Ford Escort Cosworth von Michael Köppli

Ford Escort Cosworth von Michael Köppli Ford Escort Cosworth von Michael Köppli

Ford Escort Cosworth von Michael Köppli

— 13.12.2005

Schweizer Wertarbeit

Es gibt Menschen, denen die Faszination für bestimmte Autos in die Wiege gelegt wurde. Michaels Herz schlägt für die stärksten Vertreter der Marke Ford.

Beim ersten Cossi platzte der Turbo

Um genau zu sein, wurde die Leidenschaft für starke, turbobefeuerte Fords auch Michaels Bruder Dominik mit in die Wiege gelegt, denn die beiden Schweizer sind Zwillinge. Und wer wünscht sich nicht einen Bruder, mit dem man das gleiche Hobby teilen kann. Wenn sich die beiden treffen, dann parken stets zwei Escort Cosworth auf der Straße. Da beide dem Tuning verfallen sind, steht Dominiks weißer Cossi dem von Michael in nichts nach. Doch heute widmen wir uns ausschließlich dem gebrushten, moonshine-silbernen Escort von Michael.

Bereits als Kind fuhr Michael Go-Kart und Rollerrennen mit seinem Bruder. Als dann endlich der Führerschein in der Hosentasche steckte, mußten ganz schnell andere Kaliber her. Aufgrund des schmalen verfügbaren Budgets konnte nicht sofort auf die heiligen Cosworths zurückgegriffen werden und so machte man Bekanntschaft mit anderen "Fahrutensilien". Aber wohlgemerkt, niemals war Michael ohne Turbo-Power unterwegs. Das war das mindeste, was der Schweizer verlangen konnte.

Mit 21 Jahren sah Michael bei einem Bekannten einen weinroten Sierra Cosworth und kaufte ihm diesen gleich ab. Jetzt stand dem großem Traum Namens "Cosworth" nichts mehr im Wege. Die 280 PS fühlten und hörten sich gut an, doch leider hatte der Wagen schon 190.000 Kilometer auf der Uhr und nach einem halben Jahr platzte die Wasserpumpe und der Turbo. Gut, daß ihm ein anderer Bekannter seinen Escort Cosworth anbot. Nach der ersten Besichtigung und Probefahrt stand für den Zimmermann fest: "Den muß ich haben!"

Als erstes wurden sämtliche Armaturen ausgebaut, gecleant, gefüllert und mit einem Spezial-Flip-Flop-Lack von Berlac versehen. Die original Öl- und Ladedruck-Anzeigen wurden dabei durch Elliot- und VDO-Instrumente ersetzt und in eine neue Aufnahme gesetzt. Am größten ist dabei die "Uhr" für den Turbo ausgefallen. Die hat Michael nämlich besonders gern im Blick, denn der Original-Turbolader wurde bei Suhe in Deutschland gegen einen aus dem RS500 getauscht.

Hochdruckpumpen für mehr Benzin-Bums

Und daß dieser genauso selten zu bekommen ist wie der RS500 an sich, dürfte wohl den meisten klar sein. Deshalb wird der Garrett T04 besonders überwacht und gepflegt. So ein heiliges Teil setzt man ja nicht unnötig aufs Spiel. Mit dem Turbo-Timer neben dem Lenkrad läßt Michael den Garrett gezielt nach Abstellen des Motors abkühlen. Beim Druck auf eine der Tasten lassen sich programmierte Zeiten abrufen.

Beim geänderten Turbo blieb es allerdings nicht. Die Kurbelwelle wurde durch eine nitrierte und feingewuchtete ausgetauscht, die Pleuel durch gewichtsoptimierte HD-Pleuel mit speziellen Schrauben von ARP ersetzt, geschmiedete Taschen-Kolben und eine 264-Grad-Nockenwelle in den Motor verbaut. Die Zylinderkopfdichtung stammt aus dem WRC-Auto und für die Einspritzung zeigen sich hellblaue Weber-Marelli-Einspritzventile verantwortlich. Hochdruckpumpen sorgen dafür, daß das Öl und der Kraftstoff mit mehr "Bums" da ankommen, wo sie gebraucht werden. Weil die große Hitze im Sommer dem Motor nicht gut tat, wurde ein spezieller Ölkühler verbaut. Direkt vom Turbo weg erstreckt sich ein Drei-Zoll-Rohr bis zum Renn-Kat. So gelangen die Auspuffe ohne allzu großen Gegendruck durch den Remus-Endtopf ins Freie.

Die "Füchse" (Flammen), welche die Anlage früher aufgrund von Modifikationen hinten hinausbeförderte, waren sicher spektakulär. Aufgrund von richtig teuren Strafen in der Schweiz rüstete Michael wieder auf "Alltagsbetrieb" zurück. Sein Auto ist ihm dann doch zu heilig, als daß er es stillgelegt sehen möchte.

Die meisten Umbauten am Motor wurden von Suhe-Motorsport in Deutschland durchgeführt. Um zu wissen, wieviel Leistung letztendlich am "Aggregat" anliegt, wurde der Cossi auf dem Prüfstand gemessen. 395 PS und 517 Newtonmeter spuckte dieser aus. Die Freude aller Beteiligten war groß, nur das Getriebe konnte sich über diese Kräfte nicht allzusehr freuen. Um es nicht zu ruinieren, wurde es durch ein verstärktes Suhe-Kupplungskit und MT75-Getriebe mit 30prozentiger Schaltwegverkürzung ausgetauscht.

Airbrush-Lackierung auch für die Felgen

Das äußere Erscheinungsbild kommt ebenfalls sehr brachial daher. Die hintere Stoßstange wurde um zehn Zentimeter verlängert, die vordere ist eine Spezial-Anfertigung aus GFK und somit ein Unikat. Die Original-Schweller wurden ebenfalls verlängert und spaltfrei mit der Karosserie verbunden. Auf der gecleanten Kofferraumklappe sitzt der mit dritter Bremsleuchte umgebaute Motorsport-Flügelspoiler, wie er typisch für den Escort Cosworth war. Auf die Klarglasleuchten, die Michael in verdunkelter Form anbaute, mußten Escort-V-Fahrer lange warten. Die Frontscheinwerfer von Morett gab es da schon länger. Die Linsen leuchten durch abgedunkelte Scheiben.

Bei den Radhausverbreiterungen mußte nur hinten nachgeholfen werden. Die vorderen mit den Entlüftungsschlitzen gab es schon serienmäßig. Hinten wurden pro Seite zehn Millimeter gezogen, um die Work-Meister-Felgen in 9,5x18 Zoll mit ihren 235/35-Reifen unterzubringen. Vorn sind die Räder 8,5 Zoll breit. Das optische Highlight und i-Tüpfelchen am Cossi ist allerdings die Lackierung. Das außergewöhnliche Airbrush hebt sich von der Masse ab. Dazu trägt letztendlich auch die Einbeziehung der Felgen in die Lackierung bei. Keine Frage, das sieht man nicht alle Tage.

Wer die gecleanten Türen vom Fahrer geöffnet bekommt, kann es sich in den mit Alcantara bezogen Eku-Halbschalen gemütlich machen und die Fahrt oder eine DVD genießen. Michael läßt die Hifi-Anlage und die Woofer meist nur auf Treffen oder im Stau "arbeiten", denn während der Fahrt lauscht er lieber seinen 395 Turbo-PS.

Autor: Sebastian Schulz

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