Fiat Stilo Multi Wagon

Fiat Stilo Multi Wagon Fiat Stilo Multi Wagon

Fiat Stilo Multi Wagon

— 28.01.2003

Ende gut, alles gut?

Der italienische Traditionshersteller Fiat ist schwer angeschlagen. Jetzt ruhen die Hoffnungen auf der Kombi-Version des Golf-Konkurrenten Stilo.

Satte 26 Zentimeter länger als die Limousine

Fiat bald am Ende? Oder wendet sich doch noch alles zum Guten? Der Traditionshersteller aus Turin schloss das Jahr 2002 mit einem Rekordverlust ab. Dazu trug auch der schleppende Absatz des Hoffnungsträgers in der Golf-Klasse bei. Der Stilo hatte mit Kinderkrankheiten und Qualitätsmängeln zu kämpfen, deshalb musste das ehrgeizige Absatzziel 2002 von 34.000 Stück auf 28.000 Einheiten gesenkt werden. Jetzt soll die Verarbeitung stimmen, man sieht Licht am Ende des Tunnels. Beschert der Stilo als Multi Wagon den Italienern doch noch den dringend benötigten Erfolg?

Als eine Mischung von Kombi und kompaktem Van preisen die Fiat-Verantwortlichen die letzte Karosserievariante des Golf-Konkurrenten an. Damit teilt sie sich eine kleine, exklusive Nische mit dem Glasdach-Peugeot 307 SW und Toyotas Corolla Verso. Und richtet sich an Kunden, die einen üppig geschnittenen Kombi oder einen nicht zu wuchtigen Van wollen.

Äußerlich betrachtet stimmt diese Typisierung. Die schlichte Silhouette des Stilo gefällt. Aufgrund seiner Keilform und der dunklen Dachsäulen wirkt der bis zur B-Säule mit dem Fünftürer identische Multi Wagon sehr gestreckt. Gegenüber der Limousine ist die Karosserielänge um stattliche 26 Zentimeter gewachsen. Platz, der natürlich Mitfahrern und Gepäckabteil zugute kommt. Darüber hinaus profitieren die Passagiere von der größeren Höhe – plus vier Zentimeter – des Multi Wagon.

Großer Kofferraum und niedrige Ladekante

Doch zunächst zum Kofferraum. Schließlich ist dessen Größe und Variabilität das A und O für potenzielle Käufer. Und in diesen Punkten lässt der Multi Wagon nichts zu wünschen übrig. Die Klappe schwingt so weit nach oben, dass selbst große Kerle keine Kopfnuss befürchten müssen. Die tiefe Kofferraum-Kante macht das Laden leicht. Generell stehen 510 Liter fürs Gepäck zur Verfügung. Bringt man die geteilt umklapp- und um ganze 16 Zentimeter verschiebbare Rückbank (Aufpreis 290 Euro) nach vorn und stellt die Lehnen senkrecht, steigert sich das Volumen nochmal um etwa vier Weinkartons auf 550 Liter. Diese Lösung erhöht zwar die Variabilität, hat jedoch gegenüber dem "Klapp-aber-nicht-Schieb"-Mechanismus der Basis einen Nachteil: Bei umgelegter Lehne entsteht eine zehn Zentimeter hohe Stufe.

Dafür besonders praktisch: Durch eine spezielle Hinterachskonstruktion verlegten die Fiat-Ingenieure die Stoßdämpfer unter die ebene Ladefläche. Vorteil: Da es keine Radkästen gibt, wird die Stellfläche fürs Gepäck seitlich nicht eingeschränkt. Im Kofferraum finden so auch sperrige Kisten Platz. Die höchstmögliche Kapazität liegt bei 1480 Liter.

Wer sich für die teure Dynamic-Linie entscheidet, bekommt beim Stilo eine hilfreiche Lösung aus der Kombi-Oberklasse serienmäßig. Ein separat zu öffnendes Heckfenster (Aufpreis bei Basis und Active: 290 Euro), durch das sich leichteres Transportgut bequem verstauen lässt. Sollen auch längere Latten geladen werden? Für 150 Extra-Euro wird ein umklappbarer Beifahrersitz eingebaut. Dann kommen sogar Surfbretter bis zu 2,50 Meter Länge unter. Das macht den Stilo-Frachter auch zu einem guten Auto für beifahrerlose sportliche Singles.

