Fiat-Bilanz 2005

Fiat-Bilanz 2005

Fiat-Bilanz 2005

— 31.01.2006

Flucht aus den roten Zahlen

Die Autosparte von Fiat verzeichnet das erste positive Quartalsergebnis seit vier Jahren. Das macht Mut: 20 neue Modelle sind geplant.

Der neue Grande Punto läuft gut an

Schon gut eine Woche vor dem Start der olympischen Spiele gab es in der piemontesischen Autostadt Turin Grund zum Feiern. Nach 17 tiefroten Quartalsbilanzen konnten Fiat-Präsident Luca Cordero di Montezemolo und der Chef-Sanierer Sergio Marchionne erstmals wieder ein positives Ergebnis für die Autosparte, das Kerngeschäft des größten italienischen Industriekonzerns, präsentieren. "Ich bin höchst zufrieden mit den Ergebnissen. Alle Geschäftsbereiche haben sich verbessert", sagte Montezemolo, der in seiner Doppelrolle als Vorsitzender des italienischen Industriellen-Verbandes zur Zeit wenig Positives von der italienischen Wirtschaft berichten kann. "Für Fiat war 2005 das Jahr der Wende."

Mit einer Umsatzsteigerung von drei Prozent auf 5,6 Milliarden Euro fuhren die Automarken Fiat, Lancia und Alfa Romeo von Oktober bis Dezember 2005 ein operatives Plus von 21 Millionen Euro ein – im Vorjahreszeitraum betrug der Verlust noch 156 Millionen Euro. Offensichtlich hat sich das rigorose Kürzungs-Programm des 53jährigen Italo-Kanadiers Marchionne zum Jahresende positiv auf das Ergebnis ausgewirkt. Um 500 Millionen Euro einzusparen, wurden zeitweise ganze Fabriken in Italien stillgelegt und den Arbeitern eine verlängerte Sommerpause verordnet. Zum positiven Ergebnis trug aber auch der Verkaufserfolg der neuen Modelle Croma, Alfa 159 und des im September mit einer großen Marketingkampagne präsentierten Grande Punto bei.

Über das ganze Jahr ist der Umsatz der Autosparte jedoch leicht zurückgegangen. Fiat selbst spricht von einem kontrastreichen Jahr: Waren im ersten Halbjahr die Verkäufe noch um über acht Prozent eingebrochen, konnte der vor 107 Jahren gegründete Autobauer ab Oktober um 7,6 Prozent weltweit und sogar um 14,7 Prozent in Italien zulegen. 2005 hat Fiat knapp 1,7 Millionen Autos verkauft, das sind in Stückzahlen 3,9 Prozent weniger als im Vorjahr. Dafür läuft der Absatz des Grande Punto gut an. Bis heute wurden 100.000 Modelle des komplett neugestalteten Autos verkauft, damit liegen die Turiner gut zehn Prozent über dem gesetzten Ziel.

Für Montezemolo das "Jahr der Wende"

In den kommenden drei Jahren will Fiat zehn Milliarden Euro in die Autosparte investieren und 20 neue Modelle auf den Markt bringen. Finanzanalysten zeigten sich hochzufrieden mit den in Turin vorgelegten Zahlen. Die gesamte Fiat-Gruppe hat ihr Netto-Ergebnis nach schweren Verlusten im Jahre 2004 um fast drei Milliarden Euro auf einen Nettogewinn von jetzt 1,4 Milliarden Euro verbessert. Allerdings haben Marchionne und sein neues Team auch von der einmaligen Sonderzahlung des ehemaligen Kooperationspartners General Motors profitiert. Für 1,56 Milliarden Euro hatten sich die Amerikaner von der Verpflichtung freigekauft, die verlustträchtige Autosparte ganz übernehmen zu müssen.

"Alles deutet in die richtige Richtung", sagte Philippe Houchois von J.P. Morgan in London. Einige Experten halten im kommenden Jahr sogar einen Profit der Autosparte von 300 Millionen Euro für möglich. Um das zu erreichen, hat sich Fiat auch in Deutschland ehrgeizige Ziele gesetzt: Durch den Grande Punto und den Alfa 159 sollen die Verkäufe um ein Drittel auf 120.000 Modelle steigen. Allerdings steht hierzulande die Trendwende noch aus: Im vergangenen Jahr war der Absatz von Fiat, Lancia und Alfa Romeo um mehr als zehn Prozent eingebrochen.

Autor: Bernd Ahrens

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