Fisker entlässt Großteil seiner Mitarbeiter

— 08.04.2013

Schlechtes Karma

Produktionsstopp, Firmenchef weg, Kaufverhandlungen gescheitert: Beim US-Elektroautobauer Fisker geht es bergab. Jetzt folgte eine Entlassungswelle.



(dpa) Der in finanziellen Schwierigkeiten steckende US-Elektroautobauer Fisker hat den Großteil seiner Mitarbeiter entlassen. Etwa 150 von zuletzt noch 200 Mitarbeitern mussten am 5. April 2013 gehen, wie US-Medien berichteten. Fisker habe "leider einen Punkt erreicht, wo eine drastische Reduzierung unserer Belegschaft nötig wurde", erklärte das kalifornische Unternehmen selbst in einer Mitteilung. Der Hersteller sucht weiterhin nach einem finanzkräftigen Partner oder Käufer.

Firmengründer zurückgetreten: Fisker verlässt Fisker

Finanzielle Schwierigkeiten führten bei Fisker zu betriebsbedingten Kündigungen: 150 von 200 Mitarbeitern mussten gehen.

Fisker ist neben Tesla einer der bekanntesten Spezialhersteller von Elektroautos. Das Unternehmen wurde 2007 von dem aus Dänemark stammenden Autodesigner Henrik Fisker und dem ehemaligen BMW-Manager Bernhard Koehler gegründet. Sie stellten den gut 100.000 Dollar teuren Elektro-Sportwagen Fisker Karma auf die Räder. Das Nachfolgemodell Fisker Atlantic war für Ende 2014 geplant. Seit einigen Monaten steht die Produktion des Karma aber still, Fisker lieferte nur rund 2000 Fahrzeuge aus. Zuerst fror die US-Regierung einen Kredit ein, weil Fisker ein versprochenes Massenmodell bis heute nicht lieferte, dann ging der Batterielieferant pleite.

Kaufverhandlungen: Chinesen buhlen um Fisker

Nach den in März gescheiterten Verhandlungen mit chinesischen Geldgebern droht Fisker jetzt die Insolvenz.

Mitgründer Henrik Fisker hatte das Unternehmen erst kürzlich im Streit über die geschäftliche Strategie verlassen. Immer wieder gab es Spekulationen über den Einstieg chinesischer Geldgeber. Wie das "Wall Street Journal" berichtete, seien Gespräche mit mindestens zwei Interessenten im März 2013 jedoch gescheitert. Es werde über die Möglichkeit einer Insolvenz nachgedacht, schrieb die Zeitung. Fisker zog seit 2007 über eine Milliarde Dollar an Investoren-Geldern an und steht beim US-Energieministerium noch mit 190 Millionen Dollar in der Kreide. Am 22. April 2013 wird eine Zahlung an die Regierung fällig. Wie hoch sie ist, wird nicht mitgeteilt.

Lesen Sie auch: Tesla wirtschaftlich erfolgreich

Sitzprobe Fisker Atlantic


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