FIA-Boss Max Mosley in der Kritik

FIA-Boss Max Mosley in der Kritik

— 09.10.2002

Top-Teams gegen Handicap-Regel

Die geplante Benachteiligung von Ferrari in der Formel 1 stt bei McLaren und Williams auf Ablehnung.

Sechs-Punkte-Plan gegen die Langeweile

Formel-1-Chef Bernie Ecclestone und Max Mosley, der Prsident der obersten Automobil-Behrde FIA, sagen der Langeweile im Vollgas-Zirkel den Kampf an. Mit "radikalen Regelnderungen" soll die Dominanz von Ferrari schon 2003 gebrochen werden. Geht es nach dem Willen der beiden Briten, segnet eine Kommission, in der Vertreter aller Rennstlle sitzen, ihren Sechs-Punkte-Plan auf einer Sitzung Ende Oktober 2002 mit einfacher Mehrheit ab.

Einschneidendste Manahme, um die Scuderia zu stoppen, ist eine Handicap-Regel. Hat ein Team eine bestimmte Anzahl von Punkten in der WM-Wertung Vorsprung, soll die schnellen Renner ein Gewicht im Auto bremsen. Als Faustregel gilt, dass ein Kilo einen Formel-1-Boliden (600 Kilo) pro Runde um drei Zehntelsekunden verlangsamt.

Ausgerechnet die beiden Ferrari-Verfolger McLaren und Williams verurteilen eine mgliche Benachteiligung der Italiener. "Da machen wir nicht mit", ereiferte sich McLaren-Geschftsfhrer Martin Whitmarsh. Er verstehe die Bemhungen, die WM wieder spannend zu machen, aber das sei der falsche Weg. "Ferrari liefert exzellente Arbeit ab. Es liegt an uns, die Lcke zu schlieen."

Williams ist fr neue Streckenfhrungen

Auch Teameigner Frank Williams lehnt das Begehren ab: "Hier wird versucht, unseren Sport abzuwandeln in etwas, das nicht mehr die Formel 1 ist." Er schlgt neue Streckenfhrungen vor, die mehr Platz zum berholen bieten. "Das wrde die Formel 1 wieder spannend machen." Ferrari-Chef Luca di Montezemolo warnte FIA-Chef Mosley, dass die Formel 1 kein "Versuchslabor" sei. "Man kann nicht einfach das beste Auto und das beste Team benachteiligen, nur weil es gewinnt."

Not macht erfinderisch. Dster hatte Mosley zuvor die Zukunft der Formel 1 gemalt: "Wir sind an einem Scheidepunkt, daran besteht kein Zweifel. Wir mssen die Show verbessern und die Kosten reduzieren, damit die Teams und der ganze Sport, wie wir ihn kennen, berleben knnen." Und Ecclestone dramatisierte in der Londoner "Times": "Nachdem, was dieses Jahr passiert ist, mssen wir Ferrari bremsen. Wir mssen etwas unternehmen, damit die Sponsoren und die Zuschauer glcklich sind."

Als gravierender Wettbewerbsnachteil entpuppten sich fr die Verfolger die Reifen, durch die Williams und McLaren bis zu eine Sekunde pro Runde auf die Roten eingebt haben. Ein Einheits-Pneu, wie von Ecclestone favorisiert, ist nicht durchsetzbar, weil Michelin und Bridgestone lngerfristige Vertrge haben. Max Mosley befrwortet daher, dass Williams und McLaren ein exklusives Entwicklungsprogramm mit dem franzsischen Lieferanten zugestanden wird hnlich wie Ferrari mit Bridgestone.

Freitagstraining soll aufgewertet werden

Drei weitere Vorschriften zielen auf Kostenreduzierung. An Rennwochenenden soll nur noch ein Motor erlaubt sein auch hier formiert sich Widerstand: Haltbarere Aggregate seien "auf die Schnelle" nicht zu entwickeln, sagt ein BMW-Ingenieur. Die meisten Teams haben ihre Triebwerke bereits fr die Saison 2003 entworfen.

Nicht minder verwegen ist die Forderung nach nur einer erlaubten nderung des Chassis whrend der Saison und eines kompletten Testverbots, beides ebenfalls Vorschlge zum Wohl der kleineren Teams. Ferrari verfgt ber zwei Testteams und zwei festangestellte Testfahrer.

Die Kluft zwischen arm und reich verschlechtert die Aussicht auf einen Konsens, fr den Mosley am Rande des Japan-Grand-Prix in Suzuka werben wird. Die besten Chancen auf Zustimmung hat daher sein letzter Vorschlag ein unverfngliches PR-Programm. Knftig soll das Freitagstraining aufgewertet werden mit einem halbstndigen Qualifying. Die Qualifikation am Samstag wird dann noch einmal 30 Minuten dauern.

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