Fiat will bei Opel einsteigen — 04.05.2009
Shopping in Berlin
Fiat-Chef Sergio Marchionne kommt nach Berlin, um den Einstieg bei Opel klarzumachen. Wirtschaftsminister Guttenberg stellt allerdings Bedingungen – und fordert die Sicherung der Arbeitsplätze.
Opel-Betriebsrat und IG Metall sind seit längerem gegen den Einstieg von Fiat und halten ein Zusammengehen mit dem Autozulieferer Magna für sinnvoller. Marchionne will auch mit Vizekanzler Frank-Walter Steinmeier (SPD) und Opel-Betriebsratschef Klaus Franz zusammenkommen. Nach Informationen des Magazins "Spiegel" hat Steinmeier einen 14-Punkte-Katalog mit Kriterien für einen Investor bei Opel aufgestellt. Neben dem Erhalt möglichst vieler Arbeitsplätze gehe es da auch um die Sicherheit möglicher Staatsbürgschaften, mögliche Synergien und die Vermittelbarkeit der Lösung bei der Belegschaft und den Händlern.
SPD-Kanzlerkandidat Steinmeier wird am Montag (4. Mai) auch zu einem Besuch im Opel-Werk in Eisenach erwartet. Guttenberg sagte dazu der "Thüringer Allgemeinen" : "Ich kann aber nur davor warnen, mit dem Thema Opel Wahlkampf zu machen." Gleichzeitig warf er Steinmeier "marginale Detailkenntnis" und "unreflektierte Vorfestlegungen für oder gegen einen möglichen Investor" vor. Dies schwäche die Position von Opel.
Armin Schild von der IG Metall, Arbeitnehmervertreter im Opel- Aufsichtsrat, äußerte sich im ZDF-"Morgenmagazin" erneut skeptisch über einen Einstieg von Fiat. Die Italiener hätten selbst "große Probleme". Es sei zu befürchten, "dass die Entscheidungen bei Opel nicht mehr in Detroit, sondern in Turin getroffen werden, aber nicht in Rüsselsheim." Der Verkauf des Konzerns sollte nicht unter zu großem Zeitdruck geschehen, so Schild.

































