Fahrtraining im Skoda Octavia RS

Fahrtraining im Skoda Octavia RS auf dem Nürburgring Fahrtraining im Skoda Octavia RS auf dem Nürburgring

Fahrtraining im Skoda Octavia RS

— 24.05.2007

Respekt vor dem Ring

Zwei Tage, fünf Leser, 170 PS: Die Gewinner des Skoda-Fahrtrainings durften Vollgas geben. Aha-Erlebnisse auf dem Nürburgring.

Jens Schütz sitzt wahrscheinlich zu Hause und ärgert sich. Sein Bruder André sitzt dagegen hinter dem Steuer eines Skoda Octavia RS TDI. Und freut sich, das verrät sein Gesichtsausdruck. Er hat – zusammen mit vier anderen autobild.de-Lesern – ein zweitägiges Fahrtraining mit dem 170 PS starken Tschechen gewonnen. Warum sein Bruder Jens etwas bedröppelt ist? "Er gab mir den Tipp, beim Gewinnspiel mitzumachen. Ich habe gewonnen, er nicht", verrät uns André mit einem Grinsen im Gesicht. Das erste Fahrmanöver mit der blauen Dieselrakete hat er schon hinter sich, Slalom durch Pylonen. Hier, auf dem Fahrsicherheitszentrum am Nürburgring. Heute heißt es Grenzbereiche ausloten, das Auto in den Griff bekommen. Morgen dann Vollgas geben – auf der Grand-Prix-Strecke des Nürburgrings.

Viel Spaß beim Abfangen

"Ich hoffe, ihr habt alle gut gegessen", scherzt Instruktorin Petra Diederich. "Erhöhten Anpressdruck können wir jetzt nämlich gebrauchen." Petra ist unsere Instruktorin, nur für die Gewinner da. Was die ehemalige Rennfahrerin meint, nennt sich Schleuderplatte. Das rechteckige Metallding liegt friedlich vor uns, eingelassen im Asphalt. Den bewässern gerade mächtige Sprinkler, fast wie den Rasen im Garten. Nur drauflegen ist nicht so gemütlich: Die Schleuderplatte ist beweglich. Sensoren registrieren, wenn ein Auto drüberfährt. Die Vorderachse bleibt verschont. Sobald die Hinterreifen drauf sind, reißt ein Hydraulikzylinder die Platte blitzartig zur Seite. Das Auto schleudert. Viel Spaß beim Abfangen – auf nasser Fahrbahn.

Gegenlenken: Die Schleuderplatte verreißt das Heck, der Fahrer korrigiert.

Also los. Sascha fährt normalerweise einen Opel Astra Caravan. Die Wucht der 350 Newtonmeter Drehmoment knallt ihn jetzt in den Sitz des Skoda. Zisch – das Auto fährt ins Nasse, schön geradeaus. Dann bricht das Heck aus, Sascha lenkt gegen. Nach einigem Taumeln und Schlingern fährt der RS wieder geradeaus. Gut, dass das ESP an war. Nach einigen Durchgängen bittet Petra, den elektronischen Helfer auszuschalten. Das schafft Respekt, denn es hagelt Dreher ohne Ende. Die Rallye-Cracks Matthias Kahle und Manfred Hiemer geben Nachhilfe – vom Beifahrersitz aus. "Links, links, links – jetzt rechts!" Die Steuerbefehle der Profis helfen. Einige Versuche später fängt jeder den Wagen ab. Und Manfred Hiemer lobt unsere Gewinner: "Der Knoten ist mit ein bisschen Hilfestellung bei allen geplatzt. Jetzt läuft's auch ohne uns!"

Pokal von Rallye-Ass Matthias Kahle

Fahrzeugbeherrschung, die muss sitzen. Morgen soll auf dem Ring nichts schiefgehen. Also geht es zur Vertiefung noch auf eine andere Bahn. Wasserfontänen bauen sich hier urplötzlich vor den Autos auf, Ausweichen ist angesagt. Hier eine gute Figur zu machen braucht seine Zeit, wie selbst autobild.de-Leser Robert Müller eingesteht, obwohl er Alltags-Erfahrung mit einem Octavia RS als Benziner hat: "Der Tag heute schafft Sicherheit, um mit dem nötigen Respekt auf die Rennstrecke zu gehen." Und Martin Stolz fügt hinzu: "Hier auf dem Übungsplatz ist genug Platz für Fehler. Morgen werden wir nicht so große Auslaufzonen haben." Zum Abschluss des Tages wird es lustig: Beim "Einkaufswagen-Wettbewerb" müssen die Teilnehmer einen Fabia durch einen Parcours lenken. Ohne Hinterräder, dafür mit frei beweglichen Rollen. Es geht auf Zeit. Jede umgenietete Pylone bestraft Petra knallhart mit zehn Sekunden, die sie draufrechnet. André Schütz schlägt sich beachtlich. Nicht nur in unserer Gruppe. Bevor es ins Hotel geht, steht er ganz oben auf einem Siegertreppchen, bekommt von Matthias Kahle einen Pokal in die Hand gedrückt. Er war der Beste im Fabia.

