Fiat-Krise

Agnelli verkauft Fiat Auto an GM

Fiat-Krise

— 11.10.2002

Agnelli verkauft Fiat Auto an GM

Die Würfel sind gefallen: Fiat-Auto-Chef Giancarlo Boschetti und die Familie Agnelli wollen das Unternehmen an General Motors verkaufen.

2004 schlägt die Stunde von GM

Die Entscheidung ist gefallen: Die Familie Agnelli will keine Autos mehr bauen. Fiat wird eine Tochter von General Motors. "Es wird Ihnen bei Fiat niemand in der Frage mehr widersprechen", sagte ein Fiat-Funktionär der Tageszeitung DIE WELT.

Umberto Agnelli, der jüngere Bruder des Ehrenpräsidenten Gianni Agnelli, setzte sich gegen Bedenken im Konzern und der italienischen Politik durch. Ab 2004 kann die verschuldete Autoproduktion von Fiat, die 43 Prozent des Konzernumsatzes ausmacht, an GM verkauft werden. Der US-Konzern hält bereits 20 Prozent an Fiat Auto.

Fiat-Chef Giancarlo Boschetti teilte mit, dass der Konzern 8100 Arbeitsplätze in Italien abbauen werde. In den ersten drei Monaten 2002 wies Fiat Auto einen Verlust von 429 Millionen Euro aus, im zweiten Quartal waren es 394 Millionen Euro.

Kommentar: Italienische Tragödie

Von Marco Dalan Italien trauert. Der Industriekonzern der Agnellis baut ab 2004 keine Fiats mehr. General Motors übernimmt alle Anteile an der Autosparte. Die Entscheidung ist die Konsequenz aus Managementfehlern, Qualitätsmängeln und einer verfehlten Modellpolitik. Allein kann sich der Traditionskonzern aus diesem Teufelskreislauf nicht mehr befreien. So schmerzlich der Verlust der Arbeitsplätze auch ist - zum Verkauf der Autosparte gibt es keine Alternative, sie ist ein Auslaufmodell. Für den Gesamtkonzern gibt es dagegen jetzt die Chance für einen Neubeginn. Forza Fiat.

Doch die Übernahme wird auch für GM eine Fahrt auf schwierigem Gelände. Die Streik erprobten italienischen Gewerkschaften werden sich mit allen Mitteln gegen Werkschließungen und Arbeitsplatzabbau wehren. Gleichzeitig wird der US-Konzern seine europäischen Marken durchforsten müssen. Die Folge: Die eine oder andere Marke wird zu einem Kapitel im Geschichtsbuch der Automobilindustrie werden.

Die GM-Tochter Opel darf sich trotz erster Sanierungserfolge nicht zu sicher sein, unbehelligt zu bleiben. Die Amerikaner werden alles auf den Prüfstand stellen. Fiat hat moderne Werke in Italien und Polen, Opel in Deutschland, Spanien und Belgien. Die Fiat-Tragödie ist erst der Beginn. Das werden nicht nur die Arbeiter in Italien, sondern auch die von Opel spüren.

Diesen Beitrag empfehlen

Anzeige

Automarkt

Finden Sie im Automarkt von autobild.de Ihren Gebrauchtwagen.

Bei autohaus24.de Neuwagen günstig kaufen und Geld sparen.