Ferrari 458 gegen McLaren 650 S

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Ferrari 458 Speciale/McLaren 650 S Spider: Vergleich

— 23.06.2014

Überflieger mit 1255 PS

Die Suche nach fahrdynamischer Perfektion gleicht der Jagd nach dem heiligen Gral. Ferrari und McLaren versprechen mit ihren neuesten Kreationen jetzt Erlösung. Eine Ausfahrt voller Nervenkitzel und Glücksgefühle.

Im Radio frohlockt Belinda Carlisle "Heaven Is a Place on Earth". Fast 30 Jahre nach dem Debüt ihres Hits müssen wir der Dame zustimmen. Unser Planet mutet wahrhaftig paradiesisch an – vor allem am Steuer der neuesten Kreationen aus den fahrdynamischen Königshäusern Ferrari und McLaren. Dabei könnte die Art, wie sie die Glückhormone in Wallung versetzen, kaum unterschiedlicher sein – das verheißen bereits ihre Namen.

Hintergrund: So testet AUTO BILD

Das Dach des McLaren verschwindet in 17 Sekunden und kann bei Geschwindigkeiten bis zu 30 km/h bedient werden.

McLaren 650 S Spider Während Ferrari die Leichtbauvariante seines 458 mit dem verheißungsvollen Zusatz "Speciale" belegt, nennen die Engländer ihren überarbeiteten McLaren 12C pragmatisch 650 S. Was aus dessen Endrohren beim Anlassen schwappt, klingt dagegen ganz und gar nicht unterkühlt. Fett blubbernd und tief gurgelnd springt der geschärfte 3,8 Liter Biturbo V8 in Aktion. Dabei mimt er bereitwillig den Alltagskumpel, ohne aber sein Lieblingsterrain zu vernachlässigen: Spitzkehre, Gerade. Spitzkehre, Gerade. Das hat der Engländer gern. Und sein Fahrer ebenso!

Ein Artikel aus AUTO BILD SPORTSCARS

Mclaren: Leitbleche an den Stoßfängerecken und aerodymanische Finnen vor den Hinterrädern arbeiten im Sinne des Abtriebs.

Ferrari 458 Speciale Gegen die dicken Backen des Biturbos stemmen sich 4,5 Liter Hubraum, prall gefüllt mit italienischer Leidenschaft. War bereits der normale 458 Italia mit 127 PS Literleistung kein Kind von Traurigkeit, treibt es die im Verhältnis von 14:1 verdichtende Leichtbauvariante auf die Spitze. Strömungsoptimierte Brennkammern, neue Kolben samt modifizierter Geometrie, dazu geänderte Pleuellagerbuchsen sowie eine Neugestaltung von Kurbelwelle und Ansaugsystem – nebenbei das Triebwerk um acht Kilo erleichternd – kitzeln die Gesamtleistung des Mittelmotors auf 605 PS hoch.
Technische Daten Ferrari McLaren
Motor V8
Aufladung/Ladedruck Biturbo/1,2 bar
Einbaulage mittig hinten längs
Ventile/Nockenwellen 4 pro Zylinder/4
Hubraum 4497 cm³ 3799 cm³
Bohrung x Hub 94,0 x 81,0 mm 93,0 x 69,9 mm
Verdichtung 14,0 : 1 8,7 : 1
kW (PS) bei 1/min 445 (605)/9000 478 (650)/7250
Literleistung 135 PS/l 171 PS/l
Nm bei 1/min 540/6000 678/6000
Antriebsart Hinterrad
Getriebe 7-Gang-Doppelkupplung
Bremsen vorn 398 mm/innenbel./gelocht 394 mm/innenbel./gelocht
Bremsen hinten 360 mm/innenbel./gelocht 380 mm/innenbel./gelocht
Bremsenart Keramik
Radgröße vorn – hinten 9 x 20 – 11 x 20 8,5 x 19 – 11 x 20
Reifengröße vorn – hinten 245/35 R 20 – 305/30 R 20 235/35 R 19 – 305/30 R 20
Reifentyp Michelin Pilot Sport Cup 2 (K1) Pirelli P Zero Corsa (MC1)
Länge/Breite/Höhe 4571/1951/1203 mm 4512/1908/1203 mm
Radstand 2650 mm 2670 mm
Leergewicht/Zuladung 1395 kg/keine Angabe 1468/279 kg
Leistungsgewicht 2,3 kg/PS 2,3 kg/PS
Tankvolumen 86 l 72 l
Kofferraumvolumen 230 l 144-196 l
Preis 233.000 Euro 261.030 Euro

Ferrari 458 gegen McLaren 650 S

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Frank Wiesmann

Frank Wiesmann

Fazit

Beide Supersportler sind perfekt positioniert und einzigartig – bieten sie doch jeweils das, was der andere nicht hat. Der 650 S ist eine überaus konsequente Weiterentwicklung des McLaren 12 C. Die Fahrleistungen sind noch imponierender, das Handling ist noch schärfer, der Fahrkomfort bleibt für Sportwagenverhältnisse mustergültig – und als besonders reizvolle Spider-Variante gibt es ihn zudem. Der radikalisierte Ferrari 458 Speciale ist hingegen nur als Coupé zu haben, zielt er doch eindeutig auf die Rennstrecke ab – wenngleich seine Manieren im Alltag verblüffen. Wenn sein Saugmotor bei 9000 Umdrehungen schreit, während Fahrwerk, Reifen und Aerodynamik den Weg zu Bestzeit ebnen, sprudeln die Glückshormone. Wer die Qual der Wahl zwischen beiden hat, ist also nicht zu beneiden – wer sie nicht hat, noch viel weniger.

Stichworte:

Supersportwagen

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