Felgen lackieren: Schritt für Schritt

Felgen lackieren: Tipps und Anleitung

So werden die Felgen wie neu

Felgen zu lackieren ist eine Möglichkeit, den Rädern wieder Glanz zu verleihen. AUTO BILD sagt, was die Profi-Lackierung kostet und welche Alternativen es gibt. Plus: eine Schritt-für-Schritt-Anleitung zum Selbermachen.
Wer seinem Wagen mal schicke, neue Aluräder gegönnt hat, weiß: Felgen können den Look des ganzen Autos verändern. Aber was, wenn sie nicht mehr schön sind? Ein neuer Satz geht stark ins Geld. Eine andere Möglichkeit ist, die Felgen zu lackieren und ihnen damit frischen Glanz zu verleihen. Wer dabei ein makelloses Ergebnis erwartet, sucht mit seinen Felgen am besten den Weg zum Lackierer. Der Profi hat das Equipment und staubfreie Räumlichkeiten, um optimale Ergebnisse zu erzielen. Dafür liegt man hier aber schnell bei Kosten zwischen 75 und 150 Euro pro Felge – anschließende Montage und Wuchten der Reifen noch nicht mit eingerechnet. Deutlich günstiger ist es, die Felgen selbst zu lackieren – sofern man mit kleinen Farbunterschieden leben kann. Die Kosten für das Equipment liegen zwischen 50 und 100 Euro. Die Anleitung gibt's hier:

Schritt für Schritt erklärt: Felgen lackieren

Felgen-Schäden, die tiefer als zwei Millimeter gehen, dürfen auch vom Fachmann nicht repariert werden.

Wer seine Alu- oder Stahlfelgen selbst lackieren möchte, sollte vor allem über zwei Dinge verfügen: Ein paar Stunden Zeit und Geduld. Die Felgen wieder aufzuhübschen ist zwar nicht ganz so aufwendig wie die Lackierung von Karosserieteilen, aber auch hier sind mehrere Reinigungs-, Schleif- und Lackierungsvorgänge nötig. Das Wichtigste zu Beginn ist eine gründliche Reinigung: Die Felge muss sauber, fett- und staubfrei sein, bevor sie lackiert werden kann. Dazu eignet sich für die groben Verschmutzungen vor allem Felgenreiniger, der Bremsstaub effektiv löst. Wichtig: Auch die Innenseite der Felge säubern. Für hartnäckigen Schmutz kann Reinigungsknete genutzt werden. Bei Stahlfelgen darauf achten, dass zuvor auch Rost gründlich entfernt wird. Wer sich das Lackieren leichter machen möchte, entfernt den Reifen von der Felge. Ansonsten kann er auch sorgfältig abgeklebt oder -gedeckt werden (z.B. mit Kärtchen, die zwischen Felge und Reifen geklemmt werden). Alles, was nicht lackiert werden soll, wird abgeklebt. Auch das Innere der Felge. Wer ausgefranste Ränder vermeiden will, klebt die Ränder des Kreppbands zusätzlich mit Isolierband ab. Tipp: Auf einem Felgenbaum ist die Felge gut von allen Seiten zugänglich. Die ausgesuchten Lacke sollten für das Material der Felge passend sein. Für Aluräder gibt es beispielsweise spezielle Grundierungen und Farblacke. Außerdem: Unbedingt auf die richtige Kleidung achten, am besten einen Schutzanzug tragen – vor allem aber eine Atemschutzmaske!
Ausrüstung:
• Schleifpapier in verschiedenen Körnungen
• Silikonentferner
• Grundierung
• Farbiger Felgenlack
• Klarlack

Schritt 1: Kratzer und leichte Schäden mit grobem Schleifpapier (200er-240er) abschleifen.
Schritt 2: Die ganze Felge mit 400er/600er-Schleifpapier nass aufrauen. Sorgfältig arbeiten und jede Stelle schleifen, ansonsten hält der Lack nicht richtig.
Schritt 3: Felge trocknen und mit Silikonentferner reinigen. Anschließend nochmal mit Staubbindetuch abwischen.
Schritt 4: Grundierung in ausladenden, horizontalen Bewegungen aufsprühen. Währenddessen langsam um die Felge herumgehen, damit die Grundierung gleichmäßig aufgetragen wird.
Schritt 5: Trocknungszeit der Grundierung abwarten. Danach Felge erneut nass abschleifen, trocknen und reinigen (Silikonentferner, Staubbindetuch).
Schritt 6: Felgenlack in der gleichen Weise auftragen wie die Grundierung. Mit einer dünnen Schicht beginnen, kurz trocknen lassen und ein bis zwei weitere Schichten auftragen, bis die Farbe gleichmäßig aussieht. Achtung: Weniger ist mehr, wird zu viel Lack aufgesprüht, können sich Tränen bilden.
Schritt 7: Wenn der Farblack trocken ist, die Felge mit Staubbindetuch abwischen und den Klarlack auftragen.

