Chrysler

Fiat steigt bei Chrysler ein

— 11.06.2009

Anteil ohne Bares

Die Zeichen stehen auf Neustart bei Chrysler. Fiat übernimmt zunächst 20 Prozent des insolventen US-Autobauers. Als Bezahlung fließt kein Geld, sondern die Kleinwagenkompetenz der Italiener.

Chrysler startet mit dem Fiat-Konzern an seiner Seite neu durch. Beide besiegelten gestern (10. Juni) nach Chryslers nur gut fünfwöchigem Insolvenzverfahren in New York ihre Allianz. Fiat bekommt beim Einstieg zunächst 20 Prozent und kann den Anteil langfristig deutlich aufstocken. "Dies ist ein bedeutsamer Tag", sagte Fiat-Chef Sergio Marchionne, der künftig auch Vorstandschef des amerikanischen Herstellers ist. Das gelte nicht nur für die Chrysler-Beschäftigten, sondern auch für die weltweite Autoindustrie. "Wir beabsichtigen, auf Chryslers Innovations-Kultur und Fiats Technologie und Fachverstand aufzubauen, um Chryslers Produktpalette in Nordamerika und darüber hinaus auszubauen", sagte Marchionne.

Fiat soll den Amis das Spritsparen beibringen

Umweltfreundliche, verbrauchsarme, hochqualitative Fahrzeuge sollen künftig zum Markenzeichen werden, kündigte er an. Die Italiener zahlen für den Einstieg kein Geld, sondern bringen dringend benötigte spritsparende Technik und Kleinwagenmodelle ein. Erst wenige Stunden zuvor hatte das Oberste Gericht der USA den Weg für den raschen Einstieg von Fiat bei dem insolventen US-Autobauer frei gemacht. Der Supreme Court hob die am Montag verfügte Blockade des Geschäfts wieder auf, die eine kleine Gruppe von Gläubigern – darunter vor allem drei Rentenfonds aus dem US-Staat Indiana – beantragt hatte. Sie hätten nicht nachweisen können, dass eine solche Verzögerung gerechtfertigt sei, hieß es zur Begründung.

Bündnis keine Erfolgsgarantie

Vorerst hält die Autogewerkschaft UAW – im Gegenzug für Milliarden-Zugeständnisse – über ihren Betriebsrentner-Gesundheitsfonds die Mehrheit am neuen Unternehmen. Den Rest bekommen die USA und Kanada. Fiat darf erst die Mehrheit übernehmen, wenn alle Schulden gegenüber den beiden Staaten abbezahlt sind. Die bisherigen Gläubiger müssen sich im Zuge des Verkaufs mit rund zwei Milliarden Dollar (1,4 Milliarden Euro) zufriedengeben. Bei ihnen stand Chrysler zuletzt mit knapp sieben Milliarden Dollar in der Kreide. Fiat will durch den Schritt auf dem US-Markt wachsen, um eine in der Zukunft ausreichende Größe im Wettbewerb mit anderen Herstellern zu haben. Ursprüngliche wollte Fiat dazu auch Opel übernehmen. Ein langfristiger Erfolg des neuen Unternehmens Chrysler ist für Branchenexperten allerdings keineswegs sicher. Auch dem Doppel Fiat-Chrysler könnte für dauerhafte Gewinne die ausreichende Größe fehlen. Gemeinsam kamen sie 2008 rechnerisch auf rund 4,2 Millionen verkaufte Autos. Marchionne selbst bezeichnete stets knapp sechs Millionen Fahrzeuge als die kritische Marke.

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