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Fiat schluckt Chrysler komplett

— 02.01.2014

Großer Deal

Fiat übernimmt Chrysler komplett. Damit werden die Italiener zum siebtgrößten Autobauer. Fiat-Aktien legten an der Börse deutlich zu.

(rtr) Fiat übernimmt seine US-Tochter Chrysler komplett. Mit der vollständigen Verschmelzung will der Turiner Konzern zum siebtgrößten Autobauer der Welt aufsteigen. Anleger haben am ersten Handelstag im neuen Jahr erfreut auf die Komplettübernahme der US-Tochter Chrysler reagiert. Die Titel schossen heute (2. Januar 2014) an der Börse in Mailand um 15 Prozent auf 6,84 Euro nach oben. Fiat hat dem gewerkschaftsnahen Pensionsfonds Veba für seinen 41,5-prozentigen Anteil 3,65 Milliarden Dollar gezahlt. "Wir dachten, sie müssten viel mehr zahlen", sagte ein Londoner Analyst. "Aber Fiat-Chef Sergio Marchionne habe es wieder einmal geschafft."

Keine Kapitalerhöhung nötig

"Dank der einheitlichen Besitzverhältnisse können wir nun unsere Vision eines globalen Autobauers umsetzen", erklärte Konzernchef Sergio Marchionne heute in Turin. Während Fiat seine Autos vor allem in Europa und Lateinamerika verkauft, ist Chrysler in Nordamerika stark. Die Transaktion solle bis zum 20. Januar abgeschlossen werden, hieß es. Fiat benötigt nach eigenen Angaben keine Kapitalerhöhung, um den Kauf zu stemmen. Mit dem Schritt beenden Fiat und Veba einen langen Streit um den Wert des Chrysler-Anteils. Veba verlangte für seine Beteiligung nach Insider-Informationen fünf Milliarden Dollar. Analysten schätzten das Paket dagegen nur auf rund vier Milliarden Dollar. Fiat war 2009 nach der von der US-Regierung abgesicherten Insolvenz bei dem Detroiter Traditionsunternehmen eingestiegen und hatte seine Beteiligung nach und nach auf 58,5 Prozent aufgestockt.     

Chrysler ist wichtig für Fiat

Chrysler befand sich zuletzt im Aufwind. Im dritten Quartal 2013 stieg der Gewinn um 22 Prozent auf 464 Millionen Dollar, der Umsatz um fast 14 Prozent auf 17,6 Milliarden Dollar. Damit wird die Tochter immer wichtiger für den Fiat-Konzern, der vor allem auf dem Heimatmarkt zu kämpfen hat. Zwischenzeitlich hatte Fiat einen Börsengang für Chrysler erwogen, den Plan aber Ende November verworfen. Bisher führt der Manager Sergio Marchionne Fiat und Chrysler. Die Autobauer teilen sich Technologie, das Händlernetz, den Einkauf und das Management.

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