FIA-Präsident auf Öko-Trip

FIA-Präsident auf Öko-Trip

— 12.06.2006

"Grüne" Formel 1 als Zukunftsvision

Max Mosley fordert eine "grüne" Formel 1, um Energie und Sprit zu sparen. Der FIA-Boss stößt damit nicht nur auf Zustimmung.

Es klingt wie ein Witz, aber die Formel 1 der Zukunft soll ökologisch verträglich sein. "Es ist ganz wichtig, Benzin und Energie zu sparen", mahnte Max Mosley, oberster Regelgeber und Präsident des Automobilweltverbands FIA, auf einer Pressekonferenz in Silverstone.

"Die Formel-1-Rennwagen sollen Vorbild für die Straßenautos sein und von Nutzen für die Gesellschaft." Mosley propagiert die "grüne" Formel 1. Anstatt nach immer höheren Motordrehzahlen zu streben, müsse die Forschung in den Laboren der Motorsportabteilungen darauf abzielen, Technologien nach Vorbild der Hybridautos zu entwickeln, "die jedem nutzen", sagte der Brite vor Formel-1-Journalisten. Das Plädoyer für die Abrüstung des High-Tech-Zirkels ist zugleich eines wider die Geldverschwendung.

Ein Spitzenrennstall investiert im Schnitt um die 300 Millionen Dollar, Mosley aber will Rennsportmanager ohne Werksunterstützung ermuntern, mit einem über die Hälfte reduzierten Etat ins PS-Geschäft einzusteigen. "Privatiers haben schon immer das Herzstück der Formel 1 gebildet, nicht die Hersteller", sagt er. Die hochgezüchteten Motoren, das ist Mosleys Hauptargument, schlingen mittlerweile 40 Prozent der Etats auf. Das technische Reglement der Fia sieht vor, daß ab 2008 für mindestens zwei Jahre die Triebwerke nicht mehr weiterentwickelt werden dürfen.

Die frei gewordenen Kapazitäten der Hersteller sollen nach Mosleys Vorstellung in die Entwicklung energiesparender Technologien gesteckt werden: benzinsparende Motoren und ein pfiffiges Ladegerät. In dieser 20 Kilo schweren Box in den Boliden soll beim Bremsen entweichende Energie aufgefangen werden. Bei Überholvorgängen können die Piloten dann durch Druck auf einen "Power-Boost"-Knopf im Cockpit die Mehrleistung abrufen. Laut Mosley könne soviel Energie im Ladegerät gespeichert werden, daß auf Knopfdruck neun Sekunden lang zusätzlich 60 PS zur Verfügung stünden.

Die Pläne sind eine Ohrfeige für die großen Werke der Formel 1, die immer leistungsstärkere Triebwerke als Werbevorbilder für die Seriemodelle betrachten. Wie aus Trotz beriefen die Manager von BMW, Mercedes, Honda und Toyota eine Sitzung ein, um auf Mosleys Pläne zu reagieren. Der listige FIA-Präsident hat ihnen aber das Argument zur Rechtfertigung der Etats im dreistelligen Millionenbereich genommen. Hochwertige Technologisierung, heißt Mosleys Credo, ist billiger möglich. Und umweltverträglicher.

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