Fiat-Krise

Fiat-Krise

— 14.10.2002

Italiens Regierung kündigt Hilfsplan an

Die Fiat-Krise hält ganz Italien in Atem. Jetzt wird sich Ministerpräsident Silvio Berlusconi für den Autokonzern einsetzen.

Die italienische Regierung will bis Ende Oktober einen Hilfsplan für den krisengeschüttelten Automobilkonzern Fiat vorlegen. Dies geht aus einer Mitteilung hervor, die das Amt von Ministerpräsident Silvio Berlusconi am Sonntagabend (13.10.) veröffentlicht hat. Zuvor waren Berlusconi und Finanzminister Giulio Tremonti mit der Fiat-Spitze zusammengetroffen. Der Gipfel in Berlusconis Privatvilla in Arcore bei Mailand dauerte rund dreieinhalb Stunden.

Das Treffen, an dem auch Fiat-Präsident Paolo Fresco teilnahm, ging ohne konkrete Ergebnisse zu Ende. Die Regierung wolle den Autosektor strategisch stärken, hieß es in der Erklärung. Der derzeitige Restrukturierungsplan von Fiat müsse verbessert werden. Die Fiat-Vertreter gaben keine Stellungnahme ab.

Die italienische Regierung will den von Fiat angekündigten Abbau von 8100 Arbeitsplätzen sowie die Schließung mehrerer Werke verhindern. Am Freitag (11.10.)hatten Äußerungen von Fresco Spekulationen über eine näher rückende Übernahme durch den US-Automobilkonzern General Motors (GM) angeheizt. GM ist bislang mit 20 Prozent an Fiat beteiligt. Fiat hat aber die Option, die Autosparte komplett an GM zu verkaufen.

Medienberichten zufolge will Berlusconi zumindest erreichen, dass ein Fiat-Verkauf an GM an Garantien geknüpft wird, keine Massenkündigungen oder Werkschließungen vorzunehmen. Man wolle die Regierung in ihren Bemühungen unterstützen, sagte Francesco Rutelli, der Chef des Mitte-Links-Oppositionsbündnisses Ulivo. Auch der Präsident der EU-Kommission, Romano Prodi, hat sich sehr besorgt über die Krise beim Flaggschiff der italienischen Industrie gezeigt. Er will am Montag die Fiat-Zentrale in Turin besuchen.

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