Ford Capri RS — 28.02.2003
Glitzernde Renngeschichte
Klaus Ludwig scheuchte den Capri 1971 über die Rennstrecken, dann ging der RS in Ruhestand – bis ihn Antonio Di Lena entdeckte.
Die Kolben des V6 stammen aus einem BMW-Motor
Anpassungen an die jeweiligen Straßenverhältnisse sind durch Einstellungen von Höhe, Härte und Sturz möglich. BBS Felgen in den monströsen Dimensionen 9x15 vorn und 12 x15 hinten mit 225/50er und 285/45er Pirelli-Walzen lassen den Capri jederzeit auf der Straße kleben. Wegen der ultraleichten Kunststoffkarosserie bringt das ganze Fahrzeug nur 1050 kg auf die Waage. Kein Problem also für den nahezu rennmäßig hergerichteten Motor, das Auto mit seinen 220 PS voranzutreiben. "Bei 7200 Umdrehungen schafft er 270 Stundenkilometer", beziffert Antonio das Leistungsvermögen seines Capri. Die Innereien des 2,8-Liter-V6 sind nur vom Feinsten. Die Kurbelwelle dreht sich in Dreistofflagern und ist genauso wie die 316-Grad-Nocke feingewuchtet, poliert und nitriert. Passende Kolben für seinen Power-Motor fand Antonio bei BMW.In dem geplanten Kopf sorgen 38er Einlass- und 42er Auslassventile für einen flotten Gasdurchsatz. Kipphebel und Stößel sind aus Titan. Die Kanäle im Zylinderkopf hat Antonio aufgebohrt und geglättet. Auch die Ansaugbrücke ist entsprechend aufgebohrt und poliert worden. Offene Ansaugtrichter auf der Renneinspritzanlage von Kugelfischer krönen die Kopfarbeit. Die Kraft des Triebwerks wird über eine Kupplung von Fichtel & Sachs an das Fünf- Gang-Getriebe weitergegeben. Von dem ehemaligen Renngetriebe hat Antonio sich verabschiedet. Das war zwar auch fünffach sortiert, hatte aber einen elend langen ersten Gang. "Den konnte man bis Tempo 120 ziehen. Das is‘ nix für die Straße", so Antonio. Aus einem Sierra Cosworth entnahm er sich daher eine passender übersetzte Schaltzentrale.
Weit schwieriger als der technische Aufbau gestaltete sich der Weg durch den Behörden-Dschungel. Der Capri war für Rennzwecke entwickelt und nie für die Straße zugelassen worden. Um dennoch das begehrte Papier zu bekommen, wandte sich Antonio an Ford. Vergeblich. Erst ein technisch versierter und aufgeschlossener TÜV-Mann ebnete den Weg in den Straßenverkehr. Warum sollte denn eine Kunststoffkarosserie, die den hohen Sicherheitsstandards des Rennreglements entspricht, nicht auch im Alltag bewegt werden?

































