Fiat Punto T-pro von Autotest

Fiat Punto von Autotest Fiat Punto von Autotest

Fiat Punto T-pro von Autotest

— 05.12.2002

Compressione

Als Fiat Anfang der 80er den Uno Turbo präsentierte, rieben sich die Golf-Gegner die Hände. Denn bei den Wolfsburgern ließ sich nun viel Unmut mit bescheidenen Mitteln erzielen. Den Punto gibt es hingegen nur als Sauger. Hier schafft der Tuner Autotest jetzt Abhilfe.

Gerade einmal 1242 Kubikzentimeter Hubraum befeuern den Punto Sporting, 80 PS sind die magere Ausbeute. So mager, dass man sich bereits direkt nach dem Anmelden beim Verkehrsamt mehr Leistung wünscht. Bleiben mehrere Möglichkeiten. Punto HGT mit 130 PS kaufen? Kostspielig. Klassisches Tuning, alles nachbearbeiten, Sportauspuff, etc.? Käme in Frage. Nachteil: aufgrund des Zeitaufwands unfreiwillig intime Kenntnis des Nahverkehrsystems. Entfällt also auch. Vielleicht Chip-Tuning?

Tuner Autotest setzt auf milde Aufladung

Attraktive Frontansicht: Der Autotest-Punto kommt sportlich-aggressiv rüber – und hält, was er verspricht.

In der Regel schnell durchführbar und Fußmärsche im Nieselregen drohen auch nicht. Doch dadurch wird der Fronttriebler nicht gerade zum Tier. Bleibt noch die Aufladung. Diese ist zwar recht umfangreich, aber das Ergebnis ist verlockend. Fünfzig Prozent Mehrleistung? Das klingt gut, gekauft! Den kompletten Kit bietet der Tuner Autotest an. So ungewöhnlich der Name des Tuners zunächst anmutet, so durchdacht ist sein Konzept. Er setzt auf milde Aufladung, bei Saab heißt diese Philosophie "Soft-Turbo".

Mit lediglich 350 Millibar setzt ein in seiner Dimension bewusst klein gewählter Turbolader die Brennräume zwangsweise unter Druck. Der Vorteil neben der so nur sehr geringen mechanischen Mehrbelastung der Originalteile ist zum einen die Beibehaltung der serienmäßigen Verdichtung von 10,6:1 und zum anderen das frühe Ansprechen der Schäufelchen auf die an ihnen vorbeiströmenden Abgase.

Kurvenkünstler mit Fahrspaß-Garantie

Ist der Tuning-Kit einmal verbaut, werden vom Vierzylinder jetzt maximal 155 Newtonmeter Drehmoment zur Verfügung gestellt. Das klingt zugegebenermaßen wenig spektakulär, im Fahrbetrieb macht sich aber erfreulicherweise das Gegenteil bemerkbar.

In der Praxis schlägt der Norditaliener seinen Serien-Kollegen – bis auf den Verbrauch – in allen Belangen. So bringt er es jetzt auf eine Höchstgeschwindigkeit von 202 gegenüber den 172 km/h des Serienmodells. Sein Drehmoment steigt auf 155 gegenüber 114 Nm. Am deutlichsten distanziert der Getunte seinen Kontrahenten in der Spurt-Disziplin. Bei der Klassiker-Messung von null auf hundert km/h bleibt die Stoppuhr um beachtliche 2,3 Sekunden früher stehen (9,1 zu 11,4 Sekunden).

Schön laut: Der Doppelrohr-Auspuff klingt sonor, ...

Um das Plus an Leistung entsprechend kultiviert auf die Straße zu bringen, sah Autotest von einer übertriebenen Tieferlegung ab. Somit wurden am "T-pro" lediglich die Federn durch sportlichere Draht-Produkte ersetzt. Wer es beherrscht, kann so bei dem Kleinen durch gezielte Lupfer und Traktionsspielereien entsprechende Lastwechselreaktionen hervorrufen, die ihn eine Kurve äußerst sportlich nehmen lassen. Dennoch muss dabei auf den ursprünglichen Federungskomfort nicht verzichtet werden. Fahrspaß ist somit garantiert. Schade nur, dass die auf dem Testwagen montierte Yokohama-Bereifung der Dimension 205/40 R 17 V auf MAK-Fünfstern-Alus mit 2380 Euro zu Buche schlägt.

Technische Daten im Überblick

Erheblich einleuchtender ist da der monetäre Einsatz für den Kraftzuwachs. Der Turbo-Kit kostet inklusive Ladeluftkühler rund 3325 Euro. Und damit der Fiat Punto Sporting T-pro, so sein vollständiger Name, nicht nur schnell fährt, sondern entsprechend optisch herüberkommt, sollten die 630 Euro für den Aerodynamik-Kit gleich mit einkalkuliert werden, damit der T-pro auch wie ein solcher aussieht.

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