Ferrari 458 Italia GT2/GT3: Tracktest
— 18.10.2011
458 Italia GT2 gegen GT3
Die Farnbacher-Ferrari sorgten 2011 für Überraschungen und Siege. AUTO BILD MOTORSPORT und Speed-Academy-Teilnehmer Mario Farnbacher haben den 458 Italia GT2 mit dem GT3 verglichen.
Hockenheim, 29. September 2011. Zwei Tage vor dem Finale der ADAC GT Masters bebt es im badischen Motodrom. Zwei
Ferrari drehen ihre Runden. Am Steuer ein Farnbacher. Nein, nicht wie gewohnt Dominik sondern sein jüngerer Bruder Mario. Bisher sorgte der Franke in der ADAC Formel Masters für Furore. In Hockenheim vertrat er seinen Bruder Dominik, der am selben Wochenende in der American Le Mans Series am Start war. Und weil Vater und Teamchef Horst Farnbacher auch den Langstrecken-Ferrari GT2 mit im Lkw hatte, klinkte sich AUTO BILD MOTORSPORT mit in die Testfahrten ein.
Rennfahrer Mario Farnbacher und AUTO BILD MOTORSPORT-Testfahrer Guido Naumann auf dem Hockenheimring.
Eine perfekte Gelegenheit, die Gründe für die steigende Performance des Eset-GT3 (Sieg am Lausitzring) und den Speed des Hankook-GT2 (Poleposition 24h-Rennen Nürburgring) zu erfahren. Vor dem Vergleichsritt lassen sich Mario und der Autor von Vater Horst die Autos erklären. "Die größten Unterschiede werdet ihr beim Fahrwerk merken. Auch die Schaltung ist unterschiedlich, einmal leger am Lenkrad und einmal handfest per Schaltstock", so der Teamchef. Genug geredet, rein in die Italiener. Mario darf als Erster ran und mir die Michelin-Slicks des grün-silbernen GT3 warmfahren. Nach zwei Runden Fahrerwechsel. "Das Auto fährt sich wie mein alter
Toyota. Total einfach", gibt Mario mir noch mit auf den Weg. Okay, wie war das? Schaltung am Lenkrad wie beim Serienauto, Gänge bis 8000 drehen. Das kriege ich hin. Und es ist tatsächlich einfach. Nach einer Runde sind der GT3 und ich Freunde.
Der GT3 ist auch von Amateurpiloten beherrschbar
Der Hankook-Ferrari holte sich 2011 die Pole beim 24h-Rennen, der GT3 einen Sieg beim ADAC GT Masterslauf am Lausitzring.
Der Achtzylinder kreischt herrliche Musik, das Spiel mit den Schaltwippen funktioniert, die Bremsen beißen brutal. Doch der Erfolg bei den GT-Masters kommt nicht unbedingt vom Fahrwerk. Im Heck sorgen 550 PS (Serie 570 PS) für viel Speed auf den Geraden. Trotzdem, Süd- und Nordkurve schluckt der
Ferrari ohne einmal zu Zucken. Doch die Hinterachse will ab und zu aus der Reihe tanzen. Nach zehn Runden ist klar: dieser GT3-Italia ist ein echter Gran Turismo. Und auch von sportlich versierten Amateurpiloten beherrschbar. Den Helm lasse ich gleich auf, denn Mario hat während meiner Testrunden schon die Hankook-Gummis des gleichnamigen GT2 auf Betriebstemperatur gebracht. Innen schaut es schon viel mehr nach Rennsport aus. Nacktes Blech, viel mehr Schalter als im GT3, Lenkrad mit Bedienknöpfen und daneben ein üppiger Schaltstock. "Hier kommst du ins Schwitzen. Um mit dem GT2 schnell zu sein, musst du mit dem Auto kämpfen", ruft mir der Youngster noch ins Cockpit. Im Heck arbeitet der Achtzylinder mit nur 465 statt 570 Pferden (wegen Airrestriktoren). Doch wenn man den Italiener schön bei Drehzahl hält, geht es auch hier gut nach vorne.
GT2 bedeutet Arbeit
Ohne Kupplung wird der Schalthebel durchgerissen. Im Sekundentakt, hoch und runter. Nicht so eine Spielerei mit Wippen am Lenkrad wie im GT3. Nach sechs Runden ist der Sinn des GT2 klar. Der Speed kommt rein über das Fahrwerk. Die Slicks haben noch mehr mechanischen Grip, keine Drifts, kein Untersteuern. Kerbs und Wellen werden nur noch optisch wahrgenommen. Trotzdem, mir läuft der Schweiß ins Gesicht und ich stelle mir gerade vor wie die Jungs hier ein 24-Stunden-Rennen durchstehen. Dieser Ferrari ist ein echter Renner, nicht so weichgespült wie der GT3. Übrigens: dass der Formel-Spezialist Mario auch Rennwagen mit Dach bewegen kann, zeigen die Plätze zwei und sechs beim GT-Masters-Finale in Hockenheim. Mehr zum Thema
Ferrari Tuning.
| Technische Daten |
458 GT3 |
458 GT2 |
|
| Motor |
V8 |
V8 |
| Einbaulage |
Mitte längs |
Mitte längs |
| Hubraum |
4498 cm³ |
4498 cm³ |
| PS bei U/min |
550/9000 |
465/6250 |
| Nm bei U/min |
550/6000 |
520/5750 |
| Antriebsart |
Hinterrad |
Hinterrad |
| Getriebe |
6-Gang sequenziell |
6-Gang sequenziell |
| Leergewicht |
1250 kg ohne Fahrer |
1245 kg ohne Fahrer |
|
|
|
| Beschleunigung |
|
|
| 0–100 km/h |
3,6 Sek. |
3,8 Sek. |
| 0–200 km/h |
ca. 9 Sek. |
ca. 10 Sek. |
| Höchstgeschwindigkeit |
285 km/h |
bis zu 280 km/h |
|
| Preis inkl. MwSt. |
392.700 Euro |
559.300 Euro |
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Veröffentlicht:
28.12.2011
Autor:
Guido Naumann
Fazit
Zweimal Ferrari und trotzdem zwei total unterschiedliche Fahrmaschinen. Der 550 PS starke GT3 begeistert mit Längsdynamik und einfachem Handling, der 465-PS-Hankook-GT2 mit seinem Kurventalent. Beide haben jedoch eins gemeinsam: herrlich rotzige Achtzylindermusik.
Kommentare zum Artikel (6)
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@ Bronx.1965, Wenn man diese Pissbrühe intus hat, stellt sich eher die Frage, ob man's überlebt.Und zu den zwei Boliden:Wer sichs leisten kann-warum nicht?
Ohne eine kiste öttinger ist das ding unfahrbar
Also Svenske ich habe schon viele deiner Posts beobachtet und muss dir echt lassen das du ein riesen Spast bist.
Darauf musst du nicht Antworten , verinnerliche es einfach.
sinnloser gehts nimmer?
ohne allrad ist das ding im Herbst unfahrbar