Ford Cougar (1998-2001)

Gebrauchtwagen Ford Cougar Gebrauchtwagen Ford Cougar

Ford Cougar (1998-2001)

— 26.02.2004

Nichts für Wilde

Der Cougar kam als Sportler daher, doch viel mehr als ein Mondeo im Jogginganzug war er nie. Jetzt ist er wenigstens preiswert.

Technik und Qualität

Gestern noch Easy Rider, heute Cougar-Fahrer – nicht weniger wollte uns Ford mit einem Werbespot vor sechs Jahren einreden. Ein schöner Gedanke, wenn auch schwer vorstellbar. Denn der Cougar bediente sich großzügig im braven Mondeo-Regal, ist eigentlich nicht mehr als ein Mondeo mit zwei Türen.

Selbst Easy Rider, die einen Joint zu viel rauchten, entdecken im Cougar (englisch für Puma) nicht den wilden Silberlöwen. Damit kann man leben. Der Mondeo gilt als bewährt, Ersatzteilpreise bleiben im Rahmen. Etwas teurer sind nur die exotischen Blechteile, doch dafür bewegen sich Cougar-Fahrer in einem sehr exklusiven Kreis. Es hat eben alles seinen Preis, nur in Sachen Zuverlässigkeit muss kein Kompromiss eingegangen werden.

Auch über die Verarbeitung gibt es selten Klagen, für gewöhnlich klappert im Cougar nichts. Kritik wurde anfangs nur über die billigen Innenraummaterialien laut, die ihre wahre Stärke erst mit den Jahren zeigen: Sie sind hart im Nehmen und verzeihen auch Hundepfoten und schmutzige Kinderschuhe. Und ob die Stoffe gefallen, muss letztlich jeder selbst entscheiden.

Fahrwerk und Marktlage

Über den Zustand der Achsen entscheidet im Rahmen der Hauptuntersuchung der TÜV – meist ist der Prüfer zufrieden. Und auch auf die Rostvorsorge ist Verlass. Ford hat diesbezüglich bereits beim Focus Kompetenz gezeigt. Nicht so ganz ist dies bei der Lenkung gelungen: Ausgeschlagene Spurstangenköpfe kennen die Mechaniker nur zu gut. Und für Laien ist diese schleichende Verschleißerscheinung schwer erkennbar. Das unterscheidet dieses Lenkungs-Leiden vom Ölverlust, der an den wahren Cougar-Ahnen, den Ford Capri, erinnert. Allerdings störte sich in den Siebzigern kaum jemand an einer feuchten Ölwanne. Heute kassiert der Cougar dafür einen Eintrag in das Prüf- Protokoll des TÜV.

Die Zeiten ändern sich eben, auch wenn die schlechte TÜV-Benotung der Ford-Scheinwerferfunktion an die Geburtsstunde der Elektrizität erinnert. Die Beleuchtung sollte in Ordnung sein, ebenso die Bremsanlage. Sie erzählt viel von den Fahrgewohnheiten des Vorbesitzers und beschönigt nichts. Wer den Cougar tatsächlich sportlich bewegt, klagt schnell über erhöhten Verschleiß der Beläge. Wesentlich haltbarer sind die Scheiben, was auch vom TÜV positiv vermerkt wird.

Unterm Strich ist der Cougar eine Empfehlung für alle, die ein nicht alltägliches Alltagsauto bewegen wollen, ohne deshalb pausenlos teure Werkstattrechnung zu bezahlen. Die Autos am Markt sind im Schnitt 100.000 Kilometer gefahren, sehr viele stammen aus erster Hand. Die Preise von Privatverkäufern liegen meist unter Liste, und das Prüfgutachten eines Sachverständigen macht das Kaufrisiko kalkulierbar.

Das Gebrauchtwagenangebot wird mit den Jahren zwar billiger, doch bestimmt nicht besser. Zurzeit stehen zahlreiche Leasing-Rückläufer auf den Händler-Höfen, über mangelnde Auswahl kann kein Interessent klagen. Wer mit dem Capri-Nachfolger schon länger flirtet, sollte jetzt zuschlagen und sein Auto gut pflegen. Denn wer sich an den alten Capri erinnert, kennt das Klassiker-Potenzial des Coupés.

Historie, Schwächen, Kosten

Modellgeschichte 10/98 Start für den Ford Cougar: 2.0 16V (130 PS), 2.5 24V (170 PS, auch mit Vierstufenautomatik erhältlich) 3/99 Sondermodelle 16V Cosmopolitan und 24V Cosmopolitan: Fernbedienung für Zentralsperre, Nebelscheinwerfer, Antriebsschlupfregelung, Audiosystem 6000 mit CD-Player, Metalliclackierung, Kofferset 2/00 Sondermodell Futura mit Lederpolsterung 9/01 Einstellung der Produktion

Schwachstellen• die Funktion der Feststellbremse wird vom TÜV häufig kritisiert • durchgebrannte Zylinderkopfdichtungen sind öfters beim Vierzylinder als beim V6 zu sehen, dafür ist der Ölverlust am V6-Block auffällig oft stärker ausgeprägt • die Elektrik ist weitgehend problemlos, eine Ausnahme machen gelegentlich die Fensterheber • wackelige Sitzlehnen sind vor allem in Fahrzeugen der ersten beiden Baujahre immer wieder zu finden • die Kupplung gilt als haltbar; wer gerne schleifen lässt, benötigt nach etwa 100.000 Kilometern den Mechaniker • nach dieser Laufleistung ist auch ein Test der Stoßdämpfer auf der Rüttelplatte fällig, vor allem die Dämpfer der Vorderachse könnten dann austauschreif sein

Reparaturkosten Preise inklusive Lohn und Mehrwertsteuer am Beispiel Ford Cougar 2.0 16V, 96 kW/130 PS, Baujahr 2000. Cougar-Teile sind teuer – sofern sie nicht aus dem Mondeo stammen. Beste Beispiele: der teure Scheinwerfer und der billige AT-Teilmotor.

Fazit und Modellempfehlung

Fazit "Der Ford Cougar gilt als ausgereiftes Modell, zeigt aber im Rahmen unserer Hauptuntersuchungen dennoch punktuell einige Schwächen: Lenkungsspiel, Ölverlust am Antriebsstrang und vordere Beleuchtungseinrichtung werden auffallend oft moniert. Ebenso sticht unseren Prüfern wiederholt die ungleichmäßige Wirkung der Feststellbremse ins Auge. Vorbildlich: der Korrosionsschutz, die Wirkung der Fußbremse sowie die Auspuffanlage." Gunnar Dahm, Gutachter TÜV Rheinland/Berlin-Brandenburg

Modellempfehlung Ford Cougar 2.0 16V (96 kW/130 PS)

Steuer/Schadstoffklasse: 102 Euro im Jahr/D3 Testverbrauch: Werksangabe 8,3 Liter, gemessen 10,6 Liter (Super) Versicherung: Vollkasko (20/504 Euro SB): 1092 Euro. Teilkasko (32/151 Euro SB): 252 Euro. Haftpflicht (17): 945 Euro (Basis: ONTOS-Jahrestarife für Regionalklasse Berlin, 100 Prozent) Inspektion/Kosten: 15.000 Kilometer, etwa 200 bis 300 Euro Wertverlust: Dreijährige verlieren rund 45 Prozent vom Neupreis (Händlerverkaufspreis), danach jährlich um 1600 Euro Verlust

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