Ferrari Racing Days 2006

Ferrari Racing Days 2006 Ferrari Racing Days 2006

Ferrari Racing Days 2006

— 04.09.2006

Rot am Ring

1000 Ferrari, 35.000 Fans und zwei überglückliche autobild.de-Gewinner – das waren die Eckdaten der Ferrari Racing Days 2006. Impressionen von einem knallroten Wochenende.

Rot, alles rot. Fans rot, Autos rot – rot, wohin man schaut. Auch farblich sind die Ferrari Racing Days 2006 eine gepflegte automobile Monokultur. Hier spielt außer den Roten aus Maranello nichts, aber auch gar nichts eine Rolle. Alle zwei Jahre, für drei Tage am Nürburgring, dreht sich alles um einen Hersteller. Eine Farbe und eine Faszination, die hier alle teilen. Die Racing Days sind das Mekka aller Ferraristi. Hierhin sollte man einmal im Leben gepilgert sein, wenn man Schumi und Co die Daumen drückt. 2006 waren es wieder 35.000 Fans, die ein ganzes Wochenende lang Enzo, F430, F40 und F50 sowie den Formel-1-Boliden huldigten. Mittendrin im Trubel: Pia Gangluff und Jürgen Host. Die beiden haben beim Racing-Days-Gewinnspiel von autobild.de und Speed-Safari mitgemacht und gewonnen. Einen ganzen Tag durften sie sich wie ein VIP fühlen – mit Zutritt zu Boxengasse, Fahrerlager und dem noblen Catering-Zelt, das der Veranstalter extra für die besonderen Gäste aufgebaut hat.

Samstag: Für Pia Gangluff erfüllt sich ein Traum

Aber was ist das alles gegen die Anreise? In einem gelben Ferrari 355 Spider von Speed-Safari war Gewinnerin Pia (36) morgens aus Bingen zum Nürburgring gebrettert. Als die Hausfrau und Mutter von vier Kindern an der Rennstrecke ankommt, zeugen unzählige Fliegen auf der Frontschürze von einer rasanten Fahrt. Keine Frage, der 380-PS-Bolide hatte so richtig die Sporen bekommen. "270 km/h, so schnell bin ich noch nie gefahren", sagt sie sichtlich begeistert. Seit 1996 hat Pia kein Formel-1-Rennen – im Fernsehen oder live – verpasst, eine bessere Gewinnerin könnte es wohl nicht geben. Und jetzt "der Tag ihres Lebens".

Und ab dafür: Fast schon routiniert nahm Gewinnerin Pia hinter dem Steuer des F355 Spider Platz.

Im Schritttempo und mit offenem Verdeck durch die Boxengasse – Pia Gangluff bekommt das Lächeln nicht mehr aus ihrem Gesicht. Hier, wo sonst nur die Formel-1-Piloten und Mechaniker herfahren, steuert sie ihren Ferrari auf den Parkplatz. Eine unglaubliche Ansammlung automobiler Schätze ist hinter der Boxenanlage abgestellt. Bei etwa 1000 Fahrzeugen summiert sich der Wert locker auf eine Viertelmilliarde Euro. Und da sind die unbezahlbaren Hightech-Renngeschosse noch nicht eingerechnet. Die gibt es in der Boxengasse zu sehen. So nah wie Pia kommt normalerweise nicht mal ein Fersehteam an die Autos ran. Da lassen sich technische Details studieren oder historische Schätze wie der Wagen von Niki Lauda aus den Siebzigern bewundern. Ferrari hat ganz groß aufgefahren, und man kann sich kaum entscheiden, ob das Programm in der Box besser ist oder das auf der Rennstrecke. Mal donnern Ferrari FXX über den Kurs, mal die GT International, dann geben die Formel-1-Renner eine Kostprobe. Das alles unglaublich laut, beeindruckend schnell.

