Vorstellung Fiat Stilo

Fiat Stilo Fiat Stilo

Fiat Stilo

— 21.02.2002

Fiats neuer Stil

Fiat-Boss Roberto Testore ändert den Kurs: Schluss mit formalen Experimenten, neue Autos müssen gegen die Besten bestehen. Schon der Stilo soll das Format haben, den Golf richtig zu ärgern.

Synonym für italienische Lebensfreude

Wie Juventus Turin, der Fußballklub aus der Fiat-Stadt, am vergangenen Wochenende gespielt hat, das weiß Roberto Testore genau. Ergebnis und Tabellenstand liefert er jederzeit locker aus der Hüfte. "Ich habe schon als Junge auf der Tribüne gesessen, natürlich bin ich bis heute Fan."

Die Liebe zu Juventus pflegt also der Chef der Fiat-Auto-Sparte genau wie Firmenpatriarch Gianni Agnelli, die graue Eminenz in dem Familien-Unternehmen. Doch bei der künftigen Modellpolitik fährt Testore einen neuen Kurs: Um Fiat konkurrenzfähig zu machen für den verschärften weltweiten Wettbewerb, verzichtet die Marke in den nächsten Jahren auf bewunderte, aber schwer verkäufliche Nischenautos wie Barchetta oder Multipla. "Beim Multipla haben wir den Fehler gemacht, ihn als Nischenmodell zu konzipieren", gesteht der Firmenlenker mit bewundernswerter Offenheit. Der Sechssitzer mit dem glupschigen Blick geriet zu ausgeflippt, um erfolgreich gegen Familien-Bestseller wie Scénic oder Zafira anzutreten.

Stattdessen setzt Testore nun konsequent auf die absatzstarken Volumen-Segmente. So erscheint in zwei Jahren ein kleiner Van auf Basis des Punto, zeitgleich mit dem neuen Kleinwagen, der den Seicento und den steinalten Panda ersetzt. Gut ein Jahr später folgt ein echter Kompakt-Van für den Massen-Geschmack.

Kurswende bei Fiat also - den neuen Stil bekommen wir schon diesen Herbst vor Augen geführt. Denn dann erscheint bei den Händlern ein Auto, dem das zielstrebige Drängen geradezu ins Blech gepresst scheint: der Bravo/Brava-Nachfolger Stilo. Was ein wenig "nach Mode, Design und italienischem Lebensgefühl klingen soll", wie Roberto Testore meint, hat das Format, endlich mal ein größeres Stück vom Golf-Kuchen zu erobern.

Acht Airbags als Serienausstattung

Satt und kraftvoll steht der Kompakte auf 15-Zoll-Rädern, in einer modischen Lackierung hätte der dynamische Dreitürer keine Probleme, neben dem hübschen Konzernbruder Alfa 147 zu bestehen. Bravo, Fiat. Den Unsinn mit dem Doppelnamen Bravo/Brava - die Kunden haben ihn eh nie gemocht - hat Fiat aufgegeben. Stilo heißen sowohl der sportliche Dreitürer als auch die bravere Familien-Variante mit fünf Türen, die heimlich mit einem Van geliebäugelt haben muss.

Der Fünftürer ist sechs Zentimeter länger (4,25 Meter) und fünf Zentimeter höher - Kleinigkeiten, die man hautnah als großen Unterschied empfindet. Denn drinnen ist die neue Luftigkeit ausgebrochen, hier bietet der Fiat mehr Platz als der Golf. Ein herzliches Willkommen auch auf der längs verschiebbaren Rückbank (wie früher im Citroën ZX), die entweder Knien oder Koffern mehr Platz gibt. Als richtig urlaubsreif können die rund 400 Liter Gepäckraum dennoch kaum durchgehen, manche Familie wird er vorziehen, bis 2002 auf den Kombi zu warten.

"Fiat hat seine Konkurrenten studiert", sagt Testore, "und will in vielen Details noch Besseres bieten." So zieht bei den Kompakten allmählich der Standard der Mittelklasse ein. Zur Serienausstattung des Stilo zählen acht Airbags (inklusive Kopf- und Seitenairbags hinten), Bremsassistent sowie die Schleuderkontrolle ESP, die bei Fiat VDC heißt. Die Türen öffnen zentral auf ein Funksignal, und gegen Aufpreis macht die Elektronik kleine Wunderdinge möglich. So kühlt eine Klimaautomatik je nach Zone unterschiedlich, der Tempomat erkennt radargesteuert Hindernisse und bremst automatisch ab, das Telefon kann ins Internet führen. Weit weniger revolutionär die Motoren: Die Palette reicht von 80 bis 170 PS im neuen 2,4-Liter-Fünfzylinder, mehr als 110 Diesel-PS aus ihrem schönen Common-Rail-Diesel wollen die Italiener vorerst nicht rausrücken. Und der Benzin-Direkteinspritzer? "Nicht vor Mitte 2002", so Testore.

Motoren und Preise auf einen Blick

Wenn der Stilo ab 13. Oktober bei den Händlern steht, werden die Preise wohl bei rund 27.000 Mark beginnen. Oder wie der Fiat-Chef sagt: "Wir arbeiten daran, den Kunden mehr Inhalt zum gleichen Preis zu bieten." Das hätte Stil.

Alle Preise sind jeweils für den Dreitürer geschätzt, exakte Zahlen gibt Fiat im September 2001 bekannt. Der kleine Diesel ist nicht zum Modellstart verfügbar und wird erst 2002 eingeführt.

Stilo 1.2 16V 60 kW/80 PS, Preis 27.000 Mark/13.500 Euro

Stilo 1.6 16V 76 kW/103 PS, Preis 29.000 Mark/14.500 Euro

Stilo 1.8 16V 96 kW/130 PS, Preis 32.000 Mark/16.000 Euro

Stilo 2.4 20V 125 kW/170 PS, Preis 45.000 Mark/22.500 Euro

Stilo 1.9 JTD 60 kW/80 PS, Preis 29.000 Mark/14.500 Euro

Stilo 1.9 JTD 81 kW/110 PS, Preis 31.000 Mark/15.500 Euro





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