Ford Fiesta 1.4 Micro Hybrid

Ford Fiesta 1.4 Micro Hybrid

— 11.10.2004

Fiesta auf Sparkurs

Ford forscht an einem Micro-Hybriden, der 2006 in Serie gehen knnte. Als Spritsparmodell und Diesel-Alternative.

Zusatz-Akku speichert und spendet Energie

Im Forschungszentrum von Ford sieht der Durchschnitt aus wie Daniel. Na gut genaugenommen sieht Daniel deutlich besser aus, besitzt aber einen Lebenslauf, wie ihn in Aachen viele haben. Daniel ist Doktor und erst 35 Jahre alt. Hier, in der Welt der Wissenschaft, leistet der Durchschnitt (jung, motiviert, promoviert) berdurchschnittliches.

So wie Daniel Kok, der das Team fr Energiemanagement leitet. Auf dem Besucherparkplatz steht sein aktuelles Projekt: ein grauer Ford Fiesta. Der 1,4-Liter-Benziner mit 80 PS startet so sanft wie ein Elektroroller. Ohne sich zu schtteln, kommt der Motor auf Leerlaufdrehzahl. Dann kramt der Ingenieur im Handschuhfach, nestelt an einem Knpfchen und startet den Wagen ganz konventionell neu um den Fortschritt zu demonstrieren. Jetzt rappelt der Benziner tatschlich ein bichen, Daniel strahlt. Der hollndische Wissenschaftler hat dem Fiesta das ruppige Starten ausgetrieben. Mit einer leistungsstarken Lichtmaschine, die als Anlasser arbeitet.

Ford bezeichnet dieses System als Micro Hybrid. Hybrid? Das sind eigentlich Fahrzeuge, die mit einem zustzlichen Elektromotor zum Spritsparen verdonnert werden. Der Fiesta arbeitet ohne E-Antrieb, dafr mit cleverem Akku, der Energie abgibt und bunkert. Der Akku versorgt das Bordnetz, gibt aber keinen zustzlichen Schub beim Beschleunigen.

Technische Daten

Mit zweimotorigen Hybriden wie Honda Ima oder Toyota Prius verbindet den Fiesta vor allem ein geringer Aussto der umweltschdlichen Kohlendioxid- und Stickstoffemissionen. Dank Start-Stop-Funktion. Im Stau oder an roten Ampeln schaltet sich der Motor aus. Siesta im Fiesta ist serienmig eingebaut. Und funktioniert vollautomatisch. "Das Fahrzeug soll denken, der Kunde einfach fahren", sagt Projektleiter Kok. Sobald der Fahrerfu das Bremspedal verlt, nimmt der Benziner seine Arbeit auf.

Ford rechnet damit, da der Kleinwagen in der Stadt 15 Prozent weniger Sprit verbraucht, im Stadt-Land-Autobahn-Mix kalkulieren die Forscher noch mit sechs Prozent. Gute Idee. Aber nicht ganz neu. Bei Volkswagen floppte ein hnliches Start-Stop-System bereits in den 90ern im Golf, Citron bringt ein solches Spritsparmodell bald in Serie. In Deutschland soll der C3 Stop & Start nchstes Jahr verkauft werden.

Ford wartet dagegen noch ab, ob aus dem aktuellen Hybrid-Trend tatschlich eine Mode wird. Voraussichtlicher Start fr den Fiesta: im Jahr 2006. Deshalb gibt es auch noch keinen konkreten Preis fr das Auto. Aber ein konkretes Versprechen: "Der Aufpreis fr die Spritspar-Version darf nicht teurer sein als ein gutes Radio." Damit wre der Micro Hybrid billiger als ein vergleichbarer Diesel und in der Stadt etwa genauso sparsam im Spritverbrauch. Klingt nach einem klugen Konzept, das die Aachener Wissenschaftler entwickelt haben. Dem guten Durchschnitt sei Dank.

Technische Daten Reihen-Vierzylinder vier Ventile je Zylinder Hubraum 1388 cm3 Leistung 59 kW (80 PS) bei 5700/ min maximales Drehmoment 124 Newtonmeter bei 3500/min Startergenerator Frontantrieb Fnfganggetriebe Einzelradaufhngung vorn, Verbundlenkerachse hinten Kofferraum 284/947l Tank 45 Liter Lnge/Breite/Hhe 3916/1683/1432 mm Reifen 175/65 R 14 S Leergewicht 1105 Kilogramm Hchstgeschwindigkeit 167 km/h Verbrauch (EU-Mix) 6,0 l Super CO2-Aussto 141 g/km

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