Ferrari P4/5 Pininfarina

Ferrari P4/5 Pininfarina Ferrari P4/5 Pininfarina

Ferrari P4/5 Pininfarina

— 14.08.2006

Einmalig, dieser Ferrari

Wie bitte? Ein Enzo ist Ihnen nicht exklusiv genug? Kein Problem: Für drei Millionen Euro schneidert Pininfarina gern ein Einzelstück.

Stellen Sie sich vor, Sie hätten alles, was man sich so wünscht: Haus, Boot, Auto. Vielleicht auch mehrere Autos. Vielleicht sogar einen Ferrari Enzo. Eigentlich fehlt dann nichts mehr zum Glück. Sollte man meinen. Es sei denn, der Enzo gefiele einem nicht mehr so richtig, weil es inzwischen schon so viele davon gibt. Knapp 400 Exemplare weltweit sind schließlich eine ganze Menge. Das kann einen fast schon wieder ins Unglück stürzen. Doch wenn Geld glücklich macht, darf man James M. Glickenhaus als einen glücklichen Mann bezeichnen. Der 56-Jährige arbeitete lange Jahre als erfolgreicher Regisseur und Produzent, bevor er vor zehn Jahren in die Firma seines Vaters einstieg. Und die ist auch nicht ohne Fortune: Glickenhaus & Co. zählt zu den renommiertesten New Yorker Investment-Beratern und managt derzeit die Vermögen anderer Leute mit einem Gesamtvolumen von 1,5 Milliarden Dollar.

Nein, nicht die Glupschaugen einer Comicfigur: Das sind die P4/5-Endrohre.

Da bleibt schon so einiges hängen, was reinvestiert sein will. Zum Beispiel in Autos. Glickenhaus jr. besitzt ein komplettes Starterfeld von Rennsportwagen aus den 50er- und 60er-Jahren: Wie etwa einen Ford GT Mark IV, einen Lola T70, einen Ferrari 166 Spyder Corsa. Oder einen Ferrari P4, dessen Echtheit in Fachkreisen jedoch als umstritten gilt. In Sachen Originalität dürfte der Mann mit seinem jüngsten Objekt keine Probleme bekommen. Denn hier handelt es sich um ein absolutes Einzelstück, das bei Pininfarina auf der Basis eines Enzo entstand. Designer Jason Castriota interpretierte die klassischen Linien des legendären P4 völlig neu, übersetzte sie in die Pininfarina-Formensprache und kleidete das Ganze in modernste Materialien.

Stolz: Pininfarina und Glickenhaus vor dem noch unlackierten Enzo.

Das Resultat: der Ferrari P4/5 Pininfarina, der selbst die ansonsten argwöhnisch über ihr Markenzeichen wachenden Gralshüter in Maranello so begeisterte, dass er ganz offiziell das Wappen mit dem springenden Pferd spazieren fahren darf. Es prangt auf einer komplett aus Kohlefaser gefertigten Karosserie, die in Anlehnung an das historische Vorbild von einer Glaskuppel im Kampfjet-Look überdacht wird. Darunter verbergen sich rund 200 weitere Modifikationen, die in ihrer Gesamtheit den ehemaligen Enzo tatsächlich zu einem völlig anderen Auto mutieren lassen. Filigran angelenkte Flügeltüren, fast schon obszön geschwungene Radverkleidungen (von Kotflügeln mag man hier nicht reden) und die im Stil von U-Boot-Periskopen aus dem Heck ragenden Auspuffrohre erinnern an eine Ära, in der Rennwagen noch wie Sportwagen aussahen. Aus den 60er-Jahren stammen auch die Rhythmen, die dem ins Cockpit integrierten iPod entströmen – schließlich ist Mr. Glickenhaus bekennender Rock-Fan. Relativ modern dagegen muten die Sitzbezüge an. Kein Wunder, die Entscheidung für die Gewebemixtur aus schwarzem Kautschuk und rotem Leder überließ der tolerante Vater seiner Tochter Veronica.

Wenig Toleranz dagegen erfährt Glickenhaus derzeit aus den Reihen anderer Ferrari-Sammler. "Sie halten mich für verrückt, weil ich einen Enzo habe umbauen lassen", bekennt er mit mildem Lächeln. Doch damit kann er leben, denn er zählt sich ohnehin nicht zu denen, die ihre Autos nur in klimatisierten Garagen vor sich hin altern lassen. Nach der Publikumspremiere am 20. August beim Concours d'Élégance

Serientechnik: Im P 4/5 Pininfarina werkelt der V12 aus dem Scaglietti.

im kalifornischen Pebble Beach und der Europavorstellung anlässlich des Pariser Salons im September 2006 wird Glickenhaus sein Einzelstück auch auf der Straße bewegen – genau wie beispielsweise den Ferrari P4, mit dem er im Juni noch das Targa-Florio-Revival namens Giro di Sicilia bestritt. Oder den 166 Corsa, den sein Chefmechaniker Sal Barone zum gleichen Anlass ausführen durfte. Da soll noch einer sagen, dass Geld nicht glücklich macht.

Technische Daten: V12 • fünf Ventile pro Zylinder • vier oben liegende Nockenwellen • Hubraum 5988 cm³ • Leistung 660 PS bei 7800/min • max. Drehmoment 657 Nm bei 5500/min • Hinterradantrieb • sequenzielles Sechsganggetriebe • Einzelradaufhängung • Radstand 2650 mm • L/B/H 4630/2042/1126 mm • Reifen 255/35 ZR 20 vorn, 335/30 ZR 20 hinten • innenbel. Keramikbremsen • Leergewicht 1200 kg • Spitze 362 km/h • 0–100 km/h in 3,55 Sekunden • Preis: circa 3.000.000 Euro

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