Finale 4x4 Challenge 2007

Finale 4x4 Challange 2007 Finale 4x4 Challange 2007

Finale 4x4 Challenge 2007

— 14.12.2007

Mit allen Wassern gewaschen

Finale der 4x4 Challenge von AUTO BILD und Nissan: Im Wüstenstaat Oman kämpfen vier Frauen und acht Männer um den Titel 2007 – und gegen die Extreme.

Wenn du hier unten bestehen willst, dann musst du anders denken als zu Hause. Du darfst nicht auf die Nacht hoffen, um der Hitze zu entkommen, denn nachts ist es fast genauso warm wie am Tag. Du kannst dich nicht im Meer abkühlen, denn das Wasser hat meistens über 30 Grad. Und du brauchst gar nicht hinhören, wenn man dir erzählt, es seien 38 Grad im Schatten, denn es gibt keinen Schatten. Nein, um hier zu bestehen, hilft nur eines: Du musst mit allen Wassern gewaschen sein. Willkommen in Oman, willkommen bei einer der härtesten Prüfungen der Auto-Welt: dem Finale der 4x4 Challenge von AUTO BILD und Nissan. Acht Männer und vier Frauen treten an, es sind die Sieger der Vorrunden in Arosa, Erzberg und Kallinchen. Zähe, durchtrainierte Menschen, die nicht lange reden, sondern anpacken. Gitti Köck zum Beispiel, 37 Jahre alt, vom Selbstverständnis her Powerfrau. War als Snowboarderin bei den olympischen Spielen in Nagano dabei und hat Bronze mit nach Hause gebracht. Jetzt will sie wieder Edelmetall gewinnen: einen Nissan X-Trail, den ersten Preis der 4x4 Challenge.

Hoch und höher geht es – bis über 1800 Meter. Kein Problem für die Diesel-Allradler.

Härter, schwerer kann man sich ein Auto kaum verdienen. Die Dünen von Al Ain, Sand über Sand über Sand über Sand, meterhoch. Jeder Schritt kostet Kraft, schon das eigene Körpergewicht ist eine unglaubliche Last, unter der man immer wieder einsinkt. Unsere Teams müssen Ersatzreifen, Wasser- und Benzinkanister über eine riesige Düne schleppen. Sprechen kann danach keiner mehr, nur noch keuchen und stöhnen. Was für eine wüste Welt, diese Wüstenwelt. Es ist ein Kampf gegen die Extreme, den die Teilnehmer bestehen müssen. Erst der Sand, der gute Gelände-Fahrkünste erfordert, zumal die Prüfer beim "Sand Trail" auch noch auf prall gefüllte Reifen bestehen. So graben sich die Nissan Pathfinder schnell ein und müssen mühsam wieder flottgeschleppt werden. Dann die nächste Herausforderung, der Berg. Der Konvoi rollt durch die wilde Landschaft des Hajar-Gebirges, seine Gipfel werden von der untergehenden Sonne in ein dramatisches Licht getaucht. Plötzlich endet die Kolonnenfahrt jäh: Die enge Passstraße ist von einem reißenden Gebirgsfluss überspült worden. Ganz langsam, ganz vorsichtig geht es über die Furt. Erst mitten in der Nacht können die Teilnehmer ihr Camp aufbauen. Der Höhenmesser zeigt 1800 Meter.

Du schaffst es! Nur wer die Zähne zusammenbeißen kann, hat bei der 4x4-Challenge eine Chance.

Am nächsten Morgen geht es weiter steil bergauf, geradezu senkrecht nach oben. Petra, eine zierliche junge Dame, hängt an einer glatten Felswand und kommt nicht vor und nicht zurück. Auf Zeit muss sie nach oben klettern und mit der Hand einen markierten Punkt anschlagen, doch ihre Füße finden einfach keinen Halt. "Hopp, hopp, du schaffst es!", brüllen die anderen Teilnehmer, und das scheint Berge zu versetzen: Petra findet doch einen Tritt, stemmt sich hoch und klettert die Wand empor. Durch Schluchten, steile Auffahrten und immer neue Wasserdurchfahrten geht es Richtung Golf von Oman, dem nordwestlichen Arm des Arabischen Meeres. Am Strand von Al Sawadi steht ein Drei-Sterne-Hotel, neben diversen Restaurants gibt es hier Ayurveda-Massagen, Saunagänge und Bauchtänzerinnen, aber Sie ahnen es vielleicht, nichts davon gehört zum Programm der 4x4 Challenge.

Anhand von GPS-Koordinaten müssen die Teilnehmer eine Schatzkiste im Meer finden und diese mit Hilfe eines Pathfinders an Land zerren. Keine leichte Aufgabe, denn in Wahrheit ist die Truhe weder mit Gold noch mit Diamanten gefüllt, sondern schlicht mit nassem, schwerem Sand. Und vor allem: Es wartet danach immer noch eine letzte, besonders harte Aufgabe auf die Teams. Beim "Beach Kayak" müssen sie erst einen Kajak am Pick-Up durch einen Pylonenkurs ziehen – und dann die gesamte Strecke im Wasser zurückpaddeln. Dummerweise kommt gerade jetzt auch noch ein heftiger Gegenwind auf. Würden die anderen nicht so laut anfeuern, wäre nicht das Ziel so greifbar nah vor Augen, wer weiß, ob bei all den Strapazen nicht der eine oder andere Teilnehmer aufgegeben hätte. Hat aber keiner – und nur das zählt am Ende.

Gewonnen! Henning Butt aus Oldenburg darf den X-Trail mit nach Hause nehmen.

Die Siegerehrung: Gitti, der Snowboardstar, wird Dritte. Platz zwei belegt Jan Siegel (40), Kfz-Meister aus Niedersachsen. Den X-Trail aber holt sich Henning Butt aus Oldenburg, der Sieger der 4x4 Challenge. Er müsste jetzt vielleicht ein paar Worte sagen, seiner Freude Ausdruck verleihen, doch Henning ist schlichtweg sprachlos. Die letzten Worte sollen daher Markus gehören, dem mit 21 Jahren jüngsten Teilnehmer. Er findet: "Das war einfach hammergeil!"

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