Straff abgestimmt mit genügend Restkomfort

Und Passagiere? Wie viel Platz hat der Mensch an Bord? Unter dem luftigen Dach ist genügend Raum für eine junge Familie mit zwei Kindern. Leider fallen die Vordersitze Stilo-typisch im Brustbereich stark nach hinten ab. Längere Fahrten gehen ganz schön ins Kreuz. Dafür gibt's vorn in jeder Position genügend Platz. Anders hinten: Soll bei einer Reise die verschiebbare Bank zum Einsatz kommen, gilt es, sich zu entscheiden: Koffer oder Knie? Fällt die Wahl auf mehr Gepäckraum, dann wird's für Freunde im Fond eng. Auf der Kurzstrecke ist das aber zu verschmerzen.

Der 4,51 Meter lange Multi Wagon ist ein funktionales Auto mit vielen nützlichen Details. So bietet er – keine Selbstverständlichkeit in diesem Segment – mehr als 20 Ablagen, Dosen- und Flaschenhalter. Bei der Verarbeitung hat Fiat einen Schritt nach vorn gemacht. Knisterte und knackte es im Innenraum vormals wie auf einer alten Vinyl-Platte, so haben die Ingenieure jetzt auf CD umgestellt. Die Materialqualität stimmt. Was auch dringend nötig ist: Schließlich steht der günstigste Peugeot 307 SW nahezu tadellos verarbeitet bereits ab 18.950 Euro in den Startlöchern.

Überarbeitet wurde auch das gescholtene Fiat-Fahrwerk. Das schwammige Kurven-Schlingern ist vorbei. Der Multi Wagon rollt mit strafferen Dämpfern sowie härteren Federn und neigt sich nicht mehr so stark. Trotz der härteren Auslegung bietet er jedoch genügend Restkomfort.

Auf hohem Niveau: Die Sicherheitsausstattung des Stilo. Sechs Airbags, ABS und elektronischer Bremskraftverteiler sind Serie. Außerdem verfügt der Kombi-Van bereits in der Basisversion über fünf vollwertige Sitzplätze – mit Dreipunktgurten und Kopfstützen rundum. Schlecht: Zusätzlichen Schutz in Form von Seitenairbags hinten (Aufpreis 220 Euro) gibt es nur für die teure Topvariante Dynamic. Und die kostet von vornherein 2100 Euro mehr als die Basis. Viel Geld für Jungfamilien mit Kindern. Auch schade: Für die Billig-Version ist kein ESP zu haben.

Motorisierungen und Ausstattungen

Bei den Motoren greift Fiat auf Altbewährtes zurück. Die beiden Benziner mit 103 und 133 PS sind bekannt, ebenso die 80 und 115 PS starken Diesel-Direkteinspritzer. Auch bewährt: Da die Resonanz auf die Null-Prozent-Finanzierung so positiv war – über vier Jahre entspricht sie etwa 13 Prozent Rabatt –, haben die Italiener ihr Angebot bis Ende März 2003 verlängert. Für Fiat verspricht der Multi Wagon einen guten Neuanfang.

Basis-Ausstattung: Serie ABS, Fahrer- und Beifahrerairbags, Seiten- und Kopfairbags vorn, elektrische Fensterheber vorn, höhen- und weitenverstellbares Lenkrad, Zentralverriegelung mit Fernbedienung, asymmetrisch geteilt umklappbare Rückbank, Dreipunktgurte und höhenverstellbare Kopfstützen auf allen Plätzen, Nebelscheinwerfer • Extras Klimaanlage 1100 Euro, Kassetten-Radio 490 Euro, verschiebbare Rückbank 290 Euro, umklappbarer Beifahrersitz 150 Euro, separat öffnende Heckscheibe 290 Euro

Active-Ausstattung: Serie ABS, ESP, ASR, Fahrer- und Beifahrerairbags, Seiten- und Kopfairbags vorn, Kassetten-Radio, elektrische Fenster vorn, höhen- und weitenverstellbares Lenkrad, Zentralverriegelung mit Fernbedienung, asymmetrisch geteilt umklappbare Rückbank, Dreipunktgurte und höhenverstellbare Kopfstützen auf allen Plätzen, Nebelscheinwerfer • Extras Klimaanlage 1100 Euro, verschiebbare Rückbank 290 Euro, umklappbarer Beifahrersitz 150 Euro, separat öffnende Heckscheibe 290 Euro, elektrische Fernsterheber hinten 200 Euro

Fazit und Technische Daten

Fazit Der Multi Wagon bietet viel Platz für Gepäck und einen recht variablen Innenraum. Das Preis-Leistungs-Verhältnis ist gut. Günstig bis März 2003: die Null-Prozent-Finanzierung.

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