Minis mit Gasantrieb im Test

Fiat Panda 1.2 8V Natural Power Fiat Panda und Chevrolet Matiz mit Gasantrieb im Test

Fiat Panda und Chevrolet Matiz mit Gasantrieb im Test

— 12.07.2007

Für 40 Euro an die Adria

Doch, es geht so billig. Aber nicht mit Benzin im Tank: Wir reisen mit zwei Gasautos ans Mittelmeer, strapazieren unsere Geduld, erleben einen Hauch von Abenteuer – und sparen richtig Geld.

Nach den ersten Serpentinen des Großglockners überfällt den Panda die bleierne Müdigkeit der Murmeltiere, die hier zu Hause sind. Die Tachonadel sackt ab auf 50 km/h. Auf 45. Auf 38. Viel Zeit zum Nachdenken. Taut der Gletscher da oben langsamer, weil wir mit sauberen Gasautos unterwegs sind? Muss ich gleich runterschalten bis in den ersten Gang? Wer freundlich sein will zur Umwelt, sollte vor allem eins mitbringen: Geduld. Viel, viel Geduld. Die brauchen wir auf einer Fahrt, die das grüne Gewissen und den Geldbeutel gleichermaßen besänftigen soll. Mit zwei gasbetriebenen Kleinwagen juckeln wir von der Alster an die Adria – auf der alten Käfer-Route Richtung Rimini. Nicht viel schneller als damals, aber zum gleichen Preis: Wenn der Fiat Panda Natural Power wie versprochen für 3,50 Euro 100 Kilometer weit kommt, fahren wir für 40 Euro bis zur Adria. Klar, dafür kann man heute fliegen, aber nicht zu viert. Zum Preisvergleich fährt ein Chevrolet Matiz 1.0 mit, der schon ab Werk Flüssiggas tankt. Mal sehen, wie die beiden sich durchs dünne Gasnetz gen Süden hangeln.

Im Panda lernt man, Steigungen wieder mit Schwung anzufahren.

Als die Stadtautos Hamburg verlassen, kühlt die Euphorie erst einmal ab. Auf der Autobahn reicht das Temperament der Gas-Mobile gerade aus, um Lastwagen sicher zu überholen. "Mehr als zehn Prozent weniger Leistung und Durchzugskraft bei Methanbetrieb", hat Fiats Betriebsanleitung gewarnt. Von 60 PS bleiben dem Panda 52, und die diktieren fortan das Tempo. Ab 110 wird es zäh, mit Anlauf schafft der Fiat 140. Der 67 PS starke Matiz büßt mit Flüssiggas keine Leistung ein. Speziell im Panda lernt man, an Steigungen wieder mit Schwung zu fahren – so wie früher. Und viel in den Rückspiegel zu schauen. Die TDI schießen links vorbei wie Autos von einem anderen Stern. Mit Gas schrumpft nicht nur die Leistung, sondern auch die Reichweite. Die 13-Kilo-Tanks unterm Kofferraum des Panda reichen für realistische 200 Kilometer.

Kilometer 203

In Hildesheim-Süd haben wir Glück: Die Firma Deppe führt beide Gassorten, aber das Tanken dauert länger. Zeit für eine Plauderei. "Wir bauen pro Woche zwei Autos auf Gas um", erzählt Kfz-Meister Detlef Liebal, der mit einem Nissan Micra CC vorfährt. "Jetzt, bei diesen Spritpreisen, ist unsere Werkstatt ausgebucht." Wir zahlen fürs Volltanken 7,50 Euro. Aber das Grinsen verfliegt auf der A7. Hat der Panda etwa L-Gas, das mit der geringeren Dichte, erwischt? In den Kasseler Bergen sinkt das Tempo, während im gleichen Maße die Angst hinterm Steuer wächst. Tempo 78, so also fühlt man sich als Verkehrshindernis. Wie zum Abschuss freigegeben, wenn der Panda einem Lkw ausweichen und nach links ziehen muss. Bittere Erkenntnis: Im 30-PS-Käfer der Adenauer-Ära kann es kaum quälender gewesen sein.

Kilometer 368

Das große Autobahnkreuz in Kirchheim hat viele Tankstellen, aber nur LPG, kein Erdgas. Nur der Matiz nimmt Nahrung auf.

