Fiat 500 und VW Tiguan

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Fiat 500 und VW Tiguan

— 06.12.2007

Scharfe Tuning-Rezepte

Was haben Fiat 500 und VW Tiguan gemein? Sie sind die Autos des Jahres 2007. Das sehen die Tuner auch so. MS Design aus Tirol hat den Cinquecento neu eingekleidet, Abt den Baby-Touareg modifiziert. AUTO BILD hat die Show-Stars gefahren.

Sein Kosename war "Rennsemmel", damals in den 70ern. Oder in freiem Italienisch panino radente. Bürgerlich hieß er Fiat 500. Er war winzig, billig, charmant und hoffnungslos untermotorisiert, im Heck rappelte ein Zweizylinder mit 14 oder 18 PS. Tempo 100 ging mit Ach und Krach, dann war der Ofen aus. Jetzt ist der Cinquecento zurück – und wie! Schon das Serienauto von Fiat ist ein Hit, ein Knubbel im Retro-Look. Da, wo das Werk aufhört und erst 2008 mit der Abarth-Version weitermachen will, fangen schon mal die Tuner an, wie die Jungs von MS Design aus Imst in Tirol. Ihr 500 Cup ist einer der Stars der Essen Motor Show, die vom 1. bis 9. Dezember läuft. Der Zwerg, der vom Berg kommt, ist ein Riese im Vergleich zu damals. Auch bei der Power. Sein 1,4-Liter-Vierzylinder sitzt im Bug. Er sorgt mit 100 PS für 182 km/h Spitze und einen Null-hundert-Sprint in 10,5 Sekunden.

MS Design könnte sich auch eine 500er-Rennserie vorstellen

Breitbau: Der Fiat 500 Cup von MS Design macht auf dicke Hose.

Das sind, Insider wissen es, Serienwerte – denn MS Design lässt den Motor unverändert und erhöht lieber die Querbeschleunigung in Kurven. Spezialist Vogtland in Hagen steuert die Sportfedern bei. Sie legen die Karosserie um 30 Millimeter tiefer und lassen die Passagiere auf Bodenwellen höflich nicken. Die vorderen 17-Zöller tragen Gummis im Format 195/40, die hinteren haben die Größe 215/35. Der 500 Cup von MS Design ist ein toller Witz auf Rädern. Er macht dicke Backen, ein Heckspoiler drückt den runden Hintern auf die Straße. Der Kleine reißt das Maul auf, als wolle er alles fressen, was ihm im Weg steht. Die vergitterten Luftlöcher im Bug, in den Schwellerleisten und am Heck sehen heftig nach Piste aus, eine echte Funktion haben sie nicht. Das Team von MS Design, das schon den VW-Polo-Cup ausrüstet, würde gern eine kleine Motorsport-Serie mit dem 500er auflegen. Vorerst gibt es die neue Rennsemmel aber nur für die Straße – zum Komplettpreis von 21.000 Euro in Weiß, Schwarz oder Rot. Die Auslieferung beginnt im Februar 2008. Ein Diesel mit 110 PS soll bald folgen – ein würdiger Nachfolger der bösen Abarth und Puch der 60er-Jahre.

Beim Abt-Tiguan wird auch der Motor aufgeblasen

Tiefergelegt: Abt bringt die Tiguan-Karosserie dem Erdboden 40 Millimeter näher.

In einem solchen Renn-Abarth saß vor 40 Jahren auch ein gewisser Johann Abt aus Kempten. Heute gilt sein Tuning-Betrieb, 1962 gegründet, als einer der renommiertesten VW- und Audi-Veredler weltweit. Ganz aktuell haben sich die Allgäuer das neue In-Auto von VW vorgenommen – den Tiguan. Das Serienauto hat sich auf Anhieb als Klassenbester entpuppt – der Stoff, aus dem Helden gemacht sind. Bei Abt heißt der kompakte SUV Tiguan VS 4. Er basiert auf der rustikalen "Track and Field"-Karosserie und steht bullig auf der Straße. Schwelleraufsätze und Radläufe verbreitern die Karosserie um sieben Zentimeter. Die Bugschürze und der Grill erinnern an den großen Bruder Touareg, ein Dachkantenspoiler und ein Vierfach-Endrohr schärfen den Abgang. Die Power liefert wahlweise ein 1.4 TSI, der 200 statt 150 PS leistet, oder ein 2.0 TDI. Der Diesel bringt es auf 170 PS oder – mit neuem Turbolader – auf 200 PS. Über die Fahrleistungen macht Abt noch keine Angaben. Der Tiguan VS4 steht auf 20-Zoll-Rädern, seine vorderen Bremsscheiben haben 345 mm Durchmesser. Die Karosserie ist 40 Millimeter tiefer gelegt – das klingt ziemlich seltsam bei einem SUV, tut ihm aber gut. Der Abt-Tiguan rollt sauber ab und wirft sich tapfer in die Kurven, sein Fahrer fühlt sich eng und direkt mit der Straße verbunden. Für den VS4 TDI mit 200 PS in der Vollversion nimmt Abt 37.500 Euro, überschlägig kalkuliert – die Einzelpreise stehen noch nicht fest. Haben Sie Lust bekommen auf die Essen Motor Show? autobild.tv nimmt Sie mit zum großen Rundgang und lässt Stars der Rennsportszene zu Wort kommen.

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