Rat und Fahrt: Instruktorin Petra erklärt unseren Gewinnern die Strecke.

Der Weckruf kommt um 6:30 Uhr. Und das an einem Sonntag. Aber unser Trupp steht pünktlich zur Abfahrt bereit. Heute geht es auf den Ring. Motivation pur, besser als der stärkste Kaffee. Doch bevor Sascha, André, Robert und Martin echtes Renngefühl tanken dürfen, müssen sie erst einmal den Streckenverlauf fleißig pauken. Genauso wie Matthias Gally, unser fünfter Gewinner, der gestern nicht kommen konnte. "Ich habe schon an zwei Sicherheitstrainings teilgenommen. Da lernt man zwar was, aber im Gegensatz hierzu sind die sehr steril. Immer nur einzelne Fahrübungen, hier kommt alles auf einmal!" Wie recht er hat. Denn Petra ist schon ziemlich flott unterwegs. Sie fährt voraus, gibt die Linie vor. Immer nur ein paar Kurven der Strecke, dann drehen wir um, noch mal. Anschließend fährt jeder den Sektor alleine. "Naaa, bleibst Du wohl von der Bremse weg!", tönt Petras Stimme aus dem Funkgerät, das auf dem Beifahrersitz festgeschnallt ist. Von außen guckt sie sich nun den Fahrstil an, korrigiert jede Auffälligkeit. Sektor für Sektor, bis die ganze Strecke sitzt. Das dauert etwas länger als zwei Stunden. Kleine Pause.

Noch einmal durchatmen, dann "Freies Fahren"

In den anderen Gruppen tanken einige Teilnehmer schon fleißig an der Zapfsäule im Fahrerlager. Bei uns fließt nur Cola und Apfelschorle. Die 200-PS-Benziner sind offenbar deutlich durstiger als unsere Diesel-Flotte. Petra erklärt, dass sie gleich zum letzten Mal vorfahren wird, über die ganze Strecke. Danach steht "Freies Fahren" auf dem Programm, Höhepunkt der Veranstaltung. Petra ist anzumerken, dass es nun ernst wird. "Wenn ihr das Gefühl habt, dass ihr euch nicht mehr richtig konzentrieren könnt, fahrt lieber an die Box und macht eine Pause, okay?" Ihre Stirn ist gerunzelt, eindringlich wandert ihr Blick durch die Runde. Kopfnicken. Noch mal durchatmen und rein in die Octavia RS.

Ordentlicher Ruck: Eine kleine Senke wartet in der Mercedes-Arena.

Beim Guidefahren geht es nun munter zur Sache – und dann richtig ab. Am Ende der Start- und Zielgeraden erreichen die Autos rund 180 km/h. Runterbremsen – besser gesagt: richtig zusammenstauchen – bis auf 60 km/h und in die Mercedes-Arena einlenken. Die Reifen quietschen, ein Ruck auf der rechten Seite, verursacht durch die leichte Senke, dann wieder voll aufs Gas. Unsere Gewinner sind im Adrenalinrausch: "Das ist einfach nur geil!", ruft uns Martin entgegen, als er aus dem Auto steigt. "Das Sicherheitstraining war nicht mein erstes, aber mein bestes – und hat vieles wieder aufgefrischt." Tolle Kombination. Ähnliches sagen alle Teilnehmer, bevor sie nach Hause fahren. Nur André Schütz bleibt noch ein wenig. Als Überraschung für seinen Sieg beim "Einkaufswagen-Wettbewerb" schenkt ihm Skoda eine Runde auf der Nordschleife mit Matthias Kahle am Steuer. Sein Bruder Jens wird es in Zukunft bestimmt für sich behalten, wenn es bei autobild.de was zu gewinnen gibt.

Autor: Martin Westerhoff

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