Kilometer 440

Auf den letzten Kilometern bis Fulda geht das Erdgas aus, der Panda schlürft zur Überbrückung Super. Die Gas-Tankstelle liegt ein paar Kilometer abseits, mit An- und Abfahrt dauert das Ganze gut eine halbe Stunde.

Kilometer 640

In Nürnberg kurven wir endlos durch die Stadt, bis endlich die Gas-Station in Sicht kommt. Der Erdgas-Atlas hilft zwar bei der Suche, aber wir danken dem bequemeren Navigationssystem. "Poi Finder 2.0" heißt der hilfreiche Wegweiser, der sich nachträglich aufspielen lässt (www.poicon.de, Preis: 50 Euro plus Versand).

Kilometer 867

Zur Überbrückung gibt sich der Fiat auch mit Benzin zufrieden.

Nach zehn Stunden ist der Irschenberg erreicht. Ein Panda mit 60 Benzin-PS wäre bei gleichen Verkehrsbedingungen – wir hatten viel freie Fahrt – mindestens eine Stunde eher hier gewesen. Aber wenigstens haben wir uns an die seltsamen Geräusche beim Tanken gewöhnt: Es pumpt, rumort und rumpelt in der Säule, beim Abnehmen der Flüssiggas-Pistole knallt immer ein lautes "Paff" aus dem Überlauf. Tanken ist jedes Mal ein neues Abenteuer – wenn auch ein ungefährliches. Beim Panda hängt die Füllmenge vom allgemeinen Luftdruck und vom jeweiligen Fülldruck ab. Es ist heiß auf dieser Fahrt, daher passen selbst in den leer gefahrenen Erdgas-Tank nie mehr als 11,17 Kilo. Wir kommen abends bis kurz vor Kitzbühel, bis zum Wilden Kaiser. Und fühlen uns nach zwölf Stunden ziemlich platt.

Kilometer 1016

Pächter Willi Ebster meint: "Der Nahverkehr sollte zu Gas wechseln."

Endlich, der Großglockner ist geschafft. In Österreich fahren sie viel Diesel und wenig Gas. Auf einer der wenigen Stationen bietet Willi Ebster in Maishofen seit kurzem Erdgas. "Das ist noch kein Geschäft", sagt der Pächter. "Aber hier fahren viele Italiener, Polen und Russen vorbei." Beim Thema Gas bekommt Herr Ebster ein kämpferisches Blitzen in die Augen. "Ich finde, bei der guten Umweltbilanz von Gas sollte der ganze Nahverkehr umsteigen: Taxen, Fahrschulen, im Winter die Skibusse und Räumfahrzeuge. Es gab doch schon vor 35 Jahren Pistengeräte, die mit Flüssiggas fuhren." LPG produziert 18 Prozent weniger CO2 als Benzin, Erdgas 25 Prozent weniger. Das gute Gewissen fährt mit.

Kilometer 1078

Eine von nur zehn (!) österreichischen Flüssiggas-Tankstellen liegt in Lienz versteckt im Industriegebiet, wo Verkäufer Josef Schmidhofer den Matiz persönlich betankt. Service? Nein, Angst. Selbstbedienung ist verboten, nebenan lagern Tausende Tonnen Industriegas. "Ich habe 20, 30 Kunden am Tag, die kommen an uns ja nicht vorbei." Lienz ist die letzte Tankstelle vor der Grenze – und die ist 60 Kilometer entfernt.

Kilometer 1269

Dünnes Tankstellennetz – da muss man im Voraus planen.

Umgekehrtes Bild in Italien. LPG gibt es fast in jedem Kaff, Erdgas-Stationen sind dünn gesät. Eine findet sich in Udine, weit ab von der Autobahn, tief in der Pampa, ganz hinten rechts. Dort bedient Donatella, die in ihrem Verzeichnis für uns die nächste Tankstelle sucht. Gas tanken ist kompliziert, aber sehr kommunikativ. Die Fachfrau empfiehlt noch ein Hotel in Grado an der Adria, wo wir abends erste Bilanz ziehen: 1302 Kilometer gefahren, sechsmal getankt, für 49,99 Euro Gas und für 12,11 Euro Benzin. Auf unserer Strecke hat der Fiat die versprochenen 40 Euro nicht ganz geschafft – aber günstig ist er trotzdem.

Kilometer 1302

Zurück geht es über Brenner und Fernpass. Zumindest in Italien liegen die Tankstellen auf dieser Route direkt an der Autobahn. Diesmal gibt der Matiz die Tankpausen vor. Der Brenner fällt dem müderen Panda viel leichter als der steile Großglockner.

