Faszination Ferrari

Faszination Ferrari

— 15.03.2007

Raserei aus Leidenschaft

Dass ein Ferrari schnell ist, gehört zur DNA der Marke. Doch das reine Tempo gilt bei den Roten aus Maranello schon längst nicht mehr als wichtigstes Entwicklungsziel. 300 km/h waren schon 1960 möglich.

"Wir haben keine andere Wahl, als weiter Rennen zu fahren" – diese Aussage bringt auf den Punkt, was Ferrari von allen anderen Automarken unterscheidet: Der Mythos entstand aus dem Rennsport und ist dort tief verwurzelt. Kein Ferrari-Kunde käme auf die Idee, er finanzierte durch einen Kauf die teure Profilierungssucht eines Großkonzerns mit. Im Gegenteil. Die Auto-Geschichte des "prachtvollen alten Tyrannen" (Zitat Niki Lauda) Enzo Ferrari begann mit einem kehlig-rauen Urschrei aus zwölf Zylindern, setzte sich fort mit der Leidenschaft, Rennen zu gewinnen, und mündete nur in den Bau straßentauglicher Autos, um die Rennambitionen zu finanzieren. Dabei blieb Ferrari immer bei kleineren Stückzahlen – ein Segen für Marke, Besitzer und Mythos.

1960 fiel die 300er-Marke

Ferrari 400 Superamerica: erster Seriensportler aus Maranello mit mehr als 300 km/h Vmax.

Die magische 300-km/h-Marke erreichte als erster Straßenferrari der 400 Superamerica – sofern man den Werksangaben Glauben schenkt – bereits im Jahr 1960. Das reicht immerhin noch für Platz acht in unserer Top Ten der schnellsten Straßen-Ferari aller Zeiten (siehe unten). Allerdings gab es bereits früher für Kunden produzierte Ableitungen potenter Rennwagen, die aber in der offiziellen Ferrari-Datenbank nicht als Straßenfahrzeuge gelistet sind. Eine Zäsur in der Philosophie des Sportwagenbaus markierte der 365 GT/4 BB im Jahr 1971. Er steht für die Abkehr vom Frontmotor-Konzept und erreichte mit einem V12-Mittelmotor mit 4,4 Liter Hubraum und 180 Grad Zylinderwinkel – quasi ein Boxermotor – eine Höchstgeschwindigkeit von 302 km/h.

Technologie-Transfer zwischen Rennen und Straße

Ferrari F40: selbstgemachtes Geschenk zum 40. Geburtstag.

Die Achtziger brachten auch im Rennsport die Turbo-Ära und waren die Geburtsstunde des GTO mit V8- Biturbo. Der war eigentlich für Renn- und Rallyeeinsätze gedacht, scheiterte aber an der Homologation für die Gruppe B. Zur gleichen Zeit erblickte der legendäre Testarossa mit klassischem V12 und aerodynamisch ausgefeilter Karosse das Licht der Welt. Ende der 80er feierte Ferrari mit dem F40 nicht nur seinen 40. Geburtstag, sondern setzte auch im Technologie-Transfer zwischen Rennen und Straße einen neuen Maßstab. V8-Biturbo, Groundeffekt-Unterboden und Kevlar-Karosserie machten den F40 zum Überflieger. Bisheriger Höhepunkt und schnellster Ferrari aller Zeiten: der Enzo. Ein gewaltiges Stück Rennflair für betuchte Kunden.

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