Fiat Idea 1.4 16V Dynamic

Fiat Idea 1.4 16V Dynamic Fiat Idea 1.4 16V Dynamic

Fiat Idea 1.4 16V Dynamic

— 23.01.2004

Das ideale Format

Außen schlicht, innen frech – so will Fiats kleinster Van ganz groß rauskommen. Präsentiert sich die italienische Antwort auf den Opel Meriva tatsächlich in Hochform?

Bietet Platz wie nur ganz Große

Irgendwie grotesk, dass deutsche Fernsehmacher mit Vorliebe von neuen Formaten sprechen, wenn sie irgendwelche sinnfreien Shows und Serien meinen. Quakende Superstars verpesten den Äther, peinliche Prominente suchen unschuldige Urwald-Bewohner heim – nur echtes Format beweist dabei kaum einer.

Näher am Wortsinn bewegen sich da zum Glück die Autobauer. So unterhalten uns Fiats Programmdirektoren seit diesem Wochenende und trotz zuletzt mäßiger Einschaltquoten mit einem ebenso vielseitigen wie praktischen Familienprogramm namens Idea. Ein kompakter Van auf Basis des Punto, der bei uns als 1.4 16V Dynamic auf Sendung geht.

Format beweist der wohlproportionierte und hübsch anzuschauende Italiener schon auf den ersten Blick. Mit 3,93 Metern elf Zentimeter kürzer als Rivale Meriva, macht sich der Idea 1,70 Meter breit und 1,66 Meter hoch. Unterm ansehnlichen Blechkleid prahlt der kleine Fiat mit Platz wie sonst nur ganz Große in diesem Gewerbe. Vorn geraten selbst Zwei-Meter-Mannen nicht wirklich in Bedrängnis, auch wenn der Verstellbereich des Lenkrads (hoch und längs) ruhig noch großzügiger hätte ausfallen können.

Geteilt verschiebbare Rückbank

Dafür lassen sich die Sitze fast allen Staturen anpassen (Fahrersitz höhenverstellbar), setzt auch auf längeren Strecken kein Fluchttrieb ein. Einzig die Polsterung wünschen wir uns größer und dicker – das Untergestell drückt beim Ein- und Aussteigen schon mal leicht in die Oberschenkel.

Dafür schluckt der Idea selbst Billy-Regale von Ikea. Wird die Lehne des Beifahrersitzes vorgeklappt (Serie), verschwinden bis zu 2,27 Meter lange Bretter so unbemerkt im Italo-Van. Und außer beim Möbeltransport glänzt der flach gelegte Sitz zudem auch als sehr bequeme Beinablage für Hinterbänkler. Die genießen dank 2,51 Meter Radstand, um 16 Zentimeter längs verschiebbarer Rückbank und um 45 Grad neigbarer Lehne ohnehin die große Freiheit. Um Kopf und Knie bleibt es angenehm luftig, selbst Zappelphilipp Daniel Kübelböck dürfte hier ausnahmsweise nicht anecken. Erst zu dritt wird es hinten kuschelig eng.

Pärchen ohne weiteren Anhang präsentiert sich der Idea dagegen als geräumiges Freizeitmobil mit einem Unterhaltungswert deutlich oberhalb privater Programmangebote. Wenige Handgriffe genügen, um die geteilte Rückbank nach vorn zu klappen und so genug Platz für Mountainbikes bis Tauchausrüstung zu schaffen. Nur ausbauen lassen sich die hinteren Sitzmöbel nicht. Doch, mal ehrlich: Wie oft ist das im Alltag wirklich nötig?

Komfort und Fahrverhalten

Störender empfinden wir da die straffe Federung, die unterm Dachhimmel mitunter für leichtes Klappern sorgt. Sanfte Unebenheiten bügelt der sportliche Idea zwar souverän glatt, Querfugen und grobe Straßenschäden stoßen ihm und uns aber unangenehm auf. Gleichzeitig neigt sich der Punto-Van bei rüden Richtungswechseln deutlicher zur Seite als erwartet. Wankelmut, der bei Ausweichmanövern auf der Autobahn nicht nur das Heck in Unruhe versetzen kann. Zumal die Lenkung in der Mittellage nicht sonderlich präzise anspricht. Auch wenn der Idea ansonsten meist brav untersteuert und auf Lastwechsel so gelangweilt reagiert wie das Fernsehvolk auf Wiederholungen, lohnen die 500 Euro fürs ESP allemal.

Wer dann noch Seitenairbags vorn und Klimaanlage ordert, könnte mit dem Idea 1.4 16V Dynamic eigentlich rundum zufrieden sein. Der Vierventiler wirkt vor allem im mittleren Drehzahlbereich munter, gefällt mit heiserem Unterton und vertretbaren 7,8 Litern Verbrauch.

Zum perfekten Familienprogramm fehlen dem Italiener allerdings doch ein paar Kleinigkeiten. Die ideal platzierte Schaltung hakt bei schnellen Gangwechseln leicht, ab 150 km/h beginnt für den 1,4-Liter der lange, durchaus mühsame Weg bis zur Spitze, bei der Qualität spüren wir (noch) gewisse Defizite. Und auch eine wirklich innovative Idee suchen wir beim Idea vergeblich. Hier bleibt im kleinen Raumriesen also durchaus noch Platz für Verbesserungen. Trotzdem dürfte Fiats jüngster Programm-Beitrag das richtige Format für einen Quoten-Hit besitzen.

Kosten und Ausstattungen

Die Sicherheitsausstattung mit Fahrer-, Beifahrer- und Kopfairbags sowie ABS ist schon ab Werk gut. Seitenairbags (250 Euro) und ESP (500 Euro) kosten Aufpreis.

Technische Daten und Testwerte

An der Bremsleistung des Mini-Vans gibt es wenig auszusetzen. Zehn Vollbremsungen aus Tempo 100 bringen einen guten Mittelwert von 39,3 Metern, ohne dass die Bremse nachlässt.

Fazit und Wertung

Fazit Er sieht gut aus, bietet viel Platz und hat einen fairen Preis. Eigentlich besitzt der Idea alles, um für Fiat zu einem großen Erfolg zu werden. Und doch überzeugt der Punto-Van nicht restlos. Dazu müsste das Fahrwerk harmonischer ausgelegt sein, der Motor kräftiger durchziehen, Material- und Verarbeitungsqualität noch besser ausfallen. Vor allen Dingen hätte Fiat aber eine wirklich neue Idee einbauen müssen. Eine, die ich bei Opel oder Hyundai nicht finde. So wird der Idea zu einem Van unter vielen, aber eben nicht zu dem Van in der Kleinwagenklasse. Schade, denn das Format dafür bringt der kleine Italiener mit.

Wie gefällt Ihnen der Fiat Idea?

Testwerte sind harte Fakten. Ob ein Auto letztlich ankommt, wissen aber nur die Verbraucher selbst – also Sie. Deshalb ist uns Ihre Meinung wichtig. Vergeben Sie eigene Noten für den Fiat Idea 1.4 16V Dynamic. Den Zwischenstand sehen Sie direkt nach Abgabe Ihrer Bewertung.

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