Fernbusmarkt: Pläne

— 08.01.2013

Neue Zielgruppen gesucht

Der Markt für Fernbuslinien ist freigegeben worden – nun will die Branche den Bustourismus für neue Kundenkreise attraktiver machen. Das sind die Pläne.

(dpa) Seit Anfang 2013 haben innerdeutsche Fernlinienbusse mit Wegfall einer alten Bahn-Schutzklausel freie Fahrt. Insbesondere mehr Individualreisende sollen nach Wunsch des Internationalen Bustourismus-Verbands für eine Reise innerhalb Deutschlands vom eigenen Auto auf den Bus umsteigen. Die Marktöffnung berge erhebliches Potenzial für die Reisebusunternehmen, unterstrich der Internationale Bustourismus-Verband (IBV) bei einem Branchentreffen am 7. Januar 2013 in Dortmund. Zwar ist mit Wegfall der Schutzklausel für die Schiene  die Zahl der Fernbuslinien nicht sprunghaft in die Höhe geschnellt, zahlreiche Anträge für Buslinien seien aber gestellt. "Ich bin sicher, dass wir in Kürze ein Vielzahl von Anbietern haben werden", sagte IBV-Präsident Richard Eberhardt. "Wir sehen uns dabei weniger als Konkurrenz zur Bahn als zur Fahrt im eigenen Pkw", betonte er. Eine Chance für erfolgreiche Fernbuslinien sieht er insbesondere bei Ost-West-Verbindungen, die über die Schiene oft nicht gut zu erreichen seien.

Bahn bekommt Konkurrenz: Weg für Fernbusse frei

Der Reisebus ist bisher insbesondere für Gruppen von Jugendlichen und Senioren das Verkehrsmittel der Wahl. 59 Prozent aller Busreisenden sind derzeit über 60 Jahre alt, junge Reisende stellen mit 17 Prozent das zweite wichtige Segment dar. Um mehr Fahrgäste zwischen 30 und 60 Jahren anzusprechen, will die Bustourismus-Branche ihr Image aufpolieren. "Dem Bus fehlt ein sexy Image", sagte Eberhardt. Die Branche stecke in einem Dilemma: Der Bus werde zwar als preiswertes und umweltfreundliches Verkehrsmittel wahrgenommen, gelte aber nach wie vor als altmodisch. "Und häufig weckt der Reisebus beim Verbraucher negative Erinnerungen an die Schulzeit", so Eberhardt. Mit dem Slogan "Bus – Luxus für alle" sollen künftig die meist mittelständischen Busunternehmen in Deutschland gemeinsam auftreten.

Mehr Infos: Fernbus-Linienverkehr "von Fesseln befreit"

Wilhelm Schmidt aus dem IBV-Vorstand sieht die Unternehmer selbst in der Pflicht, Busse und ihre Wahrnehmung in der Bevölkerung zu verbessern: "Das Erscheinungsbild vieler Busse ist grottenschlecht", so Schmidt. Mit Designwettbewerben sollen etwa die meist mittelständischen Busunternehmer dazu ermuntert werden, ein Augenmerk auf moderne Gestaltung ihrer Fahrzeuge zu richten. Damit die Menschen das wachsende Fernbusangebot auch gerne nutzten, sei ein Ausbau der Bushaltestellen wichtig: "Müssen die Kunden von zugigen, ungemütlichen Terminals an- und abreisen, bleibt das Angebot unattraktiv", unterstrich Schmidt.

Diskussion: Verstopfen Busse bald die Autobahnen?

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Kommentare zum Artikel (1)

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Helmut K.
17.01.2013, 16:47Uhr

Da wird seitens des IBV ein Rieseenbohey um die mangelnde Attraktivität der Fernlinienbusse gemacht. Warum verweist man nicht auf die Fernlinienbuse in den USA? Man beuieht sich doch auch in anderen Lebensbereichen auf den "American Way Of Life", warum nicht auch hier? Doch nicht nur in den USA, sondern auch hier in Europa sind in anderen Ländern Fernbusse gang und gäbe. So, z. B. in Italien, Frankreich und Schweden. Dort werden diese Möglichkeiten gerne und häufig angenommen. Man müsste sich nur vom Erscheinungsbild der Busse der "Touring" abheben, denn diese "Gastarbeiter - Frachter" wären keine Zierde für den IBV.

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