Ferrari GTC4 Lusso (2016) im Test: Fahrbericht

Ferrari GTC4 Lusso (2016) im Test: Fahrbericht

— 30.06.2016

Das macht Ferrari aus dem FF

Der GTC4 Lusso ist der Ferrari für den Alltag. Allrad, vier Sitze, jede Menge Luxus und fast 700 PS. AUTO BILD fuhr den FF-Nachfolger!

Ferrari bleibt beim V12-Sauger. Statt 660 PS im FF leistet der 6,3-Liter-Motor im GTC4 Lusso 690 PS.

Aus dem Ferrari FF ist der GTC4 Lusso geworden. FF steht für "Ferrari Four", also vier Sitze und Allradantrieb. Das hat auch der neue GTC4 Lusso zu bieten. Der Name im Detail: GTC steht für Grand Turismo Coupé, die 4 für vier Sitzplätze und Allradantrieb. Lusso bedeutet ganz klassisch: Luxus. Gleichzeitig ist der Name eine Hommage an die legendären Vorgänger wie 330 GTC und 250 GT Berlinetta Lusso. AUTO BILD ist die 261.883 Euro teure Basisversion des Shooting-Brake-Ferrari schon gefahren!
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Video: Ferrari GTC4 Lusso (2016)

Der Familen-Ferrari

Obwohl der 6,3-Liter-V12-Sauger nur geringfügig auf 690 PS und 697 Nm zugelegt hat, nennt Ferrari eine um drei Zehntel auf 3,4 Sekunden verbesserte Beschleunigung bis 100 km/h. Unverändert souverän ist die Höchstgeschwindigkeit von 335 km/h, unverändert auch der Praxisverbrauch von weit über 20 Liter. Neu ist die serienmäßige Allradlenkung des GTC4 Lusso. Sie bringt mehr Stabilität für schnelle Richtungswechsel und mehr Agilität in engen Kurven. Durch die 40 Kilo Mehrgewicht rückt der Lusso aber bis auf 80 Kilo an die kritische Zwei-Tonnen-Marke heran. Was mir weniger gut gefallen hat? Die Lenkung erinnert eher an den California als an den F12, der Automatikmodus des Siebengang-Doppelkupplers ist nicht immer voll bei der Sache, Assistenzsysteme sind Mangelware.

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Guter Fahrkomfort im GTC4 Lusso

Vier statt ehemals zwei Rückleuchten zieren das Heck des Ferrari GTC4 Lusso.

Auf schlechten Straßen überzeugt auch in diesem Ferrari der Fahrkomfort. Statt durchzuschlagen, zu versetzen und nachzutreten legt der GTC4 eine selbstbewusste Grundgeschmeidigkeit an den Tag, die vertikale und horizontale Störeinflüsse lässig wegfiltert. Die in sich gefestigte Richtungsstabilität entschärft unter anderem wellige Bergabpassagen, an den Rändern ausgefranste Belagwechsel und ausgewaschene Längsrinnen. Diese vertrauensbildende Charakteristik wird durch Carbon-Keramik-Bremsen untermauert, die mit Scheiben im Format einer Bahnhofsuhr nachhaltige Verzögerungsarbeit leisten. Leider outen die bei ABS-Eingriff aufleuchtenden Warnblinker den vermeintlichen Herrenfahrer prompt als Hooligan. Mit 34 Metern Bremsweg aus 100 km/h soll der Lusso allerdings zu den schnellsten Stoppern seiner Zunft gehören.

Moderner Innenraum, komplizierte Bedienung

Modernisiert wurde der Innenraum. Über der Mittelkonsole thront jetzt ein viel größerer Touchscreen, auf dessen rechte Hälfte der Beifahrer Zugriff nehmen kann. Noch aus der alten Welt stammt das eigentliche Instrumentarium mit dem dominanten Drehzahlmesser und den zwei frei belegbaren Bildschirmen. Ein Head-up-Display bekommt leider erst die nächste Generation. Bei dieser Gelegenheit sollte Ferrari auch das Bedienkonzept überdenken. Was mit Manettino und LED-Drehzahlmesser im Lenkradkranz so intuitiv angefangen hat, ist inzwischen mit zwei Augen und zehn Fingern erst nach längerer Eingewöhnung beherrschbar.

Ferrari GTC4 Lusso (2016) im Test: Fahrbericht



Technische Daten Ferrari GTC4 LussoMotor: V12, vorn längs • Hubraum: 6262 ccm • Leistung: 507 kW (690 PS) bei 8000 U/min • max. Drehmoment: 697 Nm bei 5750 U/min • Vmax: 335 km/h • Beschleunigung: 0-100 km/h in 3,4 Sekunden • Antrieb: Allradantrieb • Leergewicht: 1920 Kilogramm • Verbrauch: 15,3 l/100km • Preis 261.883 Euro.
Georg Kacher

Georg Kacher

Fazit

Ferrari fahren? Gern! Bei jedem Wetter und mit Familie? Da hat der Spaß dann schnell ein Loch. Doch wer Salz und Schnee nicht scheut und zudem den Platz braucht, für den mag der 261.883 Euro teure GTC4 Lusso durchaus Sinn ergeben.

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