Rennsport pur und Pia mittendrin: "Normalerweise sitze ich ja auf der Tribüne, aber hier ist es einfach super." Nach der kurzfristig vereinbarten Führung über den Nürburgring, bei der Anekdoten rund um den Traditionskurs erzählt, der geheime Fahrertunnel durchschritten und das Dach der Boxengasse besucht werden, endet der Tag, wie er begonnen hat: mit einer Vollgas-Fahrt im Ferrari. Zu Hause warten schon die Kinder, die noch einmal im Auto sitzen und den atemberaubenden Sound des Achtzylinders hören wollen. Auch sie werden den Tag sicher nicht so schnell vergessen.

Zeigte sich der Samstag wettertechnisch von seiner besten Seite, meint es der Sonntag nicht so gut mit uns. Regenschauer und Sturmböen wechseln sich ab, blauen Himmel gibt's schon gar nicht. Der guten Stimmung unseres zweiten Gewinners tut das allerdings keinen Abbruch. Jürgen Host, 53-jähriger Soldat aus Hürth, kann sein Glück kaum fassen, als er morgens am Lenkrad des F355 Spider Platz nehmen darf und mit 220 Sachen Richtung Nürburgring brettert: "Das ist irre. Wenn man bei 180 Sachen aufs Pedal tritt, gibt's nochmal 'nen echten Antritt. Da ist noch lange nicht Schluss." Natürlich hätte Jürgen den offenen Italiener gern mal so richtig über die Bahn gescheucht, aber bei nasser Strecke sollten sich daran nur echte Profis versuchen. Warum? Dazu später mehr.

Vor allem die Sounds gehen Jürgen Host durch Mark und Bein

Zweiter Gewinner: Auch Jürgen Host hatte Glück, gewann eine VIP-Karte und durfte im Leih-Ferrari Schumi spielen.

Am Ring angekommen, atmet Jürgen die rote Atmosphäre mit vollen Zügen. Schon lange ist er Fan der Maranello-Exponate, sammelt alle 1:43-Modelle mit dem Silber-Pferd. "Ich hoffe, ich habe irgendwann alle Autos, die Ferrari jemals gebaut hat." Bis dahin archiviert er einfach alles, was ihm vor die Fotolinse kommt. Er hält auf die Rennversionen von F360 und F430 aus der Ferrari-Challenge, knipst den 800 PS starken FXX und ist begeistert vom alten Formel-1-Blech der F1 Clienti. Doch vor allem die Sounds der Heißblut-Italiener gehen unserem Gewinner durch Mark und Bein. Da streikt jede Kamera, kann nur die Erinnerung konservieren, was man so selten erlebt: Links faucht ein alter F348 GTS, weiter hinten demonstriert der extravagante Superamerica sein Klangvolumen, und in der Boxengasse bläst der FXX dem Besucher das Trommelfell durch. Ja, hier ist der Ferrari-Himmel.

Und als wäre das nicht genug, gibt sich am Nachmittag noch Michael Schumacher die Ehre. Er landet per Privathubschrauber, witzelt mit RTL-Moderator Kai Ebel und dreht anschließend heiße Runden auf dem Ring. Die Besucher staunen und feiern, als Schumi erst dem 599 GTB Fiorano, dann seinem privaten FXX (schwarz mit der Nr. 30) und schließlich dem aktuellen F1-Boliden die Sporen gibt. Zwei Stunden später ist die Show vorbei, der Rauch hat sich verzogen, und Michael Schumacher ist wieder auf dem Heimflug – gerade rechtzeitig zum einsetzenden Platzregen.

Rauchzeichen: Schumi lässt es richtig qualmen und gibt dem Ferrari 599 GTB Fiorano die Sporen.

Glücklich verabschiedet sich Jürgen Huth: Für ihn geht ein traumhafter Ferrari-Tag zu Ende – jetzt allerdings nur auf dem Beifahrersitz. Wegen des starken Regens übernimmt auf der Heimfahrt ein Routinier das Steuer – bei extrem breiten Reifen und Heckantrieb ist Aquaplaning ein Wort mit Bedeutung. Das bekommt leider auch der F430 eines anderen Piloten zu spüren. Der ist eine Stunde vor uns am Ring aufgebrochen und rund 200 Kilometer nördlich prompt in eine Leitplanke eingeschlagen – Totalschaden. Die übrigen 999 haben es hoffentlich in einem Stück in die heimische Garage geschafft.

Autoren: , Jan Kriebel

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