Finanzspritze fürs Arrows-Team

Finanzspritze fürs Arrows-Team

Finanzspritze fürs Arrows-Team

— 11.07.2002

Formel 1 hilft Arrows aus der Patsche

In der Arrows-Box herrscht noch Stille. Demnächst testet das Team des Mönchengladbachers Heinz-Harald Frentzen aber wieder.

Finanzspritze für Arrows

In der Formel gibt es sie, die wundersame Geldvermehrung. Vor dem Großen Preis von England stand das Arrows-Team von Heinz-Harald Frentzen noch vor dem Aus und konnte erst kurz vor Rennbeginn neue Bürgschaften aufbringen. Nun soll der klamme Rennstall aus Leafield sogar für Testfahrten ein paar Scheinchen über haben. Frentzen wird sich heute in Valencia auf den Großen Preis von Frankreich am 21. Juli in Magny Cours vorbereiten. Mit Ehefrau Tanja und Tochter Lea quartierte er sich gestern bei seiner spanischen Mutter ein.

Der Deutsche geht nach der jüngsten Finanzspritze für Arrows in Deckung. "Um die finanziellen Belange will und kann ich mich nicht kümmern. Am besten, man hält mich da raus", sagt der Mönchengladbacher. "Ich wusste schon vor meiner Vertragsunterzeichnung, dass es eng wird, aber Teameigner Tom Walkinshaw hatte mir sein Wort gegeben, dass er im Notfall in die eigene Tasche greifen wird, damit das Team Erfolg hat." Bisher habe sich der Chef immer an die Versprechen gehalten. "Auch die notwendigen Testfahrten gehören dazu." Frentzen geht davon aus, dass er auch in Frankreich an den Start geht, trotz aller Gerüchte, wonach der Rettungsring für Arrows löchrig sei.

Denn die Probleme türmen sich immer noch mannshoch auf. Der geschasste Arrows-Pilot Jos Verstappen hat seine Gage für 2001 und 2002 in Höhe von rund drei Millionen Dollar eingeklagt. Ein Gericht gab ihm in erster Instanz Recht, schließlich besaß er für beide Jahre einen gültigen Vertrag. Zahlt Walkinshaw nicht, droht eine Zwangsversteigerung des Anlagevermögens.

Dazu kommt: Nach wie vor steht Walkinshaw bei Ford in der Kreide. Gerade wurden 4,5 Millionen Dollar für die Cosworth-Motoren überwiesen, da drückt die nächste Rate die Stimmung. Ford-Unterhändler und Jaguar-Teamchef Niki Lauda hofft, dass Arrows auch vor Magny Cours wieder zahlen werde. "Walkinshaw hat in Silverstone bezahlt, wenn er alle anderen Probleme geregelt bekommt, sehe ich keine Probleme."

Unterstützung auch von Ecclestone

Einen Ausweg aus der Schuldenfalle sieht Walkinshaw nur im Verkauf des Rennstalls. "Wenn ein Angebot in der richtigen Höhe kommt und man alles verkaufen muss, dann werden wir es tun. Wir haben bisher etwa zehn Angebote, aber nur drei sind seriös", sagt Walkinshaw. So steht Arrows unter anderem auf der Einkaufsliste von Ex-BAR-Boss und Jacques-Villeneuve-Manager Craig Pollock. Der Versuch, sein Team an den österreichischen Getränke-Hersteller Red Bull zu verramschen, wurde von der britischen Bank Morgan Grenfell vergangene Woche verhindert. Neben der Teilhaberschaft spendierte die Deutsche-Bank-Tochter einen Kredit über zwölf Millionen Dollar, den sie vor dem geplanten Verkauf zurückhaben wollte. Die Banker hatten Wind von Walkinshaws Plänen bekommen, sein altes Team Bankrott erklären zu lassen und mit Red Bull ein neues zu gründen - mit allen Rechten des alten Teams. Ein runderneuertes Arrows-Team könnte die übliche Einschreibegebühr in Höhe von insgesamt zehn Millionen Dollar sparen und wäre nach wie vor an den TV-Geldern beteiligt. Morgan Grenfell indes kann bei einem Konkurs den Millionen-Kredit wohl abschreiben.

Formel-1-Teamchef Bernie Ecclestone und die übrigen Teamchefs hatten die notwendige Zustimmung schon gegeben. Das Solidaritätsprinzip gehorcht dem Gesetz des Marktes. Sie alle haben ein Interesse daran, dass nach dem Prost-Debakel nicht noch ein Team aufgibt. Der Fernsehvertrag garantiert den Start von mindestens 22 Autos.

Walkinshaw sieht sich gerne als Sandkorn, das zwischen die Mahlsteine der Geldmaschine Formel 1 gekommen ist. Erst dank seines Privatvermögens habe er die Leasingrate an Ford bezahlen können, sagte er auf einer Pressekonferenz. Tatsächlich dürften ihm Ecclestone und die etablierten Teams aus der Patsche geholfen haben. Findet sich am Ende doch kein Investor, hat Ecclestone eine Alternative zum Wohl der Formel 1 parat: Um die Zahl von 22 Autos zu garantieren, müssen einige der Teams eben mit je drei Fahrzeugen starten.

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