Fiat Palio Weekend 100 16V

Fiat Palio Weekend Fiat Palio Weekend

Fiat Palio Weekend 100 16V

— 12.02.2002

Einladend

Wer kann da schon widerstehen? Nein, nicht die Grazien sind gemeint, sondern der Fiat Palio Weekend.

Motor und Fahrwerk

In Brasilien gibt es nicht nur Samba, Karneval und Fußball, sondern auch ein Fiat-Werk: Betim, 100 Kilometer von Rio entfernt. Dort - die Löhne sind günstig - wird der Palio Weekend 100 16V gebaut, für die ganze Welt, also auch für uns.

Motor und Getriebe 100 PS im kleinen Kombi? Muß nicht sein, macht aber Spaß. Der 1,6-Liter hängt gut am Gas. Bei hohen Drehzahlen hat er einen Antritt wie Fußball-Genie Ronaldo in der gegnerischen Abwehr: stark und schnell. Bis 140 km/h leise (4000 Touren), danach wird es laut wie im Maracana-Stadion beim Heimspiel von Flamengo. Lob für das Getriebe, gut abgestuft und leicht zu schalten. Dicker Minuspunkt: der Verbrauch. 10,2 Liter Super sind einfach zuviel.

Fahrwerk und Sicherheit Hier kann Fiat nachbessern. Durchschnittliche Bremsen (41,7 Meter aus 100 km/h). Wendekreis wie ein Fernlaster auf der Transamazonica: 11,7 Meter. Fahrverhalten in schnellen Kurven kräftig untersteuernd, insgesamt behäbig. Nicht unschuldig daran: die leichtgängige, ungenaue Servolenkung.

Komfort und Preis

Karosserie und Innenraum Unter den kleinen Kombis ist der Palio der größte. Keiner schluckt mehr. 460 Liter passen in das Transportabteil, bei umgelegten Rücksitzen sogar 1540. Genug für den Strand-Ausflug zur Copacabana. Fein: niedrige Ladekante, vier Verzurrösen, Kunststoff-Schienen für Verschiebearbeiten, seitliche Ablagefächer. Stattlich: 490 Kilo Zuladung. Für die Passagiere wird es enger. Zu viert herrscht Gedränge wie in der U-Bahn von São Paulo zur Rush-hour. Überraschend gut: die Verarbeitung.

Komfort Auf Brasiliens Rüttelpisten zählen andere Werte als im autobahnvernetzten Deutschland. Ankommen zählt, nicht Rücksicht auf zarte Popos. Also tänzelt der Palio auf schlechten Pisten aufgeregt wie Giovane Elber vor dem Elfmeter und bockt auf Querfugen. Federung straff, Dämpfung weich, Mischung unausgewogen. Unbequem die Sitze: zwar straff gepolstert und mit hoher Lehne, aber mit kurzer, wulstiger Auflage und gewöhnungsbedürftig hoher Sitzposition (keine Höhenverstellung), Verstellbereich für Große nicht ausreichend.

Preise und Kosten Mit 100 PS kein Sonderangebot mehr, aber günstig: 26.070 Mark. Der gleich starke Polo Variant kostet 1890 Mark mehr (27.960 Mark). Komplette, praktische Ausstattung, lange Wartungsintervalle (20.000 Kilometer), Versicherungen etwa wie bei VW. Aber hohe Rechnungen fürs Benzin.

Fazit Der Palio Weekend lädt ein zur Samba. Geräumig, preiswert, temperamentvoll. Doch Vorsicht, europäische Perfektion kann er nicht bieten. Das Auto aus Brasilien ist einfach gestrickt: praktisch und robust, aber ohne Feinschliff.

Technische Daten und Fahrwerk

Technik Vierzylinder-Reihenmotor • Hubraum 1581 cm3 • Bohrung x Hub 86,4 x 67,4 mm • Verdichtung 10,1:1 • Leistung 74 kW (100 PS) bei 5500/min • max. Drehmoment 140 Nm bei 4500/min • Fünfgang • Frontantrieb • Einzelradaufhängung • vorn innenbelüftete Scheiben- • hinten Trommelbremsen • ABS • Reifen 175/65 R 14 H • Kofferraum 460/1540 l • Tank 51 l • L/B/H 4130/1614/ 1515 mm • Leer 1200 kg • Zulad. 490 kg • Anhängelast 1200 kg

Serienausstattung ABS • Fahrer- und Beifahrer-Airbag • Servolenkung • Zentralverriegelung • elektr. Fensterheber vorn • Colorverglasung • asymmetrisch klappbare Rücksitzbank und -lehne • zwei Kopfstützen hinten

Extras Klimaanlage 1830 Mark • Schiebedach 850 Mark • Metallic 560 Mark • elektr. Fensterheber hinten 450 Mark • Fernbedienung für Zentralverriegelung 500 Mark

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