen Steilkurve mit bis zu 35° Überhöhung. Den mal mit Vollgas – also jenseits von 200 km/h – zu erfahren, das ist ganz großer Sport. G-Kräfte, die bei der Kurvenfahrt nach unten und nicht seitlich wirken, sind für alle hier neu und lösen Begeisterung aus. Weit näher an der automobilen Wirklichkeit bewegen sich die Ausweichübungen: Erst muss bei voll getretener Bremse ein Hindernis umfahren werden, wofür laut Instruktor Christian Riegler rund 80 Kilo Pedaldruck erforderlich sind. Danach das Ganze ohne Bremsvorgang. Schwierigkeit hier: Eine Ampel zeigt erst im letzten Moment an, ob man rechts oder links am Hindernis vorbeifahren soll. Und noch mal eine schöne Demonstration für die Performance der Autos.

A propos: Manuel Reuter lässt es sich nicht nehmen, die Teilnehmer in einem Astra OPC über die neue Handlingstrecke zu chauffieren. Die ist so frisch, dass der Asphalt gewissermaßen noch dampft. Das könnte natürlich auch von den radierenden Reifen kommen. Mit Herrn Reuter am Steuer wird klar, was man mit einem Auto alles anstellen kann. Das schafft keiner der OPC-Fahrschüler in den eigenen Runden auch nur annähernd so spektakulär. Es bleibt die Erkenntnis, dass das "ESP im Kopf" weit vor dem Regelbereich der Fahrzeugtechnik eingreift. Und wenn der Mut dann doch zu groß ist, hilft manchmal auch der beste elektronische Rettungsanker nicht mehr. Dann schmeißt die unüberwindbare Physik die rot-weißen Hütchen um. So geschehen bei der Gleichmäßigkeitsfahrt auf der Dynamikfläche. Aber extrem rutschiger, weil nasser Asphalt ist natürlich auch besonders fies.

Als sich die Teilnehmer am späten Nachmittag aus Dudenhofen verabschieden, nehmen sie viele Erfahrungen mit nach Hause und vor allem auf die Autobahn. Wer einen Astra OPC oder einen Vectra OPC im Extrem bewegt hat, wird auf öffentlichen Straßen deutlich gelassener. Die Strategie der Rüsselsheimer geht aber vermutlich auch in anderer Hinsicht auf: Beim nächsten Autokauf dürften für einige der Teilnehmer durchaus auch die drei Buchstaben OPC eine Rolle spielen. Spätestens im Showroom des Opel-Händlers soll die Erinnerung an den Tag im Wald wieder mit quietschenden Reifen vor dem geistigen Auge umherfahren. Wer es selbst ausprobieren will, kann den Lehrgang im Internet buchen. Der Preis: 480 Euro.

Diesen Beitrag empfehlen

Anzeige

Automarkt

Finden Sie im Automarkt von autobild.de Ihren Gebrauchtwagen.

Bei autohaus24.de Neuwagen günstig kaufen und Geld sparen.