Ferrari 360 Challenge Stradale

Ferrari 360 Challenge Stradale

— 15.05.2003

Mehr Leistung, weniger Gewicht

Rennsport fr die Strae: Der Ferrari 360 Challenge Stradale bietet den perfekten Kompromiss.

Musterbeispiel fr Leichtbau

"Einen Ferrari tunt man nicht", betont Firmenchef Luca di Montezemolo, wenn die Sprache aufs Verfeinern seiner Edelsportwagen kommt. Nur gegen hausinterne Umbauten hat er offenbar nichts. Denn mit dem Challenge Stradale bietet Ferrari jetzt ein Tuningmodell aus eigener Werkstatt. Auf den ersten Blick sieht er aus wie ein normaler 360 Modena. Doch schon das ffnen der Tr verrt: Hier steht ein ganz besonderer Ferrari. Mitteltunnel, Armaturengehuse, Sitze, Trtafeln berall glnzt schwarze Kohlefaser.

Der Stradale ist ein Musterbeispiel fr Leichtbau. Fahrwerkfedern, Pleuelstangen und Radbolzen sind aus Titan. Nur 1180 Kilo bringt der Stradale auf die Waage; 110 weniger als ein Modena, 200 weniger als der Super-Porsche Carrera GT. Gestartet wird das Federgewicht mit einem roten Startknopf. Wie bei einem Rennauto. Nichts anderes soll der aufgemotzte Alu-Zweitrer sein: ein waschechter Wettbewerbswagen, ein Pistenschreck.

Die Karbon-Keramik-Bremsanlage ist aus der Formel 1 abgeleitet. An die erinnert auch der Auspuff. Der trompetet ab 4000/min derart ungeniert seine "Forza!"-Fanfaren aus den vier Endrohren, dass bei der Vorbeifahrt am Caf der Espresso aus den Tassen schwappt. Wie nur konnte diese Abgasanlage eine Straenzulassung bekommen?

Perfekter Kompromiss

Das Geheimnis des akustischen Feuerwerks ist eine Klappensteuerung, die bei hheren Drehzahlen einen Bypass ffnet und den Staudruck reduziert. Das geht nicht nur auf die Ohren, sondern bringt auch mehr PS. Auerdem wurde die Kompression erhht, Kanle und Steuerzeiten optimiert sowie die Ventilfedern verbessert. Die Leistung des Vierlitermittelmotors steigt so von 400 auf 425 PS.

Mit 118,5 PS pro Liter Hubraum ist der Stradale der strkste Achtzylinder, den Ferrari jemals in einen Straenwagen eingebaut hat. Das ist zu spren. Besonders im Race-Modus (verkrzte Schaltpausen, Traktionskontrolle teildeaktiviert, straffere Dmpfer). Beschleunigung, Einlenkverhalten und Balance sind perfekt. Profis knnen das ASR auch komplett ausschalten.

Trotzdem: Selbst im ffentlichen Verkehr macht der Leicht-Ferrari eine gute Figur. Auch schlechte Landstraen verarbeitet die Federung noch befriedigend. Ein perfekter Kompromiss also, der Ferrari-typisch nicht billig ist: 165.000 Euro kostet der Stradale. Nur 900 Exemplare werden gebaut.

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