Felipe Massa im Interview

Felipe Massa im Interview

— 17.08.2009

"Fünf Prozent fehlen noch"

Nach seinem schweren Unfall beim GP Ungarn in Budapest vor drei Wochen hat Ferrari-Pilot Felipe Massa jetzt sein erstes langes Interview gegeben. autobild.de durfte vorab in Sao Paulos Tageszeitung "Folha" nachlesen.

Sao Paulo, Sonntagmittag. Gerade ist die Pasta für Ferrari-Teamchef Stefano Domenicali – für nur einen Tag extra aus Italien angereist – fertig geworden. Und Felipe Massa kann schon wieder lachen. "Ich kann mich an keine einzige Szene des Unfalls erinnern", sagt der Brasilianer, "nur an mein Gesicht. Als ich aufwachte, war es super geschwollen und ich fühlte mich wie ein Elefant." Massa weiter: "Der Unfall existiert einfach nicht in meinem Kopf. Auch wenn ich mit viel Kraft versuche mich zu erinnern, ist da nichts. Ich kenne die Bilder nur aus dem Fernsehen." Auch an die Szenen bei der Erstversorgung im Medical Center hat der Ferrari-Pilot keine Erinnerung: "Ich weiß, dass ich schrie und fluchte. Aber das war nicht ich. Ich legte meine Hand auf meine Wunde, tat Dinge, die ein wacher Mensch tut. Aber ich weiß von all dem nichts mehr."

Keine Angst vor der Rückkehr ins Cockpit

Schrecksekunde: Der schwer verletzte Massa wird nach seinem Crash in Ungarn mit dem Hubschrauber ins Krankenhaus gebracht.

Deshalb hatte der 28-Jährige schon wieder das Fahren im Kopf, als er nach der Stirnbein-OP aus dem Tiefschlaf geweckt wurde. "Ich rechnete mir aus, dass ich noch drei Wochen bis Valencia Zeit hätte und dachte, ich sei dann wieder fit. Heute verstehe ich, dass es ein schwerer Unfall war und ich zu warten habe." Angst vor einer Rückkehr ins Cockpit habe er trotzdem nicht. "Psychologisch sollte das kein Problem sein. Der Unfall war einfach nur eine dumme Sache. In meinem Kopf hat sich nichts verändert. Als ich im Krankenhaus aufgewacht bin, kannte ich alle Namen und habe in drei Sprachen (portugiesisch, italienisch, englisch; die Redaktion) gesprochen. Meine Frau sagt, ich habe mich nicht verändert. Mein Bruder, meine Mutter, mein Vater – alle sagen, ich sei noch der Gleiche. Jetzt hängt alles von der weiteren Heilung ab."

Domenicali: "Genesung verläuft sehr gut"

Ferrari-Teamchef Stefano Domenicali zuversichtlich, hält aber nichts von einem überstürzten Massa-Comeback.

Von einem verfrühten Comeback will Massa aber nicht sprechen. "Ich bin kein Arzt. Meiner Meinung nach muss ich mich noch ein wenig verbessern, denn 95 Prozent sind nicht 100 Prozent. Aber ich mache mir deshalb keine Sorgen. Wenn mir meine Ärzte die Freigabe erteilen, bin ich innerhalb von einer Woche körperlich wieder fit." Massa hatte beim GP Ungarn bei Tempo 220 eine 800 Gramm schwere Fahrwerks-Feder des vor ihm fahrenden Brawn GP von Rubens Barrichello an den Kopf bekommen. Folge: Gehirnschwellung und Stirnbeinbruch. Doch auch Ferrari-Teamchef Stefano Domenicali ist von der Genesung seines Fahrers beeindruckt: "Felipe ist in exzellenter Form und seine Genesung verläuft sehr gut", erklärte der Italiener auf der Ferrari-Homepage. Die medizinischen Tests der vergangenen zwei Wochen seien "sehr ermutigend" gewesen. Einem überstürzten Comeback erteilte Domenicali allerdings eine Absage: "Es ist wichtig, geduldig zu bleiben und einen Schritt nach dem anderen zu machen, ohne jede Eile."

Autor: Bianca Garloff

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