Ferrero und die Kinderüberraschung

Ferrero und die Kinderüberraschung

— 16.04.2003

Sperzels Eilights

Der AUTO BILD-Cartoonist entwirft Autos, Lokomotiven und Figuren für die Überraschungseier. Aber ohne TÜV kommt nichts ins Ei.

Was ist das: Humor und Witz, Comic und Satire, verteilt auf 202 Zentimeter? Das ist Sperzel live, dessen Cartoons jede Woche zu den Highlights von AUTO BILD gehören. Es gibt aber auch Eilights von dem Mann aus Lüneburg, denn er gehört zum Creativ-Team von Ferreros Überraschungseiern. Das sind die Dinger mit der weichen Schale und dem harten Kern, in dem sich "Spiel, Spaß und Spannung" in Form von Figuren, Puzzles, Fantasiefahrzeuge, Lokomotiven und Autos verbergen.

Sperzel ist einer von Ferreros externen Designern, die das Auto zum Ei machen: "An die 20, 25 Entwürfe habe ich bisher für Ferrero gemacht. Die rufen an und sagen: 'Mach mal was ...' Und dann mach ich halt." Mal gibt es detaillierte Vorgaben, mal freie Hand. Er zeichnet einen Entwurf, nach dem ein Modellbauer gleich im Maßstab 1:1 den Rohling schnitzt: "Dessen natürlicher Feind ist das Ei, das Maß aller Dinge." Denn alle Einzelteile müssen in die gelbe Schale passen, die – seit 1974 – hinter der Schoko-Hülle die Überraschung enthält.

Angefangen hat die Ferrero-Sperzel-Connection mit einer Lokomotive: "Ich habe 1986 für Märklin die Lok F 1 entworfen." Die hat wohl einem eisenbahnbegeisterten Ferrero-Mitarbeiter gefallen: "Daraufhin wurde ich gefragt, ob ich die Lok auch für ihr Ü-Ei machen könnte." Und schon war er im Geschäft. Acht Sperzel-Lokomotiven gibt es in der Welt der süßen Kinderüberraschungen.

Die sind längst Kultobjekte – und längst nicht mehr nur bei den Kindern. Es gibt Ü-Ei-Clubs, Tauschbörsen, Kataloge, Internetseiten wie www.eierlei. de und bei ebay zurzeit über 850 Überraschungsei-Angebote. Teuerste Figur ist der "Eierlauf-Schlumpf" von 1983, der Sammlern 600 Euro wert ist.

Jährlich verkauft Ferrero, 1946 im italienischen Alba gegründet, in Deutschland "mehrere 100 Millionen Ü-Eier", so Pressesprecherin Almut van Rissenbeck. Jede Figur muss, bevor sie ins Ei darf, durch eine Art TÜV bei der Landesgewerbeanstalt Bayern. Rund zwei Jahre dauert der Prozess von der Idee bis zur marktreifen Kinderüberraschung im Ei. Nur gut, dass die Eierproduktion bei den Hühnern deutlich kürzer ausfällt. Sonst würde der Osterhase ganz schön alt aussehen.

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