Aufsichtsratschef Wolfgang Porsche

Finanznot bei Porsche

— 23.04.2009

Mit VW-Übernahme übernommen?

Hat sich Sportwagenbauer Porsche bei der Übernahme von Europas größtem Autobauer Volkswagen verhoben? Laut Medienberichten braucht das Unternehmen aus Zuffenhausen dringend frisches Kapital.

(dpa/cj) Porsche hat einem Medienbericht zufolge finanzielle Probleme bei der Übernahme von Volkswagen. Die Porsche-Eigentümerfamilien Piëch und Porsche (im Bild: Aufsichtsratschef Wolfgang Porsche) könnten die Übernahme nicht mehr aus eigener Kraft stemmen, berichtete das "manager magazin" am Mittwoch (23. April 2009) unter Berufung auf Aufsichtsratskreise. Deshalb plane der Sportwagenbauer eine Kapitalerhöhung und suche nach einem Großinvestor. Mit potenziellen Investoren aus dem arabischen Raum habe es bereits Gespräche gegeben. Bereits Anfang der Woche hatte das Magazin "Der Spiegel" über Probleme bei Porsche mit der Verlängerung eines Zehn-Milliarden-Kredits berichtet. Porsche und VW wollten sich dazu nicht äußern.

Magazin: Wulff verhinderte Gewinnabführungsvertrag bei VW

Ein Porsche-Sprecher in Stuttgart verwies darauf, dass sich der Sportwagenbauer Ende März einen neuen Kredit über zehn Milliarden Euro gesichert habe. Derzeit werde mit den Banken über eine Aufstockung auf 12,5 Milliarden Euro verhandelt. Damit soll die Erhöhung der Anteile an VW von derzeit knapp 51 Prozent auf 75 Prozent finanziert werden. Die fälligen Kreditzinsen könne Porsche aus eigener Kraft bezahlen. Das "manager magazin" berichtet dagegen, weil die Kreditgeber die Zinsen stark angehoben hätten, sei die Suche nach frischem Kapital notwendig geworden. Der Versuch von Porsche, deshalb einen Gewinnabführungsvertrag bei VW durchzusetzen, sei unter anderem am Widerstand von Niedersachsens Ministerpräsident Christian Wulff gescheitert. Das Land hält rund 20 Prozent an VW, das VW-Gesetz sichert dem zweiten Großaktionär eine Sperrminorität bei wichtigen Entscheidungen.

In dem Bericht heißt es weiter, die Porsche-Spitze diskutiere nun, Porsche und VW zu einer neuen Holding zu verschmelzen, in der der Sportwagenbauer nicht mehr die Mehrheit hätte. In Wolfsburg und Stuttgart werde mit Hochdruck an einer neuen Unternehmensstruktur gearbeitet.

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