Ford EcoSport: Fahrbericht

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Ford EcoSport: Fahrbericht

— 11.12.2013

So fährt der Ford EcoSport

Mit dem Ford EcoSport will sich Ford Deutschland eine Scheibe vom Crossover-Kuchen abschneiden. AUTO BILD ist das Lifestyle-Modell schon gefahren.

Die Ersten werden bei den Letzten sein: Obwohl der Ford EcoSport schon seit Jahren das Straßenbild in Südamerika prägt und am anderen Ende der Welt zum Erfolgsmodell wurde, reagieren die Kölner erst jetzt auf den europäischen Boom für kleine Geländewagen und holen ihren Bestseller über den Atlantik. Ab Mai 2014 soll er dann zu Preisen ab 19.200 Euro gegen Konkurrenten wie den Opel Mokka, den Renault Captur und den Peugeot 2008 verlorenen Boden gut machen. Dabei setzt Ford vor allem auf ein rustikales Design.
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Wo die Wettbewerber alle dem Lifestyle huldigen und ihren Trekkinganzug wie Designermode tragen, gibt der EcoSport deshalb den kernigen Naturburschen – nicht umsonst trägt er das Ersatzrad dort, wo es ein richtiger Geländewagen nun einmal trägt: außen an der Hecktür; selbst wenn das im Gewühl der Großstadt alles andere als praktisch ist. Denn erstens wird der Verschlag damit unnötig schwer, und zweitens braucht man zum Öffnen mehr Freiraum, als man den in engen Parklücken für gewöhnlich findet – obwohl der Rest des Autos nur 4,01 Meter lang ist. Dafür allerdings genießt man mit dieser Konstruktion eine wunderbar niedrige Ladekante und einen mit 333 Litern ziemlich stattlichen Kofferraum. Und man kommt bei einer Panne natürlich problemlos ans Ersatzrad. Nur wie oft ist Ihnen in den letzten Jahren mal ein Reifen geplatzt?

Offroad steht dem Ford EcoSport gut, für Europa ist aber keine Allrad-Variante vorgesehen.

Obwohl in Brasilien entwickelt und für die Welt in Indien gebaut, startet der EcoSport mit einer durch und durch europäischen Motorpalette. Zur Wahl stehen ein 1,5-Liter-Diesel mit 90 PS, ein ebenso großer Benziner mit 112 PS und vor allem der viel gelobte EcoBoost-Dreizylinder. Obwohl nur ein Liter groß, kommt der Turbo-Motor auf solide 125 PS und macht einen angenehm munteren Eindruck. Zwar würde dem Getriebe ein sechster Gang nicht schaden, und wenn man sein Auto schon EcoSport nennt, dann stünde ihm auch eine Start-Stopp-Automatik gut zu Gesicht, doch der Mini-Motor macht trotzdem großen Eindruck: Wie immer ein bisschen laut und knurrig, aber dafür flott bei der Sache, treibt der den EcoSport behände durch den Stadtverkehr: Ein kleiner Sprint an der Ampel, schnell dem Vordermann den Parkplatz wegschnappen oder flink in die nächste Lücke auf der linken Spur einfädeln – da macht dem kleinen Kölner keiner etwas vor. Erst draußen vor den Toren der Stadt wird die Sache ein wenig zäher: Zwar ist das Fahrwerk durchaus langstreckentauglich und die Geräuschdämmung geht auch in Ordnung, aber mit seinen maximal 170 Newtonmetern braucht der Dreizylinder immerhin 12,7 Sekunden von 0 auf 100 und spätestens bei 180 km/h ist schon wieder Schluss. So richtig eilig darf man es da nicht haben. Dafür gönnt er sich im Normzyklus nur 5,3 Liter. Beim ersten Praxistest waren es um die sieben Liter Liter. Aber für einen Geländewagen ist das kein schlechtes Ergebnis – da zahlen sich das kleine Format und das Gewicht von 1,4 Tonnen Kilo aus.

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Der Innenraum wird dem Lifestyle-Anspruch nicht gerecht, das einfarbige Display ist mittlerweile überholt. Sowas macht die Konkurrenz besser.

Apropos Geländewagen: Der EcoSport sieht zwar aus wie ein Allradler und hat mit seinen 20 Zentimetern Bodenfreiheit im Grunde auch das Zeug zum kleinen Kraxler, doch anders als in Südamerika gibt es den Wagen bei uns nur mit Frontantrieb. Nicht dass der Allrad auf große Stückzahlen käme. Aber damit hätte Ford sich von Renault und Peugeot distanziert, zu Opel aufschließen und die Glaubwürdigkeit des EcoSport deutlich erhöhen können. Diese Chance haben die Kölner ohne Not vertan. Stärker ins Gewicht fällt allerdings die Tristesse im Innenraum: Auf den ersten Blick macht das Passagierabteil noch eine ganz ordentliche gute Figur: Es gibt genügend Platz auf allen Plätzen, mit der Neigung der Rücksitzlehne kann man wahlweise Komfort oder Kofferraum maximieren, hinter dem Spiegel sitzt die Kamera für den Notbremsassistenten und mit dem Sync-System lassen sich Apps auf dem Handy per Sprachbedienung vom Auto aus starten. Doch spätestens auf den zweiten Blick vermisst man ein bisschen Farbe und ein paar freche Formen. Gerade in einem so modischen und bunten Segment wie dem der Mini-SUVs sind das dunkle Hartplastik und das pixelige Monochrom-Display einfach zu wenig. Das können die Konkurrenten besser.

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Dem Opel Mokka kann Ford mit dem EcoSport deshalb nicht in den Kaffee spucken und die farbenfrohen französischen Konkurrenten haben bis zur Markteinführung des Fords allesamt ein Jahr Vorsprung. Doch Sorgen um den Erfolg des kleinen Kraxlers müssen sich die Kölner nicht machen. Denn glaubt man den Marktforschern, gibt es in den nächsten Jahren in keinem anderen Segment so einen Zulauf wie bei den Geländewagen für die Westentasche. Und auch wenn sie sich mit dem Import des Weltmodells ein bisschen Zeit gelassen haben, tragen sie noch nicht die rote Laterne. Denn während sie in Köln schon die ersten Vorbestellungen zählen, hat zum Beispiel der Polo-SUV bei VW noch nicht einmal eine Designfreigabe, den Audi Q1 gibt es nur als Studie und der Allradableger für den Smart ist für Daimler bislang kaum mehr als ein ferner Traum. Wie sich der Ford EcoSport gegen die Konkurrenten Renault Captur und Peugeot 2008 schlägt, erfahren Sie in der neuen AUTO BILD 50/2013 (ab Freitag, 13. Dezember im Handel).

Autor: Thomas Geiger

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