IAA NFZ 2014 Hannover: Feldversuch mit Lang-Lkw

Feldversuch mit Lang-Lkw: IAA NFZ 2014

— 26.09.2014

Dobrindt schiebt Gigaliner an

Die umstrittenen Riesen-Laster könnten bald zum Straßenbild gehören. Verkehrsminister Dobrindt will die Lang-Lkw für den Regelbetrieb zulassen. Gegner fürchten die Gigaliner.

In engen Kurven wird die Überlänge der Gigaliner deutlich. Ihre Gegner warnen vor mehr Unfällen und Staus.

(dpa/brü) Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt will freie Fahrt für die hierzulande umstrittenen überlangen Lkw. "Mein Ziel ist der Regelbetrieb. Wir brauchen die Lang-Lkw auf unseren Straßen", sagte der CSU-Politiker am 25. September auf der Nutzfahrzeugmesse IAA in Hannover. Die oft verstopften Autobahnen sind ein Streitpunkt beim Gigaliner. Gegner fürchten, dass die überlangen Lkw noch mehr Güterverkehr von der Schiene auf die Autobahnen verlagern. Zudem seien die Straßen hierzulande nicht auf XXL-Laster ausgelegt. Die Lkw in Überlänge gefährdeten in den Städten womöglich Fußgänger und Radler stärker als Brummis mit gewöhnlichen Maßen. Die Gigaliner sind mit ihren 25,25 Metern knapp sieben Meter länger als bisher erlaubt.

VW-Chef auf der IAA Nutzfahrzeuge 2014

In die Schranken gewiesen: Gigaliner am Bahnübergang

Zwei Gigaliner transportieren so viel wie drei normale Lastwagen, rechnet das Bundesverkehrsministerium vor.

Der Minister verwies auf den jüngsten Zwischenbericht der Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt) zum laufenden Feldversuch mit den Lang-Lkw. Demnach können zwei Riesenlaster drei reguläre Lkw ersetzen. Dobrindt sagte, das Zwischenergebnis des Tests unterstütze eindeutig eine generelle Zulassung der XXL-Laster. Einige der im Vorfeld geäußerten Bedenken entkräftet der BASt-Bericht. So ergebe sich kein erhöhter Erhaltungsaufwand für die Infrastruktur, den Kritiker aufgrund des hohen Gewichts der bis zu 44 Tonnen schweren Fahrzeuge vermutet hatten. Auch Probleme beim Bremsverhalten oder Hinweise auf größeren Stress oder eine erhöhte psychologische Beanspruchung der Fahrer seien nicht zu beobachten.

Die Highlights der IAA Nutzfahrzeuge

Verengte Fahrstreifen und Parken kritisch

Bei einem auf fünf Jahre angelegten Feldversuch werden die über 25 Meter langen XXL-Laster im Alltag getestet.

Ganz problemlos gestaltet sich der Versuch mit den Riesenlastern aber doch nicht. Kritisch sieht die BASt das Fahren auf verengten Fahrstreifen, besonders in Autobahnbaustellen, das Überholen durch Pkw an solchen Stellen und auf der Landstraße sowie das Parken. Die Riesen-Lkw passen nicht auf viele der bestehenden Parkflächen, von denen es zudem schon jetzt nicht annähernd genug gibt. Auch Kritiker hatten vor dem Feldversuch moniert, dass überholwillige Autofahrer die Länge der überlangen Vehikel nur schwer einschätzen könnten, was das Überholen gefährlicher machen würde. Insgesamt beteiligen sich 39 Unternehmen mit 80 Lang-Lkw an dem Fahrversuch. Erst Anfang September wurde das nutzbare Straßennetz für den Feldversuch um 120 neue Strecken erweitert. Es hat nun eine Länge von fast 10.150 Kilometern.

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Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) warb für eine ergebnisoffene Bewertung des Lang-Lkw-Versuchs. Innovative Ideen seien wichtig gerade vor dem Hintergrund des teuren Ausbaus der Straßen. "Unser Anzug Infrastruktur droht nicht nur zu klein zu werden. Er droht auch fadenscheinig und löchrig zu werden", sagte Weil. Bund, Länder und Kommunen ringen regelmäßig um Etats für Investitionen ins Straßennetz.

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