Kilometer 1492

Ein eigenartiges Gefühl, dieses Reise-Stakkato: Kurz nach dem Tanken sucht man bereits die nächste Station, gibt sie ins Navi ein und schaut alle zehn Minuten zur Tankuhr. Die Anzeige im Matiz spinnt, schwankt manchmal zwischen halb voll und Reserve. Langweilig wird es nie, alle mitgenommenen Hörspiel-CDs kommen ungehört nach Hause zurück.

Kilometer 1851

In Innsbruck setzt der Tankwart die Pistole an, tritt zehn Meter zurück hinter eine weiße Linie und steckt sich erst dort eine Zigarette an. In Kitzingen pafft ein Monteur mit osteuropäischem Akzent direkt neben der Säule. Gastanken, ein echtes Erlebnis.

Kilometer 2303

Knöpfe, Karten, Geheimzahlen – jede Tankstelle funktioniert anders.

Jede Tankstelle hat ihre eigene Betriebsanleitung, irgendwas Neues überrascht immer. Da müssen Knöpfe gedrückt, Klinken entsperrt, Karten eingeworfen, Geheimzahlen genannt, Adapter geschraubt, Automaten bedient werden – nach dieser Tour kann ich wohl auf der ganzen Welt tanken.

Kilometer 2658

Nein, diese Gas-Diaspora entlang der A7 zwischen Würzburg und Göttingen passt wirklich nicht zum kleinen Tank im Panda. Auf der Rückfahrt sind wir großzügiger, ungeduldiger und fahren 50 Kilometer auf Benzin.

Kilometer 2840

Der hohe Verbrauch des Matiz hat uns während der ganzen Fahrt gewundert. Durchschnittlich 9,57 Liter Flüssiggas hat der Chevrolet auf dieser Tour geschluckt. Das sind 1,4 Liter mehr als auf der AUTO BILD-Teststrecke. Und 3,3 Liter mehr als mit Benzin. Ungewöhnlich und mit dem hohen Vollgasanteil auf dieser Fahrt nur teilweise zu erklären. Denn der Panda musste genauso zügig mithalten und schluckte auf der Adria-Tour sogar weniger als auf unserer Normrunde. Dazu meint Chevrolet: "Wir können den hohen Verbrauch des Matiz nicht nachvollziehen. Bei unseren internen Messungen liegt der Mehrverbrauch im Autogasbetrieb bei maximal 15 Prozent." Zahlen, die auch der Flüssiggasverband bestätigt.

Trotz großem Durst fährt der Matiz 29 Prozent günstiger als ein Benziner.

Allerdings räumen Experten ein, dass auf extremen Langstrecken bis zu 33 Prozent mehr Kraftstoff geschluckt wird. Trotzdem reiste der Matiz unterm Strich noch immer 29 Prozent günstiger an die Adria, als er im reinen Benzinbetrieb verbraucht hätte. Und der Panda spart sogar 42 Prozent. Ach, hätte der Fiat doch größere Gastanks und etwas mehr Durchzugskraft – er wäre dann richtig langstreckentauglich. Denn eigentlich sind die beiden Minis gar nicht zu klein für große Touren. Mit dem Käfer ging es früher ja auch. Und so fährt unsere Adria-Tour mit dem Tempo von gestern am Ende doch in die Zukunft. Denn so viel Sparsamkeit steht jeder Marke gut. Auf dem Weg zur Adria und zurück fehlt nur ein brauchbares Gas-Tankstellennetz.

Die Abrechnung

Flüssiggas: Gut 60 Cent – ein Preis wie von gestern ist das beste Argument für Flüssiggas (LPG), dessen Abgase etwas sauberer sind als Benzin. LPG tankt der Chevrolet Matiz 1.0 SX (12.640 Euro) über einen Stutzen im hinteren Stoßfänger. Der Gastank fasst 36 Liter. Damit kommt der Kleine gut 400 Kilometer weit, der Einlitermotor leistet unverändert 67 PS. Auf Reisen beruhigt das dichtere Tankstellennetz, mit Flüssiggas steigt der Verbrauch angeblich um circa 15 Prozent.

