Feinstaubdebatte

Feinstaubdebatte

— 24.03.2006

Filter-Fortschritt

60 Prozent aller deutschen Diesel haben bereits Partikelfilter – jetzt kann das Nachrüstprogramm für Altfahrzeuge starten.

Während die Politik bei der Debatte um die effizienteste Luftreinhaltungs-Strategie eine Denkpause einlegt, macht die deutsche Automobilindustrie Fortschritte: Mittlerweile sind 60 Prozent aller neuen Diesel-Pkw mit Partikelfilter ab Werk zu haben. Im vergangenen Jahr war es erst ein Fünftel aller Modelle. Diese Strategie soll beibehalten werden, kündigt VDA-Präsident Bernd Gottschalk an: Die deutsche Automobilindustrie als Marktführer bei Dieselpartikelfiltern "wird ihre Strategie konsequent fortsetzen, den Diesel auch in seinen ökologischen Qualitäten weiter zu fördern".

Hersteller und Zulieferer bereiten sich zur Zeit auf ein umfangreiches Nachrüstprogramm für Altfahrzeuge vor. Was ihnen fehlt, ist ein klares Wort von der Regierung: "Wir warten auf das politische Startsignal für die längst versprochene steuerliche Förderung", so Gottschalk. Nachdem das Kabinett erst die Plakettenpflicht für alle eingeführt hat, die Länder sich aber mit der Umsetzung Zeit lassen und Umweltminister Sigmar Gabriel anschließend laut über eine steuerliche Belastung von Altfahrzeugen ohne Filter anstelle aktiver finanzieller Förderung der Nachrüstung nachdachte, ist es wieder still geworden um die Feinstaub-Debatte. Derweil nimmt die Partikel-Konzentration in vielen deutschen Innenstädten zu – nach Einschätzung des VDA wird die 35. Überschreitung des zulässigen Wertes, nach der Fahrverbote drohen, noch früher stattfinden als im vergangenen Jahr. Anstatt sich einseitig mit dem Individual-Verkehr zu beschäftigen, sollte daher die Komplexität des Themas Feinstaub endlich erkannt werden.

Auch der ADAC bemängelt: Bei der Problembeseitigung wurde bisher außer Acht gelassen, daß Diesel-Pkw in Innenstädten nur zu weniger als zehn Prozent an der Emission von Rußpartikeln beteiligt sind. Es wäre also angebracht, so der VDA, jetzt die Konsequenzen aus der Tatsache zu ziehen, dass hohe Feinstaubkonzentrationen in der Regel mit austauscharmen Wetterlagen einher gehen und schon dieses rein witterungsbedingte Phänomen maßgeblich zu den Überschreitungen beiträgt. Bernd Gottschalk: "Auch noch so rigorose Fahrverbote in Innenstädten ändern daran nichts."

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