Festival "Rock the Race"

Festival "Rock the Race"

— 27.06.2008

Mini-Rock in Oschersleben

Beim neuen Festival "Rock the Race" trifft Rennsport auf Musik. Top-Act bei den Autos: die Mini Challenge. AUTO BILD MOTORSPORT-Reporter Martin Westerhoff war dabei und hat festgestellt: Nicht nur auf der Strecke geht es hier rund.

Bis zum Boxengebäude drängen sich Menschen. Sie stehen überall, füllen das gesamte Fahrerlager. Kein einziger Rennwagen, keine Transporter weit und breit. Dafür eine riesige Konzertbühne und wummernde Bässe. Die fantastischen Vier, Deutschlands neuer "Superstar" Thomas Godoj und Herbert Grönemeyer sind die Stars von Oschersleben. Aber: Rennwagen sind auch da! Etwas abseits, im provisorischen Fahrerlager. Da, wo die Rennfans normalerweise parken. "Rock the Race" heißt der neue Mix aus Musik-Festival und Autorennen.

Alles ist dabei: vom Nachwuchstalent über Profi bis zum Gentleman-Piloten

Ich bin mittendrin im Getümmel. Als Gaststarter in der Mini Challenge. Die soll hervorragend hierhin passen. Denn: Mit den baugleichen Rennern (1,6-Liter-Turbo, 211 PS) ist in der Clubsport-Serie vom Nachwuchstalent über den Profirennfahrer bis zum Gentleman-Piloten (Alter über 50 Jahre) ein bunt gemischtes Feld unterwegs, das gemeinsam mit viel Spaß die Rennwochenenden verbringt. Doch das bedeutet nicht, dass es auf der Strecke lasch zugeht. "Du musst richtig sauber fahren, sonst lässt du Zeit liegen", stellt Jeroen Bleekemolen (26) nach der Qualifikation etwas verwundert fest. Der Niederländer ist Ex-DTM-Pilot und Top-Fahrer im internationalen Porsche Supercup.

Ein Schwarm von Teenies zieht ständig hinter den Kamps her

Profi-Fahrer Jeroen Bleekemolen (hier mit Fan) qualifizierte sich für Startplatz drei.

Trotzdem: Als Gaststarter muss er sich hier mit Startplatz drei zufrieden geben. Da würde ich liebend gerne stehen. Für mehr als den vorletzten Platz reicht es erst mal nicht. Einziger Pilot hinter mir: Sebastian Kamps (26), mein Teamkollege. Mit seiner Frau, TV-Sternchen Gülcan (25), schafft er auch gleich die erste Verbindung zwischen Rock und Race. Ein Schwarm von Teenies zieht ständig hinter den beiden her. Autogramme hier, Fotos dort. Und selbst in der Paddock-Lounge verschwunden, warten die Fans beharrlich vor der Tür. "Daran gewöhnst du dich", verrät Gülcan.


In dem riesigen Catering-Zelt herrscht Clubatmosphäre. Ruhige Elektro-Musik, während draußen die Bässe aus Richtung Bühne rüberwummern. Dazu eine Bar. Ein Hindernis-Parcours mit ferngesteuerten Mini-Modellen für die Kleinen. Und ein Kicker – für jedermann. Mit Bleekemolen in der Abwehr trete ich an zum EM-Mischspiel gegen Ehepaar Kamps. Schnell ist klar: Gegen die beiden ist kein Kraut gewachsen. Sebastian Kamps macht das Spiel, donnert ein Tor nach dem anderen rein. Von der Bühne kriege ich heute nicht mehr viel mit. Meine einzige Frage: Wie kann ich mich morgen im Rennen verbessern? Am Auto fummeln – unmöglich. Denn Wolfgang Scheider, Vater von Audis DTM-Pilot und ABMS-Kolumnist Timo Scheider (29), wacht als technischer Kommissar in der Mini Challenge darüber, dass sich alle ans Reglement halten. "Aber ohne vorher getestet zu haben, tut sich hier jeder schwer", tröstet er mich.

Am Abend werden die Fahrer zu Fans: Grönemeyer rockt die Challenge

Gewühl: 34 Mini-Rennwagen wuseln über die Strecke. Am Ende holt Thomas Neumann den Sieg.

Nächster Tag, erstes Rennen. Bevor es auf der Konzertbühne weitergeht, ist die Mini Challenge dran. Der Fan-Transfer funktioniert: Genau 28.425 kommen heute. Viele davon säumen den Streckenrand, sitzen auf den Tribünen. Während Profi Bleekemolen auf Platz zwei vorprescht, komme ich immerhin als 25. ins Ziel. Am Abend werden nun die Fahrer zu Fans: Herbert Grönemeyer (52) lockt mit voller Konzertlänge. Da bleibt selbst die Paddock-Lounge für ein paar Stunden fast leer. Sonntag, zweites Rennen. Keine Konzerte mehr. "Rock the Race" ist nur noch Race. Allein die eisernen Rennfans sind jetzt an der Strecke zum Zuschauen. Viel hab ich mir vorgenommen. Aber ein Dreher beendet die Aufholjagd. Ich lande am Schluss wieder hinten, diesmal auf Platz 27. Schön, dass so viele Stars hier sind. Da fällt das wenigstens niemandem auf.

Fahrer oder Gast? Der Weg in die Mini Challenge

Piloten in der Mini Challenge müssen mindestens 18 Jahre alt sein und eine internationale C-Lizenz besitzen. Ein rennfertiger Mini John Cooper Works Challenge kostet neu 49.897 Euro. Hinzu kommt ein unterschiedlich hohes Saisonbudget: Reisekosten, Einschreibegebühren, möglicher Lohn für Mechaniker und Ersatzteile müssen berücksichtigt werden. Wer nur fahren will, kann bei den Teams nach einem freien Cockpit fragen. Wer ein Wochenende lang lieber zuschauen möchte, kauft ein Fan-Paket mit Eintrittskarte (ab 66 Euro). Mit Zugang zur Paddock-Lounge kostet das Ganze ab 298 Euro.

Autor: Martin Westerhoff

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