Alternativen zur klassischen Lackierung

Alternativ können die Felgen auch foliert werden. Zum Selbermachen eignet sich dabei die Sprühfolie. Sie wird in ähnlicher Weise wie der Farblack aufgebracht, hat allerdings den Vorteil, dass sie sich nach ca. 48 Stunden Trocknungszeit einfach wieder abziehen lässt. In der professionellen Felgeninstandsetzung hat sich in den letzten Jahren die Pulverbeschichtung als Alternative zum Nasslackieren durchgesetzt. Dabei werden die Felgen zunächst von alten Lackresten, Schmutz und Rost befreit. Anschließend werden sie sandgestrahlt. Zur Beschichtung wird ein spezieller Pulverlack auf die Felge gesprüht. Ist der Lack aufgebracht, kommen die Felgen in einen 180-200 Grad heißen Ofen. Dadurch schmilzt das Pulver und verbindet sich zu einer festen Schicht. Diese Methode hat den Vorteil, dass der Lack kratzfester ist, als bei einer "normalen" Lackierung. Dafür birgt sie die Gefahr, dass es auf der Oberfläche zu leichten Unebenheiten kommt (sog. Orangenhaut). Die Kosten dafür liegen ähnlich wie die einer klassischen Lackierung beim Profi.

Lackieren von Chromfelgen

Die Krux bei Chromfelgen: Es handelt sich dabei um Alufelgen, die lediglich mit einer Schicht Chrom überzogen – also verchromt – sind. Sind die Felgen zerkratzt, lässt sich das Erscheinungsbild nicht mit ein paar Schleif- und Poliervorgängen selbst wiederherstellen. Zwar gibt es spezielle Chromlacke, die einer echten Verchromung sehr ähnlich sehen sollen, doch sie sind meist nicht besonders haltbar. Außerdem sollten Chromfelgen wenn überhaupt nur vom Profi lackiert werden. Um die besonders glatte Chromschicht aufzurauen, kann der Einsatz von Säure notwendig sein, da sollte der Fachmann ran. Und ob sich das Ergebnis danach sehen lassen kann, ist auch offen. Wie neu werden die Felgen hingegen, wenn sie ganz neu verchromt werden. Diese sogenannte Galvanisierung, mit der das beste Ergebnis erzielt wird, ist allerdings ziemlich teuer: In der Regel muss man mindestens mit 300 Euro pro Felge rechnen. Günstiger ist eine SLC-Beschichtung (SLC = Surface like chrome). Sie funktioniert ähnlich wie die Pulverbeschichtung. Die Preise variieren stark, aber meist liegen sie zwischen 150 und 250 Euro pro Felge. Allerdings muss man in Kauf nehmen, dass das der Glanz nach einer SLC-Beschichtung nicht so stark ist, wie nach einer echten Verchromung. Die dritte Alternative ist die Hochglanz-Verdichtung. Dabei werden die Felgen zusammen mit Schleifkörpern in einer Maschine 24 bis 48 Stunden lang durchgeschüttelt. Die Schleifkörper dringen in kleine Unebenheiten und bringen die gesamte Oberfläche wieder zum Glänzen. Der Haken: Dabei wird die Oberfläche verändert und die Felge müsste durch ein neues TÜV-Gutachten zugelassen werden.

Tipps zum Felgen lackieren

• Weist die Felge tiefere Kratzer oder Schäden auf, kommt man um den Besuch beim Profi nicht herum. Die Instandsetzung von Felgen ist nur zertifizierten Fachbetrieben erlaubt. Doch auch hier gibt es Grenzen. Reicht ein Schaden tiefer als zwei Millimeter, dürfen die Felgen nicht mehr repariert werden. Sie wären dann nicht mehr für den Verkehr zugelassen.
• Wer auf die Profi-Lackierung nicht verzichten möchte, aber trotzdem sparen will, kann mit dem Betrieb vereinbaren, die Vorarbeit selbst zu übernehmen (Demontage, Altlack abschleifen). So lässt sich der Preis manchmal sogar um die Hälfte reduzieren.
Produkte zur Felgen-Lackierung

Grundierung

Felgenlack

Klarlack

Sprühfolie

Reifenabdeckung

Felgenbaum

Silikonentferner

Staubbindetücher

Atemschutz

Schutzanzug

Kreppband

Schleifpapier

Autor: Lena Trautermann

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