Erdgas: Ein Saubermann, dieser Stadtfloh. Der Panda 1.2 8V Natural Power für 13.340 Euro verträgt außer Superbenzin auch das saubere Erdgas (in Italien Metano genannt), das 25 Prozent weniger CO2 produziert. Günstig ist es auch: Für 3,50 Euro kommt man angeblich 100 Kilometer weit. Und der Haken? Der 13 Kilo große Gastank erlaubt nur 200 Kilometer Reichweite, das Tankstellennetz ist dünn. Zudem sinkt mit Gas die Motorleistung von 60 auf 52 PS. Beide Einfüllstutzen liegen unter der Tankklappe.

Fazit: Mal abgesehen von den Strapazen: Volltanken für neun Euro mit Erdgas oder 15 Euro bei Flüssiggas ist sensationell. Der Panda kommt fast an die versprochenen 3,50 Euro je 100 Kilometer heran, billiger kann man kaum Auto fahren. Teuer wird das Reserve-Benzin bis zur nächsten Gas-Tanke. Überrascht hat uns der hohe Gas-Verbrauch des Matiz: 9,57 Liter sind deutlich mehr, als AUTO BILD zuvor auf seiner Messstrecke ermittelt hat – der hohe Vollgasanteil ist schuld. Dennoch liegen die Kilometerkosten nahe zusammen. Der Panda spart 42 Prozent im Vergleich zum Benziner, der Matiz 29 Prozent.

Fazit von Redakteur Joachim Staat: Gewissen gegen Geschwindigkeit

Redakteur Joachim Staat rätselt über den Weg in die Zukunft.

Nach diesem Gewaltritt bleibt ein zwiespältiges Gefühl. Die Vorteile: Volltanken für zehn bis 15 Euro, das treibt mir Freudentränen in die Augen. Gut für das grüne Gewissen ist außerdem die Erkenntnis, einen der ökologisch saubersten Kraftstoffe zu fahren. Aber ein Erdgas-Panda ist einfach zu schlapp für große Touren, zudem gibt es nicht genug Tankstellen. Die Flüssiggas-Versorgung ist deutlich besser, verlangt aber immer noch viele Kompromisse bei Bedienung und Öffnungszeiten. Ein Land wie Italien ist da viel weiter als wir. So oder so: Nach dieser Tour empfinde ich das heutige Benzin-Tankstellennetz wieder als herrlich bequemen Luxus.

Die wichtigsten Fragen und Antworten zu gasbetriebenen Autos

Lohnt sich die teure Anschaffung eines gasgetriebenen Autos?
Egal ob mit Erd- oder Autogas gefahren wird, die teure Anschaffung lohnt sich nur, wenn auch der preiswerte Stoff durch die Kraftstoffleitung strömt. Das gilt besonders für lange Urlaubsreisen. Tankdisziplin und Vorbereitung sind gefragt. Wer mit Routenplaner, der Fahrzeugreichweite und einem Tankstellenverzeichnis vorab die Nachschubfrage klärt, reist entspannter. Im Ausland gibt es für Autogas unterschiedliche Tankstutzen, ein Adapter ist zum Befüllen erforderlich. Das gilt auch für Erdgasfahrer mit dem Urlaubsziel Italien. Rechtzeitig besorgt und griffbereit verstaut, gibt es kaum mehr Überraschungen. Doch: Das europäische Gas-Tankstellennetz ist längst nicht flächendeckend ausgebaut. Adressen finden Sie unter www.gas-tankstellen.de.

Kann ein Erdgas-Auto bei einem Gewitter aufgrund eines Blitzeinschlags explodieren? Nein. Egal, ob mit Benzin, Erd- oder Autogas angetrieben, das Auto wird auf keinen Fall explodieren. Grund: Die Fahrzeugkarosserie funktioniert wie ein Faradayscher Käfig. Das heißt: Der entstehende Strom, etwa 20.000 Ampere (ein Toaster hat rund vier Ampere), wird über die stromleitende Außenhaut abgeleitet. Fährt man in das Zentrum eines Gewitters, gilt es trotzdem, ein paar Regeln zu beachten: anhalten, Blitze können stark blenden; auf keinen Fall aussteigen, im Auto ist es sicher; nach einem Einschlag können Reifen oder Fahrzeugelektronik beschädigt sein.

Wie finde ich Tankstellen? Eine komplette Übersicht gibt es im Internet – aufgesplittet nach Erdas- und Autogas-Tankstellen. Tip für Vielfahrer: Navigationssysteme bieten die Suchfunktion "Erdgastankstellen" an.

