Ford F-150 (2014): Fahrbericht

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Ford F-150 (2014): Fahrbericht

— 15.12.2014

US-Riese mit Schrumpfmotor

Downsizing auch beim US-Klassiker Ford F-150: Als Einstiegsmotor bieten die Amerikaner tatsächlich einen 2,7-Liter-V6 an. Fahrbericht!

Seit nunmehr 32 Jahren ist die F-Serie von Ford das meistverkaufte Auto in Amerika, kommt in bislang zwölf Generationen in mehr als 60 Jahren auf über 30 Millionen Einheiten und findet alle 43 Sekunden einen neuen Kunden. Doch weil auch Dinosaurier mit der Zeit gehen müssen, damit sie nicht irgendwann doch noch von der Evolution überrollt werden, hat sich Chefingenieur Pete Reyes diesmal besonders ins Zeug gelegt und eine echte Revolution angezettelt: Zum ersten Mal bei einem Pick-up besteht die Karosserie komplett aus Aluminium. Den Leiterrahmen hat Reyes zwar auch diesmal aus Stabilitätsgründen aus hochfestem Stahl konstruiert, doch weil diesseits des stabilen Skeletts alles aus dünnem Alublech gefertigt wird, speckt der Dinosaurier bis zu 350 Kilo ab.

2,7-Liter-Turbo-V6: Downsizing lässt grüßen

Video: Ford F-150 (2014)

US-Riese im Fahrbericht

Weil das Auto so leicht geworden ist, kann der F-150 nicht nur mehr Ladung schultern und größere Lasten schleppen als die Konkurrenz. Ihm reicht auch ein kleinerer Motor, argumentiert Ingenieur Reyes und stimmt mit ein in das Hohelied des Downsizings, das sonst vor allem die Kollegen aus der Pkw-Fraktion singen. Sein ganzer Stolz ist deshalb ein neuer Sechszylinder-Turbo mit nur noch 2,7 Liter Hubraum. "Der fährt wie ein V8, braucht aber 20 Prozent weniger als bisher", sagt der Ingenieur. Zwar sieht der winzige Motor unter der riesigen Haube fast schon ein bisschen verloren aus. Doch bei der ersten Ausfahrt mit der amerikanischen Legende macht der EcoBoost-Antrieb eine richtig gute Figur: Mit maximal 508 Nm hängt er überraschend gut am Gas, ist leise und hat mit dem trotz des Alu-Aufbaus noch immer tonnenschweren Trumm leichtes Spiel. Zumindest, solange die Pritsche nicht mit den maximal 1,5 Tonnen beladen ist und keine 5,5 Tonnen am Haken hängen, bäumt sich der F-150 damit beim Ampelspurt ordentlich auf und stürmt davon mit der Macht eines wütenden Büffels beim Rodeo. Nur jenseits von 140, 150 Sachen wird die Luft ein bisschen dünn und der sonst flüsterleise Motor muss lautstark orgeln – aber so schnell darf man im Mutterland des Tempolimits ja ohnehin nirgends fahren.

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Der "Raptor" soll sicher einen Nachfolger bekommen

Wer trotzdem mehr möchte, den lässt Reyes natürlich nicht im Regen stehen. Es gibt schließlich noch einen 3,5 Liter großen V6, der als Sauger 283 und mit Turbo 365 PS leistet und einen V8 mit fünf Litern Hubraum und 385 PS. Ford verspricht, dass auch die Rennversion "Raptor" ganz sicher einen Nachfolger bekommt.

Mit Masse entspannt über die Straßen cruisen

Doch mehr als die Muskeln ist es die schiere Masse, die den Reiz des F-150 ausmacht. Mit der Gelassenheit eines Giganten, dem ohnehin niemand etwas anhaben kann, stampft er über den Highway wie ein Öltanker über den Ozean und am Steuer befällt einen himmlische Ruhe. Auf butterweichen Ledersesseln thront man als King of the Road über der Straße und genießt ein Königreich in Lack und Leder. Nicht nur, dass die Federung für so einen Laster einen überraschend großen Restkomfort bietet. Auch die Lenkung ist hinreichend präzise, um das Trumm sauber auf Kurs zu halten. Und selbst wenn die Bremsen etwas mehr Biss vertragen könnten, packen sie doch mit unmissverständlicher Entschlossenheit zu. Nur der Wendekreis ist groß wie immer.

Ford F-150 (2014): Fahrbericht

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Bei der Ausstattung hält der F-150 mit normalen Pkw mit

Im Innenraum setzt Ford jetzt auch beim F-150 auf einen hochwertigen Look.

Eine leichte Karosserie, ein vernünftiger Antrieb und ein komfortables Fahrverhalten – in der 13. Generation ist der Pick-up näher denn je an einen normalen Pkw gerückt. Und bei der Ausstattung ist der F-150 anderen Ford wie dem Focus oder dem Fiesta sogar voraus. Denn der Pritschenwagen ist mittlerweile ein richtig smartes Auto: Das Basismodell für 26.615 Dollar oder umgerechnet kaum mehr als 20.000 Euro mag zwar so nackt und spartanisch sein. Doch wer in der Preisliste ein bisschen weiter nach oben klettert, bekommt nicht nur Sattelleder samt Brandzeichen und eine Holzvertäfelung wie im Wohnzimmer der Ponderosa-Ranch. Dann gibt es auch mehr Hightech als in manchen europäischen Ford-Modellen: Von den LED-Scheinwerfern über eine 360-Grad-Überwachung mit einem halben Dutzend Kameras und die Anhänger-Assistenz bis hin zur Spurführungshilfe oder der automatischen Abstandsregelung. Viel mehr hat auch das neue Europa-Flaggschiff Mondeo nicht zu bieten. Dazu gibt's ein paar pfiffige Pick-up-Details wie die ferngesteuerte Ladeklappe, eine LED-Beleuchtung in den Seitenwänden, Suchstrahler in den riesigen Außenspiegeln, eine ausklappbare Trittleiter zum Entern der Pritsche oder die integrierte Laderampe, mit der man mühelos ein Quad oder einen Motorschlitten schultern kann – ein Schweizer Taschenmesser ist gegen den F-150 ein vergleichsweise phantasieloses Produkt.

Ford F-150 Raptor von Exclusive Motoring

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Den F-150 gibt es hierzulande nur als Importprodukt

Wermutstropfen: Auch wenn Ford sein Modellprogramm gerade weltweit stark vereinheitlicht und jetzt mit dem Mustang gerade eine andere US-Ikone nach Europa holt, bleibt der König der Cowboys erst einmal den Amerikanern vorbehalten – und natürlich den freien Importeuren, die ihre Bestellscheine alle schon ausgefüllt haben. Irgendwie müssen sie ja die Einbußen aus dem Mustang-Geschäft kompensieren.

Autor: Thomas Geiger

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