FIA GT1: Winkelhock debütiert

FIA GT1 in Abu Dhabi FIA GT1 in Abu Dhabi

FIA GT1: Winkelhock debütiert

— 29.03.2011

Einstand nach Maß

Der ehemalige DTM-Pilot Markus Winkelhock feierte in Abu Dhabi sein Debüt in der FIA GT1-Weltmeisterschaft. Dort konnte er auf Anhieb überzeugen und fuhr mit seinem Lamborghini im zweiten Durchgang sogar aufs Podium.

Markus Winkelhock saß müde, aber glücklich in seinem Sitz, als der Airbus A330-300 am letzten Sonntag um 1:55 Uhr in Abu Dhabi Richtung Frankfurt abhob. "Das Rennwochenende hat mir richtig viel Spaß gemacht", bilanzierte der Schwabe sein Debüt in der GT1-Weltmeisterschaft. Und frohlockte: "Bei der Vergabe des WM-Titels sollten wir ein Wort mitreden können." Ohne einen einzigen Kilometer hinter dem Steuer seines neuen Dienstwagens flog er letzte Woche in die Vereinigten Arabischen Emirate.

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Zufriedene Gesichter: Markus Winkelhock (rechts) und Marc Basseng fuhren im Lamborghini auf Rang drei.

Genau einen Testtag hatte der Ex-Audi-Werksfahrer vor dem Auftaktrennen Zeit, sich an den rund 600 PS starken Lamborghini Murciélago LP 670 RS-V des sächsischen Teams Münnich Motorsport zu gewöhnen. Am Ende stand sein Name in der obersten Zeile des Zeitenmonitors – Platz eins. "Ich kannte weder Strecke noch Auto. Und habe, so denke ich, mich unter diesen Umständen ganz gut geschlagen", blieb Winkelhock bescheiden. Vier Jahre lang fuhr er von 2007 bis 2010 für Audi in der DTM. 2007 kam er im Force India-Vorgängerteam Spyker zu seinem einzigen Formel 1-Einsatz am Nürburgring. Dank eines Regenchaos führte er sechs Runden lang über 30,9 Kilometer das Rennen an.

Nach einer durchwachsenen DTM-Saison 2010 schien ihm im Oktober beim vorletzten Lauf in Adria (Italien) mit einem vierten Platz in einem alten Audi A4 DTM (Jahrgangs 2008) endlich der Durchbruch gelungen zu sein. Schien. Denn im Winter gab ihm Audi-Motorsportchef Dr. Wolfgang Ullrich dennoch den Laufpass, ließ seinen Fahrervertrag auslaufen. "Es war natürlich keine schöne Nachricht für mich", schildert Winkelhock, "aber wir sind nicht im Bösen auseinandergegangen. Das möchte ich ganz klar betonen." Lange musste er nicht warten, bis ihn Münnich Motorsport an Bord holte. "Ich habe mich in diesem Team sofort zu Hause gefühlt", schwärmt Winkelhock. In Abu Dhabi bedankte er sich dafür – auf der Strecke. Dort, wo Sebastian Vettel seinen ersten Formel 1-WM-Titel mit einem Sieg perfektmachte.

Mit Teamkollege Marc Basseng, der in Doppelrolle als Team-Manager auch gleichzeitig Winkelhocks Chef ist, kam am Freitag (25. März) zunächst die große Ernüchterung: Für das erste von zwei Rennen qualifizierte sich das deutsche Fahrerduo nur auf Rang 14. Grund: Das Getriebe ließ sich nicht mehr schalten. Die Mechaniker mussten es über Nacht wechseln. Doch am Samstag bekamen beide die Kurve: Von Platz 14 fuhren sie im ersten Durchgang vor auf Rang sechs. Winkelhock, Startfahrer des zweiten Rennens, zog gleich am Start zwei Positionen vor, übergab den Lamborghini bei Halbzeit auf Platz vier liegend an Basseng. Der fuhr den Lambo souverän ins Ziel – und wurde dank eines Ausfalls noch auf Rang drei nach vorn gespült. Basseng war anschließend voll des Lobes: "Es ist einfach unglaublich. Nach all dem Trouble standen wir auf dem Podest – das ist ein gefühlter Sieg. Markus hat einen fantastischen Einstand abgeliefert."

Autor: Martin Westerhoff

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