Wird Erdgas als sauberer Kraftstoff von der Bundesregierung gefördert? Nein, es gelten die gleichen Schadstoffklassen wie bei konventionellen Kraftstoffen – allerdings wird für Erdgas ein ermäßigter Steuersatz an der Tankstelle fällig. Ein Grund, warum es im Vergleich zum Benzin deutlich preiswerter ist. Ganz frisch ist die Entscheidung des Bundestags, die Ermäßigung bis 2018 festzulegen. Grund: Es gibt endlich die schon lange geforderte Gleichstellung mit Autogas. Eine direkte Förderung gibt es über die Energieversorger. In vielen Regionen wird der Kauf eines Erdgasfahrzeugs durch Tankgutscheine oder durch eine einmalige Zahlung unterstützt.

Unterscheidet sich die TÜV-Untersuchung eines Erdgasfahrzeugs von der eines Autos mit konventionellen Kraftstoff? Ja, tut sie. Für ältere Gastanks gibt es je nach Bauform und Einbauort im Auto unterschiedliche Fristen. Dafür müssen die Tanks nach fünf beziehungsweise zehn Jahren aus dem Auto ausgebaut werden, um eine Festigkeitsuntersuchung zu bestehen (inige Tanks aus Verbundwerkstoffen sogar schon nach drei Jahren). Rund 600 Euro kostet die Prüfung durch einen Sachverständigen. Einfacher haben es Besitzer eines neueren Modells. Ist deren Erdgasanlage nach der internationalen Rechtsnorm ECE-R 110 oder ECER 115 genehmigt, benötigt sie nur noch eine alle zwei Jahre durch einen Sachverständigen durchzuführende Sichtprüfung.

Ist es grundsätzlich erlaubt, in Parkhäusern zu parken? Grundsätzlich gilt: Die Garagen-Verordnungen der Bundesländer erlauben das Parken von Erdgasfahrzeugen. Allerdings dürfen Eigentümer das Einfahren untersagen.

Was bedeuten die Begriffe Bi- und Monovalent? Bivalent (Bifuel) ist ein Auto, das mit Erdgas oder Benzin gefahren werden kann. Monovalente Fahrzeuge (Monofuel) besitzen nur noch einen kleinen Not- beziehungsweise gar keinen Benzintank mehr.

Wo liegt der Unterschied zwischen Erd- und Autogas? Welche Vor- und Nachteile gibt es jeweils? Erdgas – beziehungsweise CNG – besteht zum größten Teil aus Methan und kommt in natürlichen Lagerstätten vor. Durch sauerstoffreie Vergärung läßt sich Methan aber auch aus Biomasse herstellen (Biogas). CNG ist leichter als Luft. Autogas, auch als Flüssiggas oder LPG bezeichnet, besteht aus Propan/Butan und fällt in der erdölverarbeitenden Industrie an. LPG ist schwerer als Luft. Für den Neuwagenkauf gilt: Für Erdgasfahrzeuge gibt es das deutlich größere Angebot. Im Auto selbst unterscheiden sich die Kraftstoffe im wesentlichen durch Speicherdruck und -zustand des Gases. Erdgas wird gasförmig bei rund 200 Bar gespeichert, benötigt daher große, zylindrische Tanks mit hohem Gewicht. Die Reichweite im reinen Gasbetrieb ist meist geringer als bei Fahrzeugen mit Autogas. LPG gelangt flüssig mit rund zehn Bar in den Tank. Für den Kraftstoffbehälter reicht meist die Reserveradmulde aus. Das Betanken eines Erdgaswagens mit Autogas oder umgekehrt ist nicht möglich. Durch unterschiedliche Tankstutzen ist eine Verwechselung ausgeschlossen.

Lohnt es sich, einen sechs Jahre alten Benziner auf Erdgas umzurüsten? Soll ein Pkw umgerüstet werden, ist Autogas die bessere Alternative. Grund: Der beim Erdgas hohe Fülldruck und die für eine passable Reichweite nötigen großen Tanks machen die Umrüstung auf CNG im Vergleich zum Umbau auf LPG rund 1500 Euro teurer.

Weitere Infos finden Sie unter www.dvfg.de und www.propan.de sowie www.progas.de. Infos zu Erdgas als Treibstoff gibt es auf www.gibgas.de und www.erdgasfahrzeuge.de. Gleichgesinnte treffen sich auf www.autogas-forum.de.

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