Festival of Speed

Festival of Speed 2007 Festival of Speed 2007

Festival of Speed

— 25.06.2007

Vatertag für Superreiche

Der Earl of March lud auf sein Anwesen: Die schnellsten Supersportler, die schönsten historischen Rennwagen, die besten Piloten. Zum Festival of Speed in Goodwood. autobild.de war dabei.

Stellen Sie sich vor, in Ihrer Garage parkt ein blitzblanker Ferrari 250 GTO. Oder ein Bentley aus der Vorkriegszeit. Wo können Sie dieses Oktanjuwel standesgemäß bewegen? Kleiner Tipp: In Goodwood, einem unscheinbaren Kaff im Süden von England. Hier haust der Earl of March, ein dem Motorsport sehr aufgeschlossener Sir. Er erfreut sich über ein großflächiges Anwesen, dass er über die Jahre locker bebaute. Mit einem Golfclub, einem Luxushotel und mit einer sieben Kilometer langen Rennstrecke. Um die gesamte Liegenschaft zu umrunden benötigt man etwa eine halbe Stunde. Im Geländewagen.
Wer schon mal Harry Potter lesen musste, fühlt sich sofort in die Welt des bebrillten Schlaubergers versetzt. Doch anders als in Hogwarts brüllen hier keine übellaunigen Drachen. Sondern vielzylindrige Motoren sämtlicher Generationen, selbstverständlich nur die Superstars ihrer zeit. Bewegt von Männern, die es einfach drauf haben: Rowan Atkinson, von Kindern gerne Mister Bean gerufen, startete im Napier-Railton Special. Nick Mason, Schlagzeuger von Pink Floyd, bewegte den Bergwagen der Auto Union aus dem Jahr 1936. Und Sterling Moss? Selbstverständlich auch on Track, und zwar im Mercedes 300 SLR.
Aber eigentlich will ich Sie jetzt nicht mit Promi-Geschwätz belästigen, andere können das besser. Denn wirklich wichtig sind hier die Autos, so ziemlich die gesamte Geschichte der gehobenen Kolbenkraft war hier unterwegs. Erstaunlich entspannt, übrigens. Trotz Regen gaben die Herrenfahrer so richtig Gas, drifteten durch die Kurven, röhrten ungeniert in den Wald. Die Wahrnehmung historischer Rennwagen erfordert so ziemlich alle Sinne: Sie sind nicht nur wunderschön anzusehen, sie riechen auch stark nach Fett und Öl; dröhnen dabei wie zwei frisch verliebte Büffel. Dabei bringen die Schallwellen die Luft in Bewegung, die Luftschwingungen drücken ins Gesicht, intensiver kann man ein Auto nicht erleben. Zumindestens nicht, wenn man nicht zufällig der Fahrer eines der Zeitzeugen ist. Um einmal einen Ferrari durch die Wälder von Goodwood zu prügeln, sollte man Millionär sein. Wobei, mit einer Million ist es in den seltesten Fällen getan. Denn die kostet der Bugatti Veyron 16.4 bereits ohne Mehrwertsteuer. Ans Volant kommt aber auch, wer als wertvoller Kunde der Autoindustrie gilt. Denn auch die nimmt den Vatertag für Superreiche sehr ernst. Allen voran Toyota, einer der kräftigsten Sponsoren. Die Japaner zitieren bemüht die eigene Motorsportgeschichte, allen voran die Rallye-Erfolge von Carlos Sainz. Herr Sainz himself bewegte sodann eine Celica aus dem goldenen Jahrgang 1993. Mit viel Gas und wenig Respekt, so sah die Celica übrigens auch aus. Ex-Rallyeautos sehen nach einigen Jahren stark mitgenommen aus, kein Blech ist mehr gerade. Doch auch diese Autos haben hier ihren Fankreis und drehen auf einer eigenen Rennstrecke ihre runden durchs gehölz.
Auch im Schlamm stark vertreten ist Porsche: Die Stuttgarter haben am Festival einen eigenen Acker den Fahrkünsten des Cayenne gewidmet. Wer will, darf einmal mit Vollgas durch den Schlamm brettern und sich dabei an den Traktionskünsten des Cayenne S erfreuen.

Autor: Nikolaus Eickmann

Diesen Beitrag empfehlen

Anzeige

Automarkt

Finden Sie im Automarkt von autobild.de Ihren Gebrauchtwagen.

Bei autohaus24.de Neuwagen günstig kaufen und Geld sparen.