Ford Volvo Montage

Ford erwägt Volvo-Verkauf

— 01.12.2008

Sorgenkind Volvo

Ford ist schwer in der Krise und braucht dringend Geld. Jetzt überlegt der Konzern, die 1999 erworbenen Volvo-Anteile abzustoßen – die Schweden hatten zuletzt Verluste eingefahren.

(dpa) Der schwer angeschlagene Ford-Konzern erwägt einen Verkauf seiner schwedischen Tochter Volvo. Der US-Hersteller bestätigte am Montag (1. Dezember 2008) seit Wochen andauernde Spekulationen. Ford könnte 2009 auf eine Insolvenz zusteuern und braucht dringend Geld. Die Prüfung der Optionen für Volvo werde einige Monate dauern, teilte Ford mit. Man sei dabei, den schwedischen Autobauer eigenständiger zu machen. Volvo hatte Ford zuletzt Verluste eingefahren. Die US-Autohersteller hoffen noch auf Milliardenhilfen von der amerikanischen Regierung. Im Raum steht die Summe von 25 Milliarden Dollar für Ford, General Motors und Chrysler zusammen. Die verlustreichen Autokonzerne müssen dafür aber dem US-Kongress überzeugende Sanierungspläne vorlegen.

Alles muss raus: Ausverkauf bei Ford

Während die finanziellen Hilfen noch offen sind, holen die US-Autobauer Geld mit Beteiligungsverkäufen rein. Vor knapp zwei Wochen trennte sich Ford für 540 Millionen Dollar von 20 Prozent Mazda-Anteilen . Bereits im März 2008 gab der US-Konzern die britischen Traditionsmarken Jaguar und Land Rover für 2,3 Milliarden Dollar (1,5 Mrd. Euro) an den indischen Hersteller Tata Motors ab. Der "Financial Times" zufolge bat Ford die schwedische Regierung in den vergangenen Tagen um Hilfen für Volvo, genau wie Konkurrent General Motors für seine Tochter Saab. Die Regierung erwäge, für Saab und Volvo zwei Milliarden schwedische Kronen (195 Mio. Euro) als direkte Hilfe oder in Form von Bürgschaften zur Verfügung zu stellen.

Auch Volvo steckt schwer in der Krise

Volvo kämpft mit signifikanten Absatzrückgängen. Besonders deutlich war der Einbruch im US-Markt mit 52 Prozent im Oktober 2008 und 28 Prozent seit Jahresbeginn 2008. In Deutschland schrumpfte der Volvo-Absatz von Januar bis Oktober um 17,8 Prozent. Der Marktanteil lag nur noch bei 0,9 Prozent. Vor einigen Wochen kündigte Volvo bereits den Abbau von 3300 Arbeitsplätzen oder 13 Prozent der Belegschaft an. Ford-Chef Alan Mulally sagte, angesichts der beispiellosen Herausforderungen für den Konzern und die gesamte Branche müssten alle Optionen für Volvo geprüft werden. Ford hatte den schwedischen Hersteller 1999 übernommen.

Diesen Beitrag empfehlen

Anzeige

Automarkt

Finden Sie im Automarkt von autobild.de Ihren Gebrauchtwagen.

Bei autohaus24.de Neuwagen günstig kaufen